

Alkene (Olefine), ungesättigte
Kohlenwasserstoffe
Die Alkene werden in der technischen
oder älteren Literatur oft auch Olefine
genannt. Die Bezeichnung rührt daher, dass Ethen mit Halogenen zu
einer öligen, wasserunlöslichen Flüssigkeit, z. B. mit Brom
zu 1,2-Dibromethan, reagiert (lat.: gaz olefinant
= Öl bildendes Gas).
Alkene gehören zu den Kohlenwasserstoffen,
bestehen also nur aus den Elementen Kohlenstoff und Wasserstoff. Da die
Alkene in ihren Molekülen zwischen zwei Kohlenstoffatomen eine Doppelbindung
besitzen, haben sie generell zwei Wasserstoffatome weniger als die entsprechenden
Alkane. Die Doppelbindung ist im Namen an der Endung -en erkennbar. Die
allgemeine Formel der Alkene lautet
.
Alkene bilden genau wie die Alkane Isomere. Die Anzahl der möglichen
Isomeren ist sogar noch größer als bei den Alkanen.
Bedingt durch ihren Bau, weisen die Alkene typische Eigenschaften auf. Genau wie die Alkane sind sie schwer bzw. gar nicht in Wasser löslich.
Alkene sind brennbar. Da sie die Elemente Kohlenstoff und Wasserstoff enthalten, entstehen bei vollständiger Verbrennung Kohlenstoffdioxid und Wasser.
Additionsreaktionen
Besonders typisch für die Alkene sind jedoch Additionsreaktionen.
Dabei werden Atome oder Atomgruppen an die Moleküle der Alkene angelagert.
Aufgrund der Doppelbindung verläuft die Reaktion in typischer Art
und Weise. An die Moleküle der Alkene können ganz unterschiedliche
Atome angelagert werden. Handelt es sich um Wasserstoffatome, bezeichnet
man diese spezielle Addition als Hydrierung. Dabei bilden sich als Reaktionsprodukte
Alkane:

Wichtig ist auch die Addition von Halogenen, insbesondere die Addition von Brom. Diese Reaktion gilt gleichzeitig als Nachweis von Mehrfachbindungen. Sichtbares Merkmal dieser Reaktion ist die Entfärbung von Brom bzw. Bromwasser bei Normalbedingungen und ohne zusätzliche Energiezufuhr.


Polymerisation
Große Bedeutung in der chemischen Industrie hat die Polymerisation,
ebenfalls eine spezielle Form der Additionsreaktion. Sie bildet
die Grundlage für die Herstellung vieler Kunststoffe. Beispielsweise
können sich Ethenmoleküle durch fortgesetzte Addition zu langen
Molekülen vereinigen. Dabei bildet sich Polyethen (Polyethylen).

Nicht so typisch, aber möglich sind Substitutionsreaktionen und Eliminierungen.
Homologe Reihe der Alkene
Genauso wie die anderen Kohlenwasserstoffe bilden auch Alkene homologe
Reihen. Meist betrachtet man die homologe Reihe der Alkene, die eine Doppelbindung
zwischen den ersten beiden Kohlenstoffatomen aufweisen. Das erste Glied
dieser Reihe ist der
-Kohlenwasserstoff
Ethen (Ethylen).
Ethen, Propen (Propylen)
und Buten sind gasförmig, höhere
Homologe bis 15 Kohlenstoffatomen sind bei Raumtemperatur (25 °C) flüssig,
Alkene mit noch längerer Kohlenstoffkette sind fest.
| Name | vereinfachte Strukturformel | Summen-formel | Schmelz-tempe-ratur | Siede-tempe-ratur |
|
Ethen
|
![]() |
![]() |
-169,5 °C
|
-103,9 °C
|
|
Propen
|
![]() |
![]() |
-185,2 °C
|
-47 °C
|
|
But-1-en
|
![]() |
![]() |
-190 °C
|
6,1 °C
|
|
Pent-1-en
|
![]() |
![]() |
-138 °C
|
30 °C
|
|
Hex-1-en
|
![]() |
![]() |
-98,5 °C
|
63,5 °C
|
|
Oct-1-en
|
![]() |
![]() |
-104 °C
|
123 °C
|
Herstellung der Alkene
Obwohl die Alkene in den Rohstoffen der Erde (Erdöl, Erdgas) vorkommen,
kann man sie auch im Labor herstellen. Dies soll nun am Beispiel des Ethens
gezeigt werden.
Im Laboratorium lässt sich Ethen durch Erhitzen von Ethanol mit konzentrierter
Schwefelsäure darstellen. Die Ursache dafür ist die stark wasserentziehende
Wirkung von konzentrierter Schwefelsäure. Anstelle der konzentrierten
Säure kann auch ein Katalysator eingesetzt werden. Aus dem Ethanol
wird dadurch ein Molekül Wasser abgespalten und es entsteht eine
Doppelbindung.
Die unterschiedlichen Reaktionsschritte kann man in einer Gesamtgleichung zusammenfassen.
CH3CH2OH → CH2=CH2 + H2O
In der Industrie gewinnt man Alkene allerdings durch thermisches Cracken aus dem Erdöl, bzw. dem Rohbenzin. Dabei werden unter Normaldruck bei ca. 1 000 °C (1 275 K) die Molekülketten der höheren Alkane aus der Benzinfraktion in kleinere Stücke "gebrochen" (gecrackt). Diesen Vorgang nennt man Pyrolyse.

oder

Aus Ethan entsteht dann bei diesen Bedingungen durch thermische Dehydrierung
(Wasserabspaltung) Ethen.