Zu den
Urtierchen
gehören Wurzelfüßer (z. B.
Amöben),
Wimpertierchen (z. B. Pantoffeltierchen),
Geißeltierchen und
Sporentierchen.
Urtierchen vermehren sich hauptsächlich ungeschlechtlich durch Zellteilung,
seltener geschlechtlich (z. B.
Pantoffeltierchen).
Urtierchen können sich mit Scheinfüßchen,
Wimpern
oder
Geißeln fortbewegen.
Einige Urtierchen leben
parasitisch
in Mensch und Tier und rufen gefährliche Erkrankungen hervor, z. B.
Trypanosoma-Arten (Geißeltierchen). Von ihnen werden Krankheiten
wie Schlafkrankheit, Nagana und Beschälseuche verursacht.
Das Pantoffeltierchen
(Paramaecium)
Beim Mikroskopieren von Wassertropfen aus einem Heuaufguss kann
man ein einzelliges Tier entdecken, das seiner Form nach Pantoffeltierchen
genannt wird. Die gesamte Zellmembran, von der das Pantoffeltierchen umgeben
ist, trägt Wimpern. Durch das Schlagen mit den Wimpern erfolgt die
Fortbewegung der Pantoffeltierchen in ihrem Lebensraum, z. B. in
stehenden Gewässern (wie Tümpeln, Pfützen).
Zur Ernährung nehmen die Pantoffeltierchen Bakterien und Algen durch
den Zellmund auf. Im Zellplasma werden
Nahrungsvakuolen
gebildet, in denen die Nahrung verdaut wird. Dabei wandern die Nahrungsvakuolen
durch die Zelle. Die unverdaulichen Reste werden durch den Zellafter ausgeschieden.
Zur Regulierung des Wassergehalts im Zellplasma dienen pulsierende Vakuolen.
In ihnen sammelt sich überschüssiges Wasser, das durch rhythmisches
Zusammenziehen der Vakuolen nach außen abgegeben wird.
Die
ungeschlechtliche
Fortpflanzung erfolgt durch Querteilung der Mutterzelle. Nach der Teilung
der Zellkerne und der Neubildung der pulsierenden Vakuolen schnürt
sich das Zellplasma quer durch. Die neu gebildeten Zellbestandteile werden
auf die Tochterzellen verteilt.
Das Pantoffeltierchen kann sich auch geschlechtlich fortpflanzen. Zur
geschlechtlichen
Fortpflanzung legen sich zwei Pantoffeltierchen aneinander. Zwischen
ihnen bildet sich eine Plasmabrücke aus. In beiden Tieren löst
sich der Großkern auf. Durch mehrere Teilungen des kleineren Zellkerns
entstehen in jedem Pantoffeltierchen ein Wanderkern und ein Ruhekern. Über
die Plasmabrücke werden die Wanderkerne zwischen den beiden Pantoffeltierchen
ausgetauscht. Die ausgetauschten Wanderkerne verschmelzen jeweils mit dem
im Tier verbliebenen Ruhekern. Anschließend trennen sich die Pantoffeltierchen
voneinander. Jedes Pantoffeltierchen bildet einen neuen Großkern.
Diese Form der geschlechtlichen Fortpflanzung nennt man
Konjugation.
Die Amöbe
(Amoeba)
An Wasserpflanzen in Teichen oder im Schlamm stehender Gewässer
findet man die Amöbe. Man nennt diesen tierischen Einzeller auch
Wechseltierchen,
weil er seine Gestalt immer wieder verändern kann. Durch die Bildung
von Plasmafortsätzen, den Scheinfüßchen, bewegen sich die
Amöben kriechend fort. Zur Ernährung nehmen sie Bakterien, andere
Einzeller oder Pflanzenreste auf. Die Scheinfüßchen umfließen
dabei die Nahrung. Im Zellplasma bilden sich zur Verdauung der Nahrung Nahrungsvakuolen.
Die Regulierung des Wassergehalts im Zellplasma erfolgt durch die pulsierende
Vakuole. Bei der Fortpflanzung entstehen durch Zellteilung zwei Tochtertiere.
Das Pantoffeltierchen und die anderen tierischen Einzeller nehmen mit der
Nahrung organische Stoffe (Kohlenhydrate, Fette, Eiweiße) auf. Sie
ernähren sich
heterotroph. Diese
organischen Stoffe sind zum Beispiel in den Bakterien und Algen enthalten,
die das Pantoffeltierchen als Nahrung aufnimmt.