
Atombau
Chemische Elemente sind aus jeweils einer Atomart aufgebaut. Atome
bestehen aus einem Atomkern und einer Atomhülle. Im Atomkern befinden
sich eine für jede Atomart charakteristische Anzahl positiv geladener
Protonen und eine Anzahl von Neutronen. Der Atomkern ist von einer Atomhülle
aus negativ geladenen Elektronen umgeben. Ihre Gesamtzahl ist gleich der
Zahl der Protonen.
Der Bau der Atome bestimmt die Stellung des Elements im Periodensystem
der Elemente. Daher kann man dem
Periodensystem Informationen zum Atombau entnehmen. Das Periodensystem wurde
1869 von dem russischen Chemiker DMITRIJ MENDELEEV (1834-1907) und
vom deutschen Chemiker LOTHAR MEYER (1830-1895) unabhängig voneinander
aufgestellt.
Die Atommasse wird durch die Masse des Kerns bestimmt. Sie setzt sich aus der Summe der Masse der Nucleonen (Protonen und Neutronen) zusammen, wobei die Atome eines Elements zwar immer die gleiche Anzahl von Protonen aufweisen, sich jedoch durch die Zahl der Neutronen unterscheiden können. Atome eines Elements mit unterschiedlicher Anzahl an Neutronen im Atomkern bezeichnet man als Isotope.

Da viele Isotope im Laufe der Zeit unter Abgabe von radioaktiver Strahlung
zerfallen, kann ihr Anteil in einer Substanz zur geologischen oder archäologischen
Altersbestimmung genutzt werden.
In biologischen Versuchen können sie zur Markierung (Tracer) eingesetzt
werden.
In der Biologie spielt das Element Kohlenstoff eine herausragende Rolle. Von besonderer Bedeutung ist dabei, dass Kohlenstoffatome vier Außenelektronen aufweisen. Der Bau des Kohlenstoffatoms erlaubt Bindungen mit vielen anderen Atomen.
Bindungsarten
Freie Atome existieren nur unter Extrembedingungen. Ansonsten werden Aggregate
aus Atomen, Molekülen oder Ionen gebildet. Nach der Art der Wechselwirkungen
zwischen ihnen unterscheidet man verschiedene Bindungsarten.
Metallbindung
Nach dem Elektronengasmodell können die Außenelektronen der
Metallatome im Gitter austreten. Geschieht dies, werden sie frei beweglich
und bilden das sogenannte Elektronengas. Aus den Atomen werden kurzzeitig
positiv geladene Metall-Ionen. Atome und Ionen wechseln sich ständig
durch Abgabe bzw. Aufnahme von Elektronen ab. Der Zusammenhalt im Metallgitter
(Metallbindung)
beruht auf den elektrostatischen Anziehungskräften zwischen frei
beweglichen Elektronen und positiv geladenen Metall-Ionen. Diese Bindungsart
spielt in der Organik kaum eine Rolle.
Ionenbindungen
Ionenbindungen werden durch
die elektrostatischen Anziehungskräfte zwischen unterschiedlich geladenen
Ionen hervorgerufen. So ist im Ionenkristall ein positiv geladenes Ion
stets von negativ geladenen Ionen umgeben und umgekehrt. Die elektrostatischen
Anziehungskräfte wirken in alle Richtungen des Raums. (Kochsalzkristalle
sind beispielsweise aus positiv geladenen Natrium-Ionen und negativ geladenen
Chlorid-Ionen im Verhältnis 1:1 zusammengesetzt, Kaliumhydroxidkristalle
aus positiv geladenen Kalium-Ionen und negativ geladenen Hydroxid-Ionen
im Verhältnis 1:1.)
Atombindungen (Elektronenpaarbindungen,
kovalente Bindung)
Zwischen verschiedenen Atomen werden gemeinsame Elektronenpaare gebildet.
Je nach der Elektronegativität (EN) der beteiligten Atome, also der
Kraft, mit der die Elektronen angezogen werden, ist die Bindung polar
oder unpolar.
Bei der unpolaren Atombindung
werden gemeinsame Elektronenpaare von beiden beteiligten Atomen gleichberechtigt
genutzt, das Molekül ist nach außen neutral (z. B. Wasserstoffmolekül
- H2). Bei der polaren Atombindung wird das Elektronenpaar stärker zu dem
elektronegativeren Partner hingezogen, wodurch Ladungsschwerpunkte ausgebildet
werden (Kohlenstoffdioxid - CO2; Wasser - H2O).
Gleichen sich die Partialladungen durch die Raumstruktur der Moleküle
nicht aus, liegen Dipolmoleküle vor (Wasser - H2O).
VAN-DER-WAALS-Kräfte
Diese zwischenmolekularen Kräfte beruhen einerseits auf der kurzzeitigen
Umverteilung von Elektronen im Molekül, die durch Annäherung
eines Dipols oder unpolarer Moleküle induziert wird (temporärer
Dipol). Die wirkenden Kräfte sind verhältnismäßig
gering. Stärkere zwischenmolekulare Anziehungskräfte wirken
andererseits zwischen permanenten Dipolen bzw. zwischen Dipolen und Ionen.
Wasserstoffbrückenbindungen
Die Ausbildung von Wasserstoffbrückenbindungen beruht auf zwischenmolekularen
Kräften. Ein gebundenes partiell positiv geladenes Wasserstoffatom
tritt in Wechselwirkung mit einem partiell negativ geladenen Atom eines
anderen Moleküls. Diese Bindungen treten u. a. zwischen Wassermolekülen
(Abbildung 4) und zwischen Ethanolmolekülen auf.