
Stoffwechselrate
Den Energieverbrauch eines Lebewesens kann man messen. Der Gesamtenergieverbrauch
in einer bestimmten Zeit wird als Stoffwechselrate
bezeichnet. Sie wird in Joule (J) oder Kilojoule (kJ) angegeben. Früher
verwendete man die Einheit Kalorie (cal) oder Kilokalorie (kcal). Stoffwechselraten
können durch direkte Messung der abgegebenen Wärme oder indirekt
durch Ermittlung des Sauerstoffverbrauchs bestimmt werden.
Bei der Kalorimetrie handelt es sich
um Messungen von Wärmemengen, die beim Verbrennen von Nährstoffen
im Kalorimeter frei werden. Man unterscheidet direkte
und indirekte Kalorimetrie.
Direkte Kalorimetrie
Alle Energieformen, auch die chemische Energie der Nährstoffe, können
in Wärme umgewandelt werden. Sie wird an die Umwelt abgegeben. Mit
Kalorimetern
kann diese Wärmemenge gemessen werden. Das erste Eiskalorimeter konstruierten
ANTOINE LAURENT LAVOISIER (1743-1794) und PIERRE SIMON DE LAPLACE
(1749-1827) im Jahr 1780. Damit wurde der Energieumsatz kleinerer
Tiere gemessen.
Die moderneren Verbrennungskalorimeter werden in der Chemie bei der Bestimmung
der physikalischen Brennwerte reiner Nährstoffe genutzt.
Dazu wird in der kalorimetrischen Bombe 1 g der zu untersuchenden Substanz
durch elektrische Zündung verbrannt. Die gemessene Wärmemenge
in Joule entspricht dem physikalischen Brennwert.
Unter den physiologischen Bedingungen der Zellatmung erhält man den
physiologischen Brennwert. Bei Kohlenhydraten
und Fetten entspricht der physiologische dem physikalischen Brennwert.
Bei Proteinen ist er geringer, weil Proteine nicht nur zu CO2 und H2O
abgebaut, sondern auch zu Harnstoff umgewandelt werden. Harnstoff
enthält aber im Vergleich zu den vollständigen Oxidationsprodukten
noch Energie.
| Vergleich physikalischer und physiologischer Brennwerte | |||
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Kohlenhydrate
|
Fette
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Proteine
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| physikalischer Brennwert | 17 ![]() |
39 ![]() |
24 ![]() |
| physiologischer Brennwert | 17 ![]() |
39 ![]() |
17 ![]() |
Diese Energiemenge wird als kalorisches Äquivalent bezeichnet. Für die Oxidation von Glucose beträgt der Wert 21 kJ je Liter Sauerstoff. Bei reiner Kohlenhydraternährung ergibt sich die Energiemenge durch Multiplikation des Wertes mit der Menge des aufgenommenen Sauerstoffs.
Da die Nahrung aber aus einem Gemisch verschiedener Nährstoffe besteht, wird bei der Ermittlung der Energiemenge der respiratorische Quotient verwendet. Er ergibt sich aus dem Verhältnis von abgegebener CO2- zur aufgenommenen O2-Menge und beträgt bei Pflanzenfressern 1,0, bei Fleischfressern 0,75 und beim normal ernährten Menschen 0,9.
Grundumsatz und Leistungsumsatz
Die niedrigste Stoffwechselrate wird gemessen, wenn der Körper entspannt
ist und sich in völliger Ruhe befindet, sodass nur die wichtigsten
Lebensvorgänge wie Atmung, Herzschlag und Hirntätigkeit Energie
beanspruchen. Diese Stoffwechselrate wird als Ruhestoffwechsel oder Grundumsatz
bezeichnet. Der Wert ist für die medizinische Diagnose von Bedeutung.
Beim erwachsenen Mann beträgt er etwa 4,2 kJ pro kg Körpergewicht
und Stunde. Je nach Gewicht ergibt sich daraus der tägliche Verbrauch.
Maximale Stoffwechselraten entstehen bei körperlichen Höchstleistungen,
z. B. bei Leistungssportlern. Dieser Wert wird als Leistungsumsatz
bezeichnet. Der maximal erreichbare Wert liegt beim Menschen etwa bei
30 000 kJ pro Tag. Damit ist die Aufnahmefähigkeit des Verdauungssystems
erschöpft.