



CHARLES DARWIN (1809-1882)
konnte als junger Naturwissenschaftler in den Jahren 1831-1835 eine
Weltreise unternehmen. Die Beobachtungen und Sammlungen, die DARWIN
auf dieser Reise machen konnte, ließen in ihm die Überzeugung
reifen, dass Arten nicht konstant sind, sondern wandelbar sein müssten.
Als Erklärung für diese "Evolution der Lebewesen"
entwickelte DARWIN die sogenannte Selektionstheorie.
ALFRED RUSSEL WALLACE (1823-1913) kam bei zoologischen Forschungen
im malaiischen Archipel zu ähnlichen Schlussfolgerungen. Beide trugen
ihre Ergebnisse am 1. Juli 1858 vor der Royal Society in London vor. Den
Durchbruch brachte jedoch erst das 1859 veröffentlichte Werk von
DARWIN "Über die Entstehung der Arten durch natürliche
Zuchtwahl".
Wichtigste Aussagen der Selektionstheorie zur Abstammung der Arten sind:
DARWINs neue Lehre gewann rasch viele Anhänger, sie war aber auch
einer heftigen Gegnerschaft ausgesetzt. In England wurde sie vor allem
von THOMAS HENRY HUXLEY (1825-1895) und JOSEPH D. HOOKER (1817-1911)
vertreten, in Deutschland z. B. von ERNST
HAECKEL (1834-1919) und AUGUST WEISMANN (1834-1914). Eine
Folge der Evolutionstheorie war der Versuch, die systematische Ordnung
der Lebewesen nun mit ihrer natürlichen Verwandtschaft zu begründen.
Die 1865 von dem Augustinermönch GREGOR
MENDEL (1822 -1884) in Brünn veröffentlichen Vererbungsregeln
wurden zunächst nicht weiter beachtet. Erst im Jahre 1900 entdeckten
CARL ERICH CORRENS (1864 -1933), ERICH TSCHERMAK (1871-1962)
und HUGO M. DE VRIES (1848 -1935) unabhängig voneinander diese
Regeln erneut. Daraus entstand die von WILLIAM BATESON (1861-1926)
1905 "Genetik" benannte neue Biowissenschaft. Zunächst
wurde vor allem die Bedeutung der Mutationen in der Evolution von Genetikern
und Evolutionsforschern unterschiedlich gesehen. Diese Kontroverse wurde
durch die "synthetische Theorie" beendet, die Erkenntnisse aus
der Populationsgenetik, der Ökologie, der Biogeografie, der Paläontologie
und der Phylogenetik verarbeitete.
Während man bis zur Mitte des 19. Jh. davon ausging, dass die "Urzeugung"
- die spontane Entstehung einfachen Lebens - möglich wäre, wurde
dies durch sorgfältige Versuche von LOUIS PASTEUR (1822-1895)
endgültig widerlegt.
Doch wie war dann das erste Leben auf der Erde
entstanden? Die Theoriebildung zu diesem Thema wurde vor allem durch die
Versuche von STANLEY LLOYD
MILLER (1930-2007) angeregt. MILLER simulierte in einer Experimentalanordnung
die vermutete Zusammensetzung der Erd-Uratmosphäre, in dem er Wasserstoff
mit Methan, Schwefelwasserstoff, Kohlenstoffdioxid und Ammoniak mischte
und in dieses Gemisch elektrische Funkenentladungen ("Blitze")
einschlagen ließ. Die dabei entstandenen Gase wurden in einer wässrigen
Phase aufgefangen. Nach mehreren Versuchszyklen konnten Ameisensäure,
Essigsäure, Harnstoff und Aminosäuren - einfache Bausteine
des Lebens - nachgewiesen werden. Damit war bewiesen, dass unter Bedingungen,
wie sie auf der Urerde geherrscht haben könnten, Bausteine des Lebens
entstehen konnten.
Allerdings wird bis heute über den Ablauf und den Ort der Biogenese
diskutiert. Auch eine extraterrestrische Lebensentstehung - wie sie
zum ersten Mal 1906 von dem schwedischen Physikochemiker SVANTE AUGUST ARRHENIUS
(1859-1927) vermutet wurde - gilt bis heute für möglich.