

NIKOLAUS KOPERNIKUS (auch: NICOLAUS COPERNICUS) war einer der bedeutendsten Astronomen des Mittelalters und leitete mit der Ausarbeitung des heliozentrischen Weltbildes eine der größten Revolutionen in der Geschichte der Astronomie ein. KOPERNIKUS ging davon aus, dass sich nicht die Erde, sondern die Sonne im Zentrum unseres Planetensystems befindet. Das bedeutete eine völlig neue Vorstellung über den Aufbau unseres Planetensystems. Oft spricht man in diesem Zusammenhang von der "kopernikanischen Wende".
Leben und Wirken
NIKOLAUS KOPERNIKUS (Bild 1) wurde am 19. 2. 1473 in der alten Hansestadt
Thorn (Torun) geboren. Er verlor schon früh seinen Vater, sodass
sich der Bruder seiner Mutter, Lukas Watzenrode (1447-1512), um ihn und
seinen Bruder kümmerte. Watzenrode war ein hoch gebildeter Mann,
der von den Ideen des Humanismus durchdrungen war und später als
Bischof des Ermlandes eine einflussreiche Position innerhalb der Kirche
einnahm.
Um die Zukunft von NIKOLAUS KOPERNIKUS zu sichern, beabsichtigte er ihm die Stellen eine Domherrn in Frauenburg (Frombork) zu verschaffen. Dazu bedurfte es jedoch einige Voraussetzungen. So kam Kopernikus in den Genuss einer ausgezeichneten Bildung. Er studierte in Krakau, wo er auch erstmals mit astronomischen Beobachtungsproblemen in Berührung kam, und setzte seine Ausbildung dann in Bologna fort. Obwohl er dort kirchliches und weltliches Recht studierte, beschäftigte er sich weiter mit Mathematik und Astronomie. Dabei erfuhr er wohl auch von den ersten Zweifeln an der Richtigkeit des geozentrischen Weltbildes, die vor allem aufgrund seiner Kompliziertheit laut geworden waren.
Im humanistischen Denken gab es einen starken Glauben an die Einfachheit
und Harmonie in der Natur, an die Bedeutung einfacher arithmetischer und
geometrischer Regelmäßigkeiten. Solche Ideen dürften KOPERNIKUS
bei seinen Universitätsstudien nicht fremd geblieben sein.
Im Anschluss an seinen Aufenthalt in Bologna weilte KOPERNIKUS im Jahre
1500 für einige Monate in Rom und setzte dann seine Studien in Padua
fort. 1503 kam er in das Ermland zurück, um seinen Onkel bei dessen
Amtsgeschäften zu unterstützen. Für die Astronomie blieben
ihm nur die Mußestunden, denn nach dem Tode von Watzenrode stand
für KOPERNIKUS vor allem die Tätigkeit im Dienste der Kirche
im Mittelpunkt seines Wirkens.
Wissenschaftliche Leistungen
Es ist dennoch anzunehmen, dass KOPERNIKUS bereits im Jahre 1502 mit der
Ausarbeitung eines Weltbildes begann,
bei dem die Sonne das Zentrum des Universums
einnahm - des heliozentrischen Weltbildes.
In einem nur handschriftlich verbreiteten Manuskript legte Kopernikus
seine Ansichten um 1510 in einem "Kleinen Kommentar" dar, der
im Wesentlichen alle Aussagen seines späteren Hauptwerkes
- wenn auch in Kurzform und ohne ausführlichen mathematischen Apparat
- enthielt. Bild 2 zeigt eine eigenhändige Zeichnung von Kopernikus
zu seinem heliozentrischen Weltbild.
Der "Kleine Kommentar" enthält die folgenden sieben Thesen:
Von diesen ersten Gedanken ausgehend arbeitete Kopernikus fast 30 Jahre
daran, das heliozentrische Weltbild mathematisch so zu entwickeln, dass
es dem geozentrischen Weltbild des Ptolemäus in dieser Hinsicht ebenbürtig
war. Doch er musste in großem Umfange auf die "Tricks"
der griechischen Astronomie zurückgreifen, um die Bewegungen der
Himmelskörper den Beobachtungen entsprechend zu beschreiben.
Beweise für die Hypothese von der Mittelpunktstellung der Sonne hatte
KOPERNIKUS nicht. Der wichtigste Beweis hätte darin bestanden, dass
die Fixsterne infolge der Jahresbewegung der Erde um die Sonne eine periodische
Ortsveränderung gezeigt hätten, die so genannten Fixsternparallaxen.
Bild 3 zeigt, wie nach Kopernikus durch den Umlauf der Erde um die Sonne
eines scheinbare Ortsverschiebung eines
Sterns entsteht. Die Astronomen begannen mit großem Aufwand an Ideen
und Instrumenten nach diesen Ortsverschiebungen zu suchen. Und diese intensive
Arbeit wurde auch belohnt - allerdings erst knapp 300 Jahre nach dem Tod
von Kopernikus.