



Eigenschaften
von Aluminium
Aluminium ist ein außergewöhnlich
vielseitig verwendbarer Werkstoff und nach Eisen heute das meistgenutzte
Gebrauchsmetall. Ursache dafür ist sein außergewöhnliches
Eigenschaftsspektrum:
Anwendungsspektrum
Aluminium findet in nahezu allen Gebieten der Technik und des täglichen
Lebens Anwendung.
Der größte Teil geht in die Märkte Verkehr, Bau und Verpackung.
Sein geringes Gewicht überzeugt vor allem im Verkehrssektor wo es gilt Treibstoff bzw. Energie zu sparen - ob als Motorblock oder Zylinderkopf im Pkw, als Fahrwerksgestell, als ICE-Mittelwagen oder im Flugzeugbau (Bild 2). Beim Airbus A 340 sind zwei Drittel der verbauten Materialien aus Aluminium. Dadurch wiegt er "nur" etwa 90 000 kg.
Im Bauwesen ist die Langlebigkeit und Wartungsfreiheit von Fenstern, Fassaden und Dächern aus Aluminium gefragt. Seit über 100 Jahren glänzt die Dachkuppe der römischen Kirche San Gioacchino, die aus Aluminiumprofilen gefertigt wurde.
In der Verpackung schützt Aluminium
aufgrund seiner Barriereeigenschaft Lebensmittel und Pharmazeutika. Selbst
als hauchdünne Folie (Bild 1) wirkt es schützend gegen Licht,
Gas, Dampf und Keime.
Seine gute Leitfähigkeit macht es für die Elektrotechnik interessant.
Rucksacktouristen schätzen die Leichtigkeit verschiedener Gestelle
aus Aluminium. Alutöpfe sind gute Wärmeleiter, Alu-Räder
erhöhen den Freizeitspaß genauso wie Kickbords oder Skooter.
Viele Design- und Gebrauchsobjekte bestehen aus Alu.
Das Spektrum lässt sich fast unbegrenzt erweitern.
Eloxalverfahren
Das unedle Metall überzieht sich bereits an der Luft mit einer dünnen
durchsichtigen Oxidschicht (bis zu 0,003 mm), die das darunter liegende
Metall vor weiterer Korrosion schützt. (Passivierung) Diese Schicht
wird technisch durch das elektrolytische Eloxal-Verfahren
verstärkt.

Das Werkstück aus Aluminium wird dazu in einer Elektrolyseapparatur
als Anode geschaltet, die Katode besteht aus Blei oder ebenfalls Aluminium.
Als Elektrolyt kommt meist Schwefelsäure oder Oxalsäure zum
Einsatz. An der Oberfläche des Aluminiums werden dabei
gebildet, die durch feine Poren in der natürlichen Oxidschicht in
Kontakt mit der Elektrolytlösung gelangen, wo sie dann mit Wasser
zu Aluminiumoxid reagieren. Dabei erhöht sich die Dicke der Oxidschicht
um den Faktor 10 auf ca. 0,03 mm.
Einfluss des Elektrolyten auf die
Oberflächenstruktur
Die Oberflächenstruktur
hängt von der Art des Elektrolyten ab.
Verwendet man Schwefelsäure, kommt es durch die starke Säure
zur teilweisen Wiederauflösung der gebildeten Oxidschicht, die dann
im Verlauf der Elektrolyse immer wieder nachgebildet wird. Dadurch entsteht
eine Vielzahl kleiner dicht nebeneinanderliegender Poren und hat daher
eine wabenartige Struktur. Das Material bleibt stromdurchlässig.
Verwendet man die schwächere Oxalsäure, als Elektrolyt, kommt es nur in viel geringerem Maße zur Wiederauflösung der gebildeten Oxidschicht. Es entstehen daher dichtere, porenärmere Oxidschichten von großer Härte, die zudem einen hohen elektrischen Widerstand aufweisen
Mit heißem Wasserdampf kann man vorhandene Poren schließen. Dabei bilden sich Aluminiumhydroxid-Gele und die Oxidschicht wird verdichtet. Da die Schicht durchsichtig ist, bleibt der Glanz der metallischen Oberfläche erhalten und bietet sehr guten Schutz. Selbst aggressive Substanzen wie Schwefeldioxid greifen diese kaum an.
Beim Waschen mit kaltem Wasser bleibt die Porenstruktur weitgehend erhalten.
Sie kann daher gut Farbstoffe einlagern. Besonders eignen sich saure Farbstoffe,
da das beim Waschen mit kaltem Wasser zum Teil gebildete Aluminiumhydroxid,
saure organische Farbstoff unter Komplexbildung gut binden kann.
Energiebedarf zur Aluminiumherstellung
und Recycling
Der Energiebedarf für die Herstellung von Aluminium durch Schmelzfluss-Elektrolyse
(Bild 5) ist extrem hoch. Allein für den Elektrolyseprozess benötigt
man 13 - 15 MWh je Tonne Aluminium. Das entspricht etwa dem durchschnittlichen
Jahresverbrauch an elektrischer Energie von 5 - 10 Haushalten. In Deutschland
werden 2 - 3% der gesamten elektrischen Energie allein für die Aluminium
- Schmelzflusselektrolyse eingesetzt. Daher wird Aluminium weltweit in
großem Umfang in solchen Ländern produziert, wo elektrische
Energie preiswert durch Wasserkraft erzeugt werden kann (z. B. Norwegen,
Südamerika).
Rechnet man noch den Energiebedarf zur Herstellung des Aluminiumoxids
aus Bauxit in Form von elektrischer und thermischer Energie hinzu, so
ergibt daraus sich ein Gesamtenergieverbrauch von rund 40 MWh je Tonne
Aluminium. Der Gesamtenergiebedarf zur Herstellung von 1 Tonne Glas beträgt
dagegen nur etwa 3 MWh!
Recycling - Sekundäraluminium
Sekundäraluminium
ist die Bezeichnung für Aluminium, das im Gegensatz zu dem durch
Schmelzflusselektrolyse gewonnenem Primäraluminium (Hüttenaluminium)
durch Umschmelzen von Aluminiumschrott
gewonnen wird.
Prinzipiell kann man Aluminium sehr gut recyclen. Aluminiumschrott aus
industriellen Anwendungen (Automobilindustrie, Elektroindustrie, Bauwesen),
Haushalten (Getränkeverpackung) oder Produktionsabfälle (Drehspäne,
Stanzabfälle) werden zur Verhinderung der Oxydation durch Luftsauerstoff
in einer chloridhaltigen Salzschmelze zu Sekundäraluminium mit einer
Reinheit von 96 - 98% bei 670 - 680°C eingeschmolzen. Nach weiterer
Reinigung unterscheidet es sich in seiner Qualität nicht vom Primärmaterial.