




ersetzt.Die Verbindungen tragen im Namen den Wortteil
-amin. Man unterscheidet je nach Art der organischen Reste am Stickstoff
zwischen aliphatischen oder aromatischen Aminen. Je nach Anzahl der Reste
am Stickstoffatom unterteilt man in primäre, sekundäre bzw. tertiäre
Amine (Bild 2).
Die kettenförmigen, aliphatischen Amine sind bei Zimmertemperatur gasförmige
oder flüssige Verbindungen. Sie haben einen fischartigen, dem Ammoniak
ähnlichen Geruch. Sie sind gut wasserlöslich, wobei mit steigender
Kettenlänge die Wasserlöslichkeit abnimmt.
Aromatische Amine besitzen eine hohe Toxizität und werden durch die
Haut schnell aufgenommen. Der Grundkörper der aromatischen Amine ist
das Aminobenzen (Anilin).
Reaktion mit Wasser
An das freie Elektronenpaar der Amino-Gruppe lagern sich sehr leicht Protonen
an, d. h. die Amine reagieren in wässrigen Lösungen basisch.
Auch gegenüber anderen Reaktionspartnern verhalten sich Amine wie Basen. Mit Säuren bilden Amine Ammoniumsalze.

Wichtige Amine
Das Aminomethan (Methylamin)
ist der einfachste Vertreter der Amine (Bild 3). Es handelt sich um ein
brennbares, farbloses Gas, das in verdünnter Form nach Fisch riecht.
Es bildet mit Luft explosive Gemische. Die Zündtemperatur beträgt
430 °C. Das Gas ist in Wasser und Ethanol gut löslich, reagiert
basisch und reizt Atemwege, Haut und Augen bei längerem Kontakt oder
in höheren Konzentrationen.
Methylamin wird in der chemischen Industrie oder im Labor oft als Überträger
von Aminogruppen benutzt. Auch als Neutralisationsmittel und in der Gerberei
wird es eingesetzt.
Das 1,2-Diaminoethan (Ethylendiamin)
ist eine farblose, nach Ammoniak riechende, stark alkalische Flüssigkeit.
Sie ist löslich in Wasser und Ethanol. Ihre Dämpfe reizen die
Atemwege und Augen. Bei Kontakt mit dem flüssigen Diaminoethan kommt
es teilweise zu schweren Verätzungen unter Blasenbildung an Haut
und Augen.
Verwendet wird dieses Amin u.a. als Stabilisator, Lösemittel und
organischer Säureneutralisator. Außerdem wird es zur Synthese
von Kunstharzen, Arzneimitteln und als Schädlingsbekämpfungsmittel
genutzt.
Das 1,6-Diaminohexan (Hexamethylendiamin) ist ein wichtiger Rohstoff für die Herstellung von Polyamiden. Durch Polykondensation von 1,6-Diaminohexan mit Hexandisäure erhält man das Polyamid 6,6, das besser unter der Handelsbezeichnung Nylon bekannt ist.
Das Aminobenzen ist ein aromatisches
Amin, das eher unter der Bezeichnung Anilin bekannt ist. Es handelt sich
um eine farblose bis rotbraune, ölige Flüssigkeit. In Wasser
löst es sich mäßig, in organischen Lösemitteln, wie
z. B. Ethanol und Ether, ist es leicht löslich. Das Anilin ist ein
starkes Blutgift, da es den Blutfarbstoff (Hämoglobin) und somit
die roten Blutkörperchen zerstört. Es ruft Lähmungen hervor
und führt bei höheren aufgenommenen Mengen zum Tod durch Herzstillstand.
Anilin ist krebserregend.
Anilin ist das wichtigste aromatische Amin und dient als Ausgangsstoff
zur Farbenherstellung. Es wird auch für die Produktion von Lösungsmitteln
sowie bei der Synthese von Pharmazeutika und Kunststoffen benötigt.
Von Diaminobenzen (Phenylendiamin C6H4(NH2)2) gibt es drei Isomere, die alle die molare Masse von 108,14 g/mol haben. Die Diaminobenzene sind Blutgifte, die den Blutfarbstoff Hämoglobin zerstören und so auch die roten Blutkörperchen. Weiterhin sind Nieren- und auch Leberschäden möglich. Über die Haut und Atemwege können staubförmige Diaminobenzene aufgenommen werden, die zu sehr starken lokalen Reizungen führen können.
Das homologe Diaminotoluen wird in großen Mengen als Diamin-Komponente für die Herstellung von Polyurethanen eingesetzt.
Aminosäuren sind
organische Verbindungen mit zwei funktionellen Gruppen, der Amino-Gruppe
und der Carboxy-Gruppe
(-COOH). Dieser bifunktionelle Charakter führt dazu, dass sie sowohl
wie eine Carbonsäure als auch wie ein Amin reagieren können.
Deshalb bilden Aminosäuren miteinander Carbonsäureamide, die
man Peptide nennt. Sie sind die Grundbausteine der Eiweiße.
Biogene Amine sind Amine,
die sich im Organismus aus Aminosäuren bilden. Sie entstehen durch
Abspaltung der Carboxy-Gruppe und können wichtige Schlüsselverbindungen
in biochemischen Prozessen sein. Biogene Amine spielen z. B. bei der Informationsübertragung
im Gehirn als Neurotransmitter eine Rolle. Ihr Aufbau, ihre Entstehung
und Erscheinungsformen sind äußerst verschieden und kompliziert.