

Im Blutkreislauf zirkuliert
das Blut durch regelmäßige Herzschläge.
Die linke Herzkammer pumpt das sauerstoffreiche Blut in die Körperarterie
(Aorta). Von hier aus wird es in alle Organe verteilt. Durch Aufteilung
der Arterien bildet sich ein dichtes Netzwerk von Kapillaren
in den Organen. In Richtung der Venen
vereinigen sich die Kapillaren wieder zu größeren Gefäßen.
Das Blut wird über die Körpervene
(untere und obere Hohlvene) zum Herzen in die rechte Vorkammer und dann
in die rechte Herzkammer transportiert. Von dort wird das sauerstoffarme
und
-beladene
Blut über die Lungenarterie in
die Lunge gepumpt. In der Lunge findet der Gasaustausch statt. Das sauerstoffreiche
Blut gelangt über die Lungenvene
in die linke Herzvorkammer und von dort in die Herzkammer.
Gasaustausch in Lunge und Gewebe
In der Lunge nimmt das Blut Sauerstoff
auf und gibt Kohlenstoffdioxid ab. Beides sind Diffusionsvorgänge.
Die Gase diffundieren entlang eines Konzentrationsgradienten. Beim Einatmen
gelangt Sauerstoff in die Lungenbläschen, während das Blut einen
großen Teil des Sauerstoffs in den Zellen abgeladen hat. Sauerstoff
diffundiert aus den Lungenbläschen ins Blut. Die Menge der diffundierenden
Gase wird durch den Partialdruck (P) bestimmt. Die eingeatmete Luft besteht
zu 21 % aus Sauerstoff und zu 0,04 % aus Kohlenstoffdioxid.
In Meereshöhe hat die Luft insgesamt einen Druck von 101 kPa, dies
entspricht einem Partialdruck des Sauerstoffs
von 21,28 kPa und des Kohlenstoffdioxids von 0,03 kPa (0,133 kPa = 1 mm
Hg). Blut, das die Lunge über die Lungenarterie erreicht, hat = 5,99
kPa und in den Lungenalveolen immer
noch 5,32 kPa. Deshalb diffundiert Kohlenstoffdioxid aus dem Blut in die
Lungenalveolen.
Umgekehrt ist der Partialdruck des Sauerstoffs im Blut äußerst
gering, sodass Sauerstoff von den Alveolen in die Blutkapillaren diffundiert.
Ausgeatmete Luft enthält etwa 17 % Sauerstoff und 4 % Kohlenstoffdioxid.
Das entspricht = 15,96 kPa und = 3,59 kPa.
Durch das Hämoglobin im Blut wird der Sauerstofftransport noch effizienter gestaltet, da ein großer Teil des Sauerstoffs im Blut an das Hämoglobinmolekül gebunden wird. Die Blutfarbstoffe verschiedener Tiere haben eine unterschiedliche Sauerstoffkapazität.
Die Partialdruckgradienten in den
Körperkapillaren bewirken die Abgabe von Sauerstoff an die Zellen
und die Aufnahme von Kohlenstoffdioxid ins Blut. Ändern sich die
äußeren Druckverhältnisse z. B. bei Bergsteigen in extrem
großen Höhen oder beim Tauchen, ist eine Anpassung nur in bestimmten
Grenzen möglich.
| Organismus | Blutpigment | ml
pro 100 ml Blut |
| Weinbergschnecke | Hämocyanin | 1,15 -15,7 |
| Frosch | Hämoglobin | 9,8 |
| Taube/Mensch | Hämoglobin | 20 |
gelangt aus den Zellen ins Blut. 7 % der Menge werden in gelöster
Form im Blutplasma transportiert. Das übrige
diffundiert aus den Körperzellen in die Erythrocyten, wird an das
Hämoglobin gebunden und so transportiert. Ein Großteil des
reagiert
in den Erythrocyten mit Wasser und bildet Kohlensäure. 
Kohlensäure dissoziert in Protonen und Hydrogencarbonat-Ionen.

Die meisten Hydrogencarbonat-Ionen diffundieren zurück ins Blutplasma
und werden so zur Lunge transportiert. Das Hämoglobin bindet die
Protonen. Dadurch bleibt der pH-Wert nahezu konstant und schwankt nur
in geringen Grenzen: 
Die Protonen werden zur Lunge transportiert. In den Lungenkapillaren gibt
das Hämoglobin die Protonen zur Bildung von Kohlensäure ins
Blutplasma ab. Es entsteht Kohlenstoffdioxid, was ausgeatmet wird. Außerdem
wird Wasser gebildet. Das Hämoglobin wird in der Lunge wieder mit
Sauerstoff beladen.
Kohlenstoffmonooxid
ist deshalb ein gefährliches Atemgift, weil es die Kontaktstellen
des Hämoglobins zu Sauerstoff dauerhaft blockiert.