Biologie Abitur
Sonderstellung des Menschen?
Stammbaum der PrimatenEvolution der Menschenaffen

Die Sonderstellung des Menschen – eine überholte Vorstellung?
Die meisten Anhänger unseres Kulturkreises sehen im Menschen ein Wesen, das sich grundlegend von den Tieren unterscheidet, dem aufgrund seiner außergewöhnlichen Fähigkeiten eine Sonderstellung im gesamten Tierreich zusteht. Aber die angeblich menschenspezifischen geistigen Fähigkeiten, wie z. B. Vernunft, Bewusstsein, Werkzeuggebrauch, Sprache und Kultur, werden von der heutigen Verhaltensforschung in ihrer Ausschließlichkeit infrage gestellt. Viele Tierarten sind ebenfalls in der Lage ein Problem gedanklich zu erfassen und einen entsprechenden Lösungsweg zu planen. Wenn sich dieser Prozess losgelöst vom Lernvorgang in deren Vorstellung ereignet, spricht man von kognitivem Lernen.

Vor allem die nichtmenschlichen Primaten, aber auch andere Tiere weisen vergleichbare Fähigkeiten auf:

Der Bonobo KANZI hat durch Zusehen, Verstehen und Nachahmen eine künstliche Sprache erlernt, die sich aus Symbolen zusammensetzte, die er mithilfe einer Tastatur oder Bildtafeln bedienen konnte.

Werden Informationen durch Lernen oder Lehren innerhalb einer Population weitergegeben und erfolgreich gespeichert, kann man diesen Vorgang als Kultur bezeichnen. Werden diese Informationen auch an die nächste Generation weitergegeben, spricht man auch von Traditionsbildungen.

Ein bekanntes Beispiel dafür sind die Kartoffeln und Weizen waschenden Rotgesichtsmakaken von der japanischen Insel Koshima. Sandige Kartoffeln wurden dadurch sauber und schmackhafter (Salzwasser), der Weizen schwamm an der Oberfläche, während der Sand in die Tiefe sank, und war somit leichter aufzunehmen. Ein heranwachsendes Weibchen machte diese Entdeckungen und gab sie an ihre Mutter, nahe weibliche Verwandte und andere Gleichaltrige weiter. Diese wiederum gaben die erlernte Fähigkeit an ihre Kinder weiter.

Will man die Ursachen menschlichen Verhaltens und der menschlichen Kultur verstehen, so bietet das menschliche Gehirn als leistungsfähigerer Informationsspeicher sicher einen Erklärungsansatz. Außerdem ist es dem Menschen gelungen, sich durch die Erfindung von Schrift, Schallplatte, Tonband und vom Computer weitere Informationsspeicher zu schaffen, die ihm eine neue Dimension der Weitergabe von Informationen ermöglichten. Viele Arten zeigen Höchstleistungen. Der Mensch zeichnet sich aber durch seine komplexe Sprache und sein Abstraktionsvermögen aus, die die Voraussetzung für die Kulturevolution bilden.

Folgende biologische Merkmale des Menschen waren der Motor für seine kulturelle Evolution:

Man kann die kulturelle Evolution in folgende Stadien einteilen:

  1. Beginn mit den Nomaden, die vor 2 Mio. Jahren in der afrikanischen Savanne jagten und Nahrung sammelten. Werkzeuge wurden hergestellt, gemeinschaftliche Aktivitäten organisiert, und eine Arbeitsteilung fand statt.

  2. Die Entwicklung der Landwirtschaft in Afrika, Eurasien und Amerika vor ca. 10000 bis 15000 Jahren brachte dauerhafte Ansiedlungen und die ersten Städte wurden gegründet.

  3. Die industrielle Revolution begann im 18. Jh. als Folge der Aufklärung. Entscheidend war die Erfindung von Wärmekraftmaschinen (Dampfmaschine, Elektromotor, Benzinmotor usw.). Vom ersten Flug der Gebrüder WRIGHT bis zur Mondlandung NEIL ARMSTRONGS verging weniger als ein Menschenalter. Kennzeichen der Kulturellen Evolution ist, dass sie sich kaum auf genetischem Niveau abgespielt hat. Die Fähigkeit, Computer zu konstruieren, ist nicht in unseren Genen verankert, sondern das angesammelte Ergebnis von vielen Generationen menschlicher Erfahrung, die durch Bücher, Lehrer und Eltern weitergegeben wurde.

Die Erweiterung unseres Gehirns machte uns zu einer Organismenart, die in der Lage ist,

Die Geschichte des Lebens hatte bisher einiges an Krisen zu verzeichnen, die Auswirkungen der Schaffenskraft des Homo sapiens sind von der zeitlichen Einstufung die jüngsten, vom Durchsetzungsvermögen jedoch möglicherweise auch die Verheerendsten.

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