Phosphofructokinase regelt als allosterisches Enzym die ADP/ATP-Produktion
Phosphofructokinase
ist ein
allosterisches Enzym
und regelt die ATP-Produktion.
Wenn die Zellatmung im Organismus ungehemmt ablaufen könnte, würde
sie erst zum Stillstand kommen, wenn alle Vorräte aufgebraucht sind.
Deshalb regeln sogenannte
Schlüsselenzyme
an bestimmten Kontrollpunkten die Reaktionen. Schlüsselenzyme bezeichnen Enzyme, die an speziellen Positionen (Schlüsselpositionen)
des Stoffwechsels stehen oder eine herausragende Funktion im Stoffwechsel
einnehmen. Schlüsselenzyme können, müssen aber nicht gleichzeitig
geschwindigkeitsbestimmende Schrittmacherenzyme sein oder einer regulatorischen
Kontrolle der Enzymaktivität unterliegen.
Die Aktivität der Schlüsselenzyme wird allosterisch geregelt.
Das bedeutet, dass sich die räumliche Struktur des Enzyms derart verändert,
dass das Substrat nicht mehr an das Enzym angelagert werden kann. Auf diese
Weise wird die richtige Geschwindigkeit der Prozesse und die notwendige
Menge der Reaktionsprodukte erreicht und Chaos vermieden.
Das wichtigste Enzym beim Glucoseabbau
ist die Phosphofructokinase. Dieses Enzym überträgt unter Beteiligung
von ATP eine Phosphatgruppe auf Fructose-6-phosphat, das damit zu Fructose
- 1,6-diphosphat wird. Erst wenn dieses Stoffwechselprodukt vorliegt,
kann Glucose zum Zweck der Energiebereitstellung in der Zelle abgebaut
werden. Die Bedeutung des Enzyms liegt damit in der Regulierung
der Energiemenge, die einer Zelle zur Verfügung steht.
Wenn eine Zelle viel Energie hergestellt hat, liegt folglich viel ATP
vor. Wenn viel ATP vorhanden ist, ist ein weiterer Glucoseabbau nicht
notwendig. Das Enzym Phosphofructokinase kann jetzt also in seiner Aktivität
gehemmt werden. Dieses geschieht durch einen Inhibitor (Hemmer). Der Inhibitor
ist in diesem Fall ATP, also das Produkt der Reaktion. ATP ist anders
gebaut als das Substrat der Phosphofructokinase und bindet deshalb an
das allosterische Zentrum des Enzyms. Es liegt also eine allosterische
Hemmung vor.
Phosphofructokinase
ist somit eines der Schlüsselenzyme in der Zellatmung. Während
der Glykolyse wandelt es Fructose-6-phosphat in Fructose-1,6-diphosphat
um. Seine Aktivität wird durch hohe Citrat- und ATP-Konzentration gehemmt
und durch ADP wieder aktiviert.
Wenn bei den Reaktionen der Zellatmung die ATP- und Citratproduktion ansteigt,
wirken beide Stoffe als Inhibitoren (Hemmer) auf das Enzym Phosphofructokinase.
Seine Gestalt wird so verändert, dass das Substrat Fructose-6-phosphat
nicht mehr angelagert werden kann.
Sinkt die ATP- und Citratproduktion, weil das Enzym gehemmt ist, steigt
die Konzentration der ADP-Moleküle. ADP bindet an das aktive Zentrum
der Phosphofructokinase und verändert die Gestalt des Enzymmoleküls
so, dass Fructose-6-phosphat als Substrat wieder gebunden und in Fructose-1,6-diphosphat
umgewandelt werden kann.