Biologie Abitur
Out-of-Africa-Hypothese versus Multiregionale Hypothese
Zeitliche Abfolge des Auftretens der HominidenartenOut-of-Africa-Hypothese versus Multiregionale Hypothese
Ursprung des modernen Menschen
Wenngleich die Methoden und Ergebnisse auf dem Forschungsfeld der Paläoanthropologie und Paläogenetik in den letzten Jahren einen enormen Zuwachs verzeichnen, so führte dieses Wissen nicht zur Lösung bestehender Fragen, sondern warf neue Fragen auf: Die Frage nach der Herkunft des modernen Menschen kann aufgrund der Lückenhaftigkeit von Fossilfunden nicht eindeutig beantwortet werden. Es scheint sicher, dass die Evolution der Hominiden in Afrika begann. Für die weitere Entwicklung zum modernen Menschen werden derzeit zwei Hypothesen sehr kontrovers diskutiert:

Alle heute lebenden Menschen gehören zu ein und derselben Art. Systematiker klassifizieren die Menschen sogar zur Unterart Homo sapiens sapiens.

Als Rasse bezeichnet man Populationen einer Art, die sich in ihrem Genbestand, in ihrem Aussehen, physiologischen Eigenschaften und Ansprüchen an die Umwelt von anderen Populationen dieser Art unterscheiden.

Beim Menschen hat man lange Zeit nur äußerlich sichtbare Merkmale, wie z. B. Hautfarbe, Haarstruktur, Augenform, Nasenbreite und Gesichtsform, zwecks Einteilung in verschiedene Rassen herangezogen, ohne die biologische Bedeutung zu berücksichtigen. Später versuchte man sich in einer Rasseneinteilung nach Blutgruppenmerkmalen. Anhand dieser Merkmale gliederten Wissenschaftler die Menschheit in eine Anzahl von 7 Rassen (Afrikaner, Kaukasier, Amerindianer, Südasiaten, Nordasiaten, Insulaner, Australide). Andere dagegen sprachen sich für eine Einteilung in drei Großrassen aus (Europide, Mongolide, Negride).

Durch die Analyse des menschlichen Genoms konnten genetische Unterschiede und Gemeinsamkeiten zwischen menschlichen Populationen neu bewertet werden. Die komplexe Vielfalt der Gene zwischen und innerhalb von Populationen veranlasst immer mehr Humangenetiker aufgrund unzureichender genetischer Grundlagen zu der Auffassung, von einer Einteilung der Menschen in unterschiedliche Rassen abzusehen.
Wenn überhaupt, sollte man von geografischen Gruppen bzw. typologischen Kategorien sprechen. Die Populationsdifferenzierung in Menschengruppen bzw. typologischen Kategorien wird als Ergebnis der Einwanderungen von Afrika aus ("Out-of-Africa-Hypothese") gesehen:

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mit der Besiedlung von Südostasien (vor ca. 65 000 Jahren),
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mit der Besiedlung von Australien (vor ca. 55 000 Jahren),
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mit der Besiedlung von Europa (vor etwas 40 000 Jahren),
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mit der Besiedlung von Amerika (vor ca. 20 000 bis 30 000 Jahren).

Chromosomenzahl, Schwangerschaftsdauer, viele Verhaltensweisen, Bau und Funktion von Sinnesorganen, Gehirn, Skelett und Muskulatur sind bei den Menschen dieser verschiedenen geografischen Gruppen identisch. Die Merkmale jedoch, die innerhalb dieser Gruppen variieren, wie z. B. Hautfarbe, Haarstruktur oder Augenform, wurden vermutlich eher durch Klimabedingungen und Umweltfaktoren selektiert. Alle Unterschiede in der "Zivilisationshöhe" haben gesellschaftliche Ursachen und entbehren jeglicher biologischer Grundlage. Somit berechtigen die Unterschiede zwischen den Menschen verschiedener Gruppen in keiner Weise zu einer Bewertung im Sinne von "hoch- oder minderwertigen Rassen" mit ihren antihumanen Folgen. Sie sind deshalb konsequent abzulehnen und scharf zu verurteilen. Außerdem ist eine immer stärkere Durchmischung der verschiedenen Menschengruppen und ihrer Kulturen zu beobachten, sodass eine geografische Zuordnung der Menschen immer schwieriger wird.
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