Dies darf allerdings nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Zahl der zu lösenden immunologischen Problemfälle nach wie vor enorm hoch ist: Impfstoffe gegen AIDS, Ebola, ein langfristig wirkendes Mittel gegen Malaria sowie neu entdeckte Erreger (BSE) seien stellvertretend genannt. Die Bedrohung durch Krankheitserreger gewinnt durch die wachsende Mobilität des Menschen und die rasante Geschwindigkeit des Ortswechsels globale Dimensionen.
Aktive Immunisierung
Die aktive Immunisierung
beruht auf der Erkenntnis, dass der menschliche Organismus nach dem Überstehen
einer spezifischen Infektionskrankheit gegenüber dem pathogenen Erreger
eine Immunität erworben hat und somit eine Wiedererkrankung ausgeschlossen
ist. Das heißt, sie basiert auf der Reaktion des eigenen Immunsystems
und kann künstlich durch eine Impfung ausgelöst werden.
Verwendete Impfstoffe zeichnen sich dadurch aus, dass das infektiöse
Agenz unter kompletter Beibehaltung seiner Antigenität so modifiziert
wurde, dass es nicht mehr in der Lage ist, die entsprechende Krankheit
hervorzurufen.
Eine geimpfte Person, die auf den tatsächlichen Krankheitserreger
trifft, zeigt dieselbe schnelle und intensive Abwehrreaktion wie eine
Person, die diese Krankheit bereits hatte. In beiden Fällen beruht
der Effekt auf dem immunologischen Gedächtnis.
Die aktive Immunisierung gegen Krankheiten wie Cholera,
Typhus, Fleck- und Gelbfieber wird nicht routinemäßig
realisiert, sondern empfiehlt sich für Personen, die in gefährdete
Gebiete reisen. Zu beachten ist dabei, dass der entsprechende Impfschutz
nur dann gewährleistet ist, wenn die notwendige Karenzzeit eingehalten
wurde.
Mögliche Impfstoffe:
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niedrige Dosis eines Produkts des infektiösen Agenz |
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ein chemisch modifiziertes derartiges Produkt |
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abgetötete Erreger mit intakter Oberfläche |
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Verwendung abgeschwächter (avirulenter) Stämme |
Passive Immunisierung
Bei der passiven Immunisierung
handelt es sich um die Übertragung von Antikörpern von einem
Organismus auf einen anderen. Da das eigene Immunsystem dabei nicht mobilisiert
wird, liegt eine passive Immunität vor. Diese hält, entsprechend
der biologischen Halbwertszeit der Antikörper, nur wenige Wochen
an, denn ein immunologisches Gedächtnis wird nicht angelegt.
Da viele Antikörper die Plazentaschranke durchdringen, kommt es während
einer Schwangerschaft auf natürlichem Wege zu einer passiven Immunisierung
des Fötus durch den mütterlichen Organismus. Auch die Muttermilch
enthält diverse Antikörper.
Passive Immunität ist auch künstlich übertragbar, indem
bereits spezifizierte Antikörper dem Patienten injiziert werden.
Ein innovatives Forschungs- und Anwendungsgebiet sind hierbei die monoklonalen
Antikörper (MAK), die nicht nur therapeutische, sondern auch diagnostische
und prophylaktische Anwendungsbereiche erschließen.
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) warnt in ihren jüngsten Jahresberichten wiederholt vor einer weiteren Zunahme der Infektionskrankheiten, die eine globale Krise befürchten lassen. Die "Ständige Impfkommission" des Bundesgesundheitsministeriums hat für die Bevölkerung der Bundesrepublik Deutschland folgende Impfempfehlungen herausgegeben.

Der aktuelle Stand kann über die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BzgA) ständig eingesehen werden.