




Bau und Funktionen der Blutgefäße
Das Blut fließt durch unseren
Körper in Blutgefäßen. Durch die Kontraktion des Herzmuskels
wird das Blut in die Blutgefäße gepumpt, die das Blut vom Herzen
in den Körper wegführen. Diese Blutgefäße
werden Arterien genannt, z.B.
Körperarterie, Lungenarterie. Sie besitzen eine dicke und elastische
Muskelschicht in ihrer Wand.
Durch den Druck, mit dem das Herz
das Blut in die Arterien (Bild 2) pumpt, wird ihre elastische Muskelwand gedehnt.
An dieser Stelle entsteht eine Erweiterung der Arterie. Dann kontrahiert
sich an der erweiterten Stelle die Muskelwand, die Arterie wird zusammengezogen
und das Blut wird ein Stückchen weitergedrückt. Die Erweiterung
und Kontraktion der Muskelwand erfolgt im Rhythmus des Herzschlags. Dadurch
entsteht eine Druckwelle (Pulswelle),
die sich über die ganze Arterie fortsetzt. Diese Druckwelle (Bild 3) kann
man deutlich als Puls fühlen,
z.B. an den Handgelenken, an den Schläfen, am Hals.
Durch die rhythmische Kontraktion des Herzens wird ein bestimmter Druck
in den Gefäßen aufrecht erhalten, der Blutdruck.
Er bewirkt den Blutstrom. Vom
Herzen über die Arterien und Kapillaren bis zu den Venen nimmt er
immer mehr ab. Je nach körperlicher Anstrengung, z.B. Kniebeugen,
100-m-Lauf, Wandern, ist die Zahl der Herzschläge und damit auch
die Zahl der "Pulsschläge" unterschiedlich.
Die Arterien verzweigen sich nach dem Abgang aus dem Herzen und werden
im Querschnitt immer kleiner, bis sie in haarfeine Blutgefäße
(Haargefäße, Kapillaren) übergehen. Die Kapillaren
bilden ein dichtes Geflecht aus feinsten Äderchen (Kapillarnetz) (Bild 4).
Die Wand der Kapillaren besteht nur aus einer Zellschicht. Im Blut gelöste Stoffe gelangen im Körper aus den Kapillaren in die Körperzellen, aus den Körperzellen wandern die Stoffwechselendprodukte in die Kapillaren. Der Gasaustausch (Sauerstoff und Kohlenstoffdioxid) erfolgt zwischen Lungenbläschen und Blut (Bild 5).
Die Kapillaren gehen über in Venen,
die im Querschnitt zum Herzen hin immer größer werden. Sie transportieren
das Blut aus dem Körper bzw. aus der Lunge zum Herzen hin. Die Venen
haben im Gegensatz zu den Arterien dünne, aber sehr dehnbare nur wenig muskulöse Wände (Bild 6).
Sie können sich dahernicht aktiv zusammenziehen. An Stellen, an denen
Venen mit einer Arterie in einer gemeinsamen Bindegewebshülle eingeschlossen
sind, drückt die Pulswelle der Arterie die Venenwand zusammen. Man nennt dies arteriovenöse Kopplung.
Die Venen enthalten im Inneren in bestimmten Abständen Venenklappen (Bild 7). Diese verhindern das Zurückfließen des Bluts. Auch Muskeln, z.B. Skelettmuskeln, drücken auf die Venen und fördern den Blutstrom.
Der Blutkreislauf
Das Blut durchfließt unseren Körper in Arterien, Kapillaren
und Venen. Diese Blutgefäße
bilden ein geschlossenes Röhrensystem. In diesem kreist das Blut durch den Körper und erreicht alle Organe und Zellen.
Dieser ständige Blutstrom vom Herzen und zurück zum Herzen wird
Blutkreislauf genannt (Bild 8).
Beim Blutkreislauf werden Lungenkreislauf
und Körperkreislauf
unterschieden.
Der Lungenkreislauf beginnt in der
rechten Herzhälfte. Das sauerstoffarme und kohlenstoffdioxidreiche
Blut aus dem Körper fließt aus der rechten Herzkammer in Arterien zur Lunge. Es
nimmt dort Sauerstoff auf, gibt Kohlenstoffdioxid ab und fließt
in Venen zurück zur linken Herzhälfte.