


Chemosynthese
betreiben chlorophyllfreie Prokaryoten (Eubakterien und einige Archaebakterien).
Die Chemosynthese als Form der autotrophen Assimilation stellt körpereigene,
energiereiche, organische Stoffe aus körperfremden, energiearmen,
anorganischen Stoffen her. Dazu wird als äußere Energiequelle
nicht Lichtenergie wie bei der Fotosynthese verwendet, sondern die Energie
stammt aus der Oxidation anorganischer Verbindungen.
Zentrale Reaktionsschritte der Chemosynthese
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1. |
Phase (energieliefernde Phase) | |
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Bei der Oxidation anorganischer Verbindungen entsteht Energie, die bei der Bildung von ATP aus ADP und P gespeichert wird. | |
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Die bei der Oxidation frei werdenden Elektronen
und Protonen werden für die Reduktion von
zu verwendet. |
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2. |
Phase (CALVIN-Zyklus) | |
Kohlenstoffdioxid wird im CALVIN-Zyklus
durch
und ATP zu Kohlenhydraten reduziert (bei Eubakterien weitestgehend
ähnlich, fehlt bei Archaebakterien). |
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Energieliefernde Reaktionen
Nitrifikation
Die bei der Nitrifikation
stattfindenden Prozesse sind Bestandteil des Stickstoffkreislaufs und
so neben der Zersetzung von organischen Stoffen vor allem für Pflanzen
besonders wichtig.
Bei Fäulnisprozessen von organischem Material (Ammonifikation) entstehen
Ammoniak bzw. in wässriger Lösung Ammonium-Ionen. Diese stellen
den Ausgangsstoff für sogenannte nitrifizierende Bakterien dar,
die mit den Fäulnisbakterien im Boden zusammenleben. Nitrifizierende
Bakterien benötigen Sauerstoff und oxidieren Ammoniak bzw. Ammonium-Ionen
über Nitrit-Ionen zu Nitrat-Ionen. Dabei arbeiten zwei Bakteriengruppen
ökologisch eng zusammen: Arten der Nitrosogruppe (Nitritbakterien,
z. B. Nitrosomonas) und der Nitrogruppe (Nitratbakterien,
z. B. Nitrobacter).
Die enge Vergesellschaftung (Parabiose) zwischen beiden ist unbedingt notwendig, weil zum einen Nitrosomonas Nitrit als Substrat für Nitrobacter liefert. Da Nitrobacter "hungriger ist", d. h. mehr Substrat im Vergleich zu Nitrosomonas benötigt, wird zum anderen das sonst giftige Nitrit durch Nitrobacter sofort entfernt. Beide Prozesse können durch folgende Gleichungen zusammengefasst werden:
| Nitrosomonas: | NH4+ + 2 O2 –→ NO2- + 2 H2O |
| Nitrobacter: | 2 NO2- + O2 –→ NO3- |
Die bei diesen Reaktionen entstehenden Nitrat-Ionen
im Boden stellen die Hauptstickstoffquelle für Pflanzen dar.
Schwefeloxidation
Dieser Prozess findet bei farblosen Schwefelbakterien
statt, die vor allem in nährstoffreichen Tümpeln, Teichen oder
Abwässern vorkommen. Bei der Fäulnis von Eiweißen entsteht
Schwefelwasserstoff H2S,
der weiter oxidiert wird.
Die Gattungen der Cyanobakterien Beggiatoa
(Vorkommen in heißen Schwefelquellen und Sümpfen) und der Bakterien
Thiotrix können den bei der Oxidation
gebildeten elementaren Schwefel in der Zelle vorerst speichern:
2 S2- + 4 H+ + O2 –→ 2 S + 2 H2O.
Bei Bedarf wird der gespeicherte Schwefel zur Stufe des Sulfats oxidiert. So haben die Bakterien bei der natürlichen Reinigung von Industrieabwässern eine entscheidende Bedeutung:
Thiobacillus denitrificans verwendet für
die Oxidation der Schwefelverbindungen keinen Luftsauerstoff, sondern
Nitrate als Oxidationsmittel. Bei dieser Reaktion entweicht molekularer
Stickstoff in die Luft. Im Rahmen des Stickstoffkreislaufs spielt diese Denitrifikation
eine entscheidende Rolle.
Eisen- und Manganbakterien
Eisenbakterien (z. B. Thiobacillus
ferrooxidans), die u. a. in Wassergräben und sumpfigen Stellen
vorkommen, oxidieren zweiwertiges Eisen zu dreiwertigem Eisen. Bei der
Reaktion:
wird nur wenig Energie frei, sodass ein hoher Stoffumsatz nötig ist. Dabei fällt Eisen(III)-hydrat in Form von Raseneisenstein aus. Bei den Manganbakterien laufen ähnliche Reaktionen ab, nur dass zweiwertiges Mangan zu vierwertigem Mangan umgesetzt wird.
Knallgasbakterien
Dazu gehören u. a. Arten der Gattung Pseudomonas,
die nur fakultativ autotroph leben. Sie können neben der Chemosynthese
auch organische Stoffe verwerten. Bei der Chemosynthese wird molekularer
Wasserstoff oxidiert (Knallgasreaktion):
Elektronentransport und Phosphorylierung
Durch die oben beschriebenen Prozesse werden Elektronen abgegeben, deren
Weitertransport über die Elektronentransportkette
die Entstehung von ATP und
als Voraussetzungen für den CALVIN-Zyklus antreiben.
Der Bau der Elektronentransportkette ist bei den verschiedenen Arten sehr
unterschiedlich. Bei den meisten Vertretern (Ausnahme Archaebakterien)
kommen jedoch Cytochrome vor. Bei der Übertragung der Elektronen
über die Elektronentransportkette auf Sauerstoff entsteht ATP (Phosphorylierung,
ähnlich der Atmungskette). Das Reduktionsmittel im CALVIN-Zyklus
ist wie bei den fotoautotrophen Bakterien NADH + H+.
Die Elektronen stammen auch hier aus den anorganischen Substraten. Bei
einigen Arten (z. B. Thiomargarita) wird
unter zusätzlichem Energieaufwand und durch Kopplung mit der Atmungskette,
wo die Elektronen rückläufig transportiert werden, das Reduktionsmittel
hergestellt.
Arten, wie Nitritbakterien, die Substrate verwerten, die keine Protonen
für die Bildung des Reduktionsmittels
enthalten (z. B. NO2-), übertragen Elektronen auf Protonen, die aus der Dissoziation des
Wassers stammen (aber ohne oxidative Wasserspaltung).
Die Vorgänge der Chemolithotrophie können durch folgende allgemeine Reaktionsgleichung zusammengefasst werden:

| Organismen, die Chemolithotrophie betreiben, haben neben der Beteiligung im Kohlenstoff-, Stickstoff- und Schwefelkreislauf auch wirtschaftliche Bedeutung, so z. B.: | |
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bei der natürlichen Abwasserreinigung (Schwefelbakterien), |
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beim Abbau von giftigen Stoffen, wie
(Schwefel- und Nitritbakterien), |
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bei der Anreicherung von Mineralstoffen
im Boden, so z. B.
(Nitratbakterien). |
Vergleich von Fotosynthese und Chemosynthese
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Fotosynthese
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Chemosynthese
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| Gemeinsamkeiten |
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| Unterschiede | |||||||||||||||||
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