
Phase 1: Fixierung des Kohlenstoffdioxids
(Carboxylierungsphase)
Den Einbau des Kohlenstoffdioxids in organische Verbindungen bezeichnet
man als Kohlenstoffdioxidfixierung.
Ribulose-1,5-bisphosphat, ein Zuckermolekül mit fünf Kohlenstoffatomen,
das durch die Anlagerung zweier Phosphatgruppen besonders energiereich
ist und als Akzeptor dient, bindet Kohlenstoffdioxid. Die dabei entstehende
instabile Zwischenverbindung mit sechs Kohlenstoffatomen im Molekül
zerfällt sofort in zwei Moleküle 3-Phosphoglycerinsäure.
Dieses Molekül mit drei Kohlenstoff-Atomen ist das erste stabile
Produkt im CALVIN-Zyklus.
Pflanzen, die nur auf diesem Weg Kohlenstoffdioxid binden können,
werden zu den C3-Pflanzen zusammengefasst
und sind die am häufigsten vertretenen unter den Pflanzen. Neben
diesem Weg können Fotosynthesespezialisten (C4-Pflanzen, CAM-Pflanzen)
in Anpassung an sonnige, trockene Standorte Kohlenstoffdioxid durch andere
Mechanismen vorläufig als organische Säuren binden, bevor sie
dann später mithilfe des CALVIN-Zyklus Kohlenhydrate daraus herstellen.
Die Bindung des Kohlenstoffdioxids an den Akzeptor
Ribulose-1,5-bisphosphat wird durch eine Carboxylase (Rubisco) gesteuert,
die vermutlich weltweit mengenmäßig das häufigste Enzym
ist.
Phase 2: Reduktion
Bei der Reduktion bindet die 3-Phosphoglycerinsäure eine bei der
ATP-Spaltung frei werdende Phosphatgruppe. Die entstehende 1,3-Diphosphoglycerinsäure
wird durch die Elektronen des NADPH + H+ zu Glycerinaldehyd-3-phosphat (G3P) reduziert, wobei aus der Carboxylgruppe
(-COOH) die energiereichere Carbonylgruppe (-CHO) entsteht. Glycerinaldehyd-3-phosphat
ist ein Kohlenhydrat mit drei Kohlenstoffatomen (Triose). Zwei Moleküle
Glycerinaldehyd-3-phosphat werden aus dem Kreislauf zur weiteren Verwertung
entlassen, wobei über mehrere Zwischenprodukte (z. B. Fructose-1,6-diphosphat)
andere organische Stoffe sowie weitere Kohlenhydrate (Glucose, Saccharose),
Fette und Eiweiße u. a. zur Speicherung
von Energie entstehen.
Phase 3: Regeneration des Akzeptors
Während der Regeneration des Akzeptors entsteht aus den verbleibenden
Glycerinaldehyd-3-phosphat-Molekülen zunächst über mehrere
Zwischenprodukte, C3-,C4-, C5- und C7-Verbindungen,
Ribulose-5-phosphat. Bevor dann daraus unter Spaltung von ATP und Anlagerung
einer Phosphatgruppe der Akzeptor Ribulose-1,5-bisphosphat regeneriert
wird.
Die lichtunabhängigen Reaktionen lassen sich für die Bildung eines Glucosemoleküls folgendermaßen zusammenfassen:

Die Coenzyme NADP+ und ADP + P werden durch die lichtabhängigen Reaktionen wieder regeneriert, sodass sie wieder für den Ablauf des CALVIN-Zyklus zur Verfügung stehen.
Wenn man alle Prozesse der lichtabhängigen und lichtunabhängigen Reaktionen berücksichtigt, ergeben sich folgende Gesamtgleichungen:
| Bruttogleichung | ||
![]() |
||
| Nettogleichung | ||
![]() |
||
Dabei wird eine Energiemenge von 2 877 kJ benötigt, um ein Mol Glucose zu bilden.
Fotosynthetisch aktive Pflanzen zeigen einen zur Fotosynthese in Konkurrenz
stehenden Prozess, der Lichtatmung oder Fotorespiration genannt wird. Ausgangspunkt für diesen Prozess ist die Doppelfunktion
des Enzyms für die Fixierung von Kohlenstoffdioxid an den Akzeptor
Ribulose-1,5-bisphosphat. Neben der Steuerung der Kohlenstoffdioxidfixierung
ist es auch für die Bindung von Sauerstoff verantwortlich und wirkt
als Oxygenase. Das Konzentrationsverhältnis von Sauerstoff- bzw.
Kohlenstoffdioxid entscheidet über den Reaktionsverlauf.
Bei hoher Sauerstoff- aber geringer Kohlenstoffdioxidkonzentration wirkt
das Enzym als Oxygenase und bindet Sauerstoff. Unter natürlichen
Bedingungen (20 %
,
0,03 %
)
verlieren C3-Pflanzen ca. 50 % des assimilierten Kohlenstoffs, der energetisch
nutzlos wieder in Kohlenstoffdioxid umgewandelt wird. Die Bedeutung dieses
Prozesses ist bis heute unklar.
Bei geringem Sauerstoffgehalt im Vergleich zu hoher Kohlenstoffdioxidkonzentration
überwiegt die Fixierung von Kohlenstoffdioxid, so wird die Fotorespiration
gehemmt und die Nettofotosynthese steigt. Fotosynthesespezialisten
(C4- und CAM-Pflanzen) zeigen im Gegensatz zu C3-Pflanzen keine Fotorespiration,
da ihr Enzym für die Kohlenstofffixierung (PEP-Carboxylase) keinen
Sauerstoff binden kann.