Biologie Abitur
Archaea (Urbakterien)
Black Smoker

Die Archaea werden nach ihrer genetischen Verwandtschaft in zwei Hauptlinien, die Euryarchaeota und die Crenarchaeota, unterteilt.

Euryarchaeota
1.
Methanbildende Archaebakterien (methanogene bzw. methanbildende Bakterien), z. B. Methanococcales
2.
Sulfatreduzierende Archaebakterien, z. B. Archaeoglobales
3.
Extrem thermophile Formen, z. B. Thermococcales (Schwefelverwerter)
4.
Extrem halophile Archaebakterien, z. B. Halobacteriales (Halobakterien)
5.
Zellwandlose Archaebakterien, z. B. Thermoplasmales
 
Crenarchaeota
1.
Extrem thermophile Archaebakterien und verwandte Arten; Schwefelverwertende Archaebakterien, z. B. Desulfurococcales (schwefeloxidierende Bakterien und Schwefelreduzierer)


Anhand molekuargenetischer Untersuchungen (Sequenzanalyse von 16S-rRNA) von untersuchten Proben aus heißen Quellen des Yellowstone-Parks in den USA aus dem Jahr 1994 konnte man noch nicht kultivierbare Archaeastämme nachweisen, die vermutlich einer dritten Abstammungslinie (Korarchaeota) zuzuordnen sind. Das kleinste bisher entdeckte Archaeum, Nanoarchaeum equitans ist ein nur 400 nm großer Prokaryont, der anderen Archäen aufsitzt (lat. equitans = reitend) und mit diesen parasitisch oder symbiotisch verbunden ist. Das Mini-Archaeum wurde 2002 von KARL OTTO STETTER von der Universität Regensburg an heißen untermeerischen Quellen im Mittelmeer entdeckt. Die Sequenzierung seines Genoms ergab eine Größe von nur 490 kb. Dies und einige genetische Besonderheiten haben STETTER veranlasst, den Organismus einem eignenen vierten Stamm der Archänen, den Nanoarchaeota, zuzuordnen.

Viele Archaea stellen Anpassungsformen an extreme Lebensräume dar, wie sie vielleicht für den Urzustand der Biosphäre charakteristisch waren und wie sie sich in gewissen Modifikationen an Spezialstandorten bis heute erhalten haben. Die stark isolierte Stellung der heutigen Gruppen spricht für ihre Reliktnatur, eine "Erinnerung" an die Anfänge des Lebens auf der Erde. Aber auch in "ganz normalen" Biotopen, wie dem Meerwasser oder sogar als Bewohner des menschlichen Körpers kann man Archäen-Arten finden.

Man kennt heute mehr als hundert verschieden Archaea, doch dürfte diese Zahl in Zukunft noch stark ansteigen. Sie besiedeln extremste Lebensräume. Nach ihrer Genausstattung kann man die Archaea in die oben genannten Gruppen einteilen.

Nach ihrem Vorkommen und ihren biochemischen Leistungen werden im Allgemeinen drei Hauptgruppen unterschieden:

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