Die Amöbenruhr ist weltweit verbreitet, kommt aber insbesondere in tropischen und subtropischen Gebieten vor, z. B. Indien, Bangladesh, Thailand, Vietnam und Malaysia, aber auch in Namibia, Nordbrasilien, auf Haiti und in Mexiko.
Schutzmaßnahmen
Da die Übertragung insbesondere durch verunreinigte Lebensmittel
und unsauberes Trinkwasser erfolgt, kann man sich vor Ansteckung vor
allem dadurch schützen, dass man in gefährdeten Gebieten nur
abgekochtes Wasser trinkt und rohe, ungewaschene Speisen (Salate, Melonen,
ungeschältes Obst und Gemüse, Eiswürfel und Eis) meidet.
Auch zum Zähneputzen sollten Reisende in tropischen Ländern
nur Mineralwasser oder aber Wasser verwenden, das mindestens 5 Minuten
abgekocht wurde. Die herkömmliche Trinkwasserentkeimung über
Chlorierung reicht nicht aus, um die Amöben abzutöten!
Behandlung
Der Erreger, die Amöbe, kann durch eine mikroskopische Untersuchung
des Kots festgestellt werden. Durchfälle mit Blut- bzw. Schleimbeimengungen
sollten grundsätzlich ärztlich untersucht und diagnostiziert
werden, da auch andere ernsthafte Infektionen dafür verantwortlich
sein können. Sowohl die Zystenform als auch die Magnaform können
im Stuhl nachgewiesen werden; da die Magnaform aber sehr empfindlich
ist und schnell zerstört werden kann, muss frischer Stuhl untersucht
werden. Die Amöbenruhr wird sehr erfolgreich mit verschiedenen
Antibiotika (Metronidazol,
Chloroquin, Tetrazyklinen) behandelt. Bei rechtzeitiger Einnahme
heilt die Erkrankung rasch aus. Ist es allerdings schon zu Abszessen
in der Leber o.Ä. gekommen, müssen über einen längeren
Zeitraum Medikamente genommen werden und es muss eventuell auch operiert
werden. Die Abszesse bzw. jeglicher Organbefall können durch Sonografie
oder mithilfe der Computer-Tomografie nachgewiesen werden.