Wasser- und Ionentransport in der Sprossachse
Der Bau von Leitungsgewebe
ist bei krautigen Pflanzen und Bäumen seiner Funktion gut angepasst.
Wurzeldruck und besonders der Transpirationssog sorgen dafür, dass
das Wasser mit den Ionen durch den Spross in die Blätter transportiert
wird. Der Transport kann nur funktionieren, wenn die dünnen Wasserfäden
in den Leitungsbahnen nicht abreißen. Dies wird durch
Kohäsion
(Dipole der Wassermoleküle ziehen sich gegenseitig an) und
Adhäsion
bewirkt. In den sehr engen Kapillaren bewirken die Kräfte zwischen
den Wassermolekülen untereinander und mit den Gefäßwänden,
dass die Wasserfäden nicht abreißen. Der
Transpirationssog
wird auch als negatives Wasserpotenzial bezeichnet. Wie Messungen an verschiedenen
Pflanzenarten zeigten, nimmt dieses Potenzial mit zunehmender Entfernung
vom Boden immer negativere Werte an. Besondere Leistungen werden an das
Transportsystem der Bäume gestellt, die bis über 100 m hoch werden
können.
Die Leitungsbahnen des Xylems sind ihrer Funktion gut angepasst.
Ihr Protoplast ist abgestorben. Die ligninhaltigen Wände der Wasserleitungsbahnen
sind ring-, spiral- und netzförmig versteift, bei vielen Gehölzen
sind sie rundum verdickt und die Verbindung zu Nachbargefäßen
wird lediglich durch kleine Wandporen, sogenannte Tüpfel,
aufrechterhalten. Bedecktsamer haben weitlumigere Gefäße als
Nacktsamer. Ihre Querwände sind zum größten Teil aufgelöst.
Im Gegensatz zu den dünneren Tracheiden mit Querwänden nennt
man diese Gefäße Tracheen.
| Zusammenhang zwischen dem Durchmesser
der Tracheen und der Transportgeschwindigkeit |
| Pflanze |
Ø der Tracheen in mm |
Geschwindigkeit in m/h |
| Ahorn |
30 - 110 |
2,4 |
| Birke |
30 -130 |
1,6 |
| Hainbuche |
16 - 18 |
1,25 |
| Linde |
25 - 90 |
3,43 |
| Lianen |
bis 700 |
bis zu 150,0 |