
Einwertige
Alkohole
Zu den einwertigen Alkoholen gehören kettenförmige und cyclische
(alicyclische) organische Verbindungen mit einer Hydroxylgruppe im Molekül.
(Aufgrund ihrer besonderen chemischen Reaktionen werden die Phenole im Allgemeinen
nicht zu den Alkoholen gezählt.)
Bei den einwertigen Alkoholen existieren ab dem Propanol Isomere,
die die gleiche Summenformel aufweisen, sich aber durch die Stellung der
Hydroxylgruppe im Molekül unterscheiden. Die Namensgebung hängt
mit der Lage der funktionellen Gruppe zusammen. So sitzt bei primären
Alkoholen die Hydroxylgruppe
endständig und wird durch eine 1 im Namen gekennzeichnet, z. B.
Hexan-1-ol. Bei sekundären Alkoholen liegt eine mittelständige
Hydroxylgruppe vor (einfachster Vertreter: Propan-2-ol) und bei tertiären
Alkoholen befindet sich die Hydroxylgruppe an der Verzweigungsstelle einer
Kohlenstoffkette (z. B. 2-Methylpropan-2-ol).
Die Eigenschaften der Alkohole werden durch die Hydroxylgruppe, mit steigender Kettenlänge aber auch in zunehmendem Maße durch den bzw. die Molekülreste bestimmt. Die Tendenz der Eigenschaftsänderungen erfolgt in charakteristischer Weise. Im Allgemeinen ändern sich die meisten Eigenschaften immer weniger, je länger die Kohlenstoffkette wird. So kann man bei den Alkoholen beispielsweise ab den Hexanolen Verallgemeinerungen treffen, die sowohl für die meisten Hexanole als auch für die folgenden Alkohole, wie die Heptanole, Octanole usw. zutreffen.
Bei den folgenden Beispielen werden Alkanole, also einwertige Akohole, die sich von den Alkanen ableiten, betrachtet.
Propanole 
Bei den Propanolen
gibt es zwei mögliche Strukturen:
Propan-1-ol (Propylalkohol) und Propan-2-ol (Isopropylalkohol).

Es sind farblose, mit Wasser, Ethanol und Ether mischbare, brennbare Flüssigkeiten, die bei der Reaktion mit Alkalimetallen wie Natrium unter Abgabe des Wasserstoffatoms der Hydroxylgruppe die Propanolate bilden.
Stoffdaten:
| Stoff | Schmelz-temperatur (°C) | Siede-temperatur (°C) | Dichte, 25 °C (g/cm3) | Gewinnung |
| Propan-1-ol | -126 | 97,2 | 0,799 | u. a. durch katalytische Oxidation von Propan |
| Propan-2-ol (Isopropanol) | -88 | 82,3 | 0,781 | katalytische Addition von Wasser an Propen |
Die physiologische Wirkung beider Alkohole ist ähnlich der von Ethanol mit Betäubung und Atemlähmung bei hohen Konzentrationen.
Die größere technische Bedeutung hat Propan-2-ol. Es wird z. B. als Lösungs- und Frostschutzmittel verwendet. Durch katalytische Dehydrierung gewinnt man daraus Aceton.
Butanole
Bei den Butanolen gibt es vier mögliche Strukturen:
Butan-1-ol (primärer Butylalkohol),

2-Methylpropan-1-ol (Isobutylalkohol, primärer Alkohol),
Butan-2-ol (sekundärer Butylalkohol)
und 2-Methylpropan-2-ol (tertiärer Butylalkohol).
Es existieren also vier mögliche Isomere: zwei primäre und je ein sekundärer sowie ein tertiärer Alkohol. In Wasser sind sie mäßig, in vielen organischen Lösungsmitteln gut löslich. Dies ist durch die steigende Kettenlänge und den dadurch zunehmenden lipophilen (fettfreundlichen) Charakter der höheren Alkohole begründet. Ob als Flüssigkeiten oder Dämpfe, die Butanole reizen sowohl Augen und Atemwege, als auch die Haut und Mundschleimhaut. In höheren Konzentrationen wirken vor allem die Dämpfe narkotisch. Der MAK-Wert (Maximale Arbeitsplatz-Konzentration) beträgt 100 ppm.
| Stoff | Dichte in ![]() |
Schmelztemperatur | Siedetemperatur |
| Butan-1-ol | 0,813 | -90 °C | 118 °C |
| 2-Methylpropan-1-ol | 0,806 | -108 °C | 108 °C |
| Butan-2-ol | 0,811 | -115 °C | 100 °C |
| 2-Methylpropan-2-ol | 0,776 | 25,6 °C | 82,5°C |
Die primären Alkohole Butyl- und Isobutylalkohol werden in erster
Linie zur Herstellung von Lösungsmitteln, Ethern, Estern und Lacken
verwendet. Die Ether und Ester sind wichtige Bestandteile der Parfümindustrie
(ebenfalls in der Aromen- und Riechstoffindustrie), wo sie vor allem als
Lösungsmittel, Duftstoffe und Weichmacher dienen.
Das Butan-2-ol ist der wichtigste Ausgangsstoff bei der Produktion von
Butan-2-on. Er findet zusätzlich Einsatz in Mischlösungsmitteln,
Abbeizmitteln, Bremsflüssigkeiten und ebenfalls in begrenzten Mengen
in der Parfümindustrie.
Der tertiäre Butylalkohol dient als Treibstoffzusatz und Lösungsmittel.
Pentanole
Bei den Pentanolen
(auch als Amylalkohole bekannt) gibt es acht mögliche Strukturen,
die sich grob in die Methylbutanole (vier Isomere), "Pentanole"
(drei) und Dimethylpropanol (nur eine Möglichkeit) untergliedern
lassen:
Pentan-1-ol:
farblose, brennbare, klare Flüssigkeit, Schmelztemperatur -79 °C,
Siedetemperatur 138 °C; Lösungsmittel, Rohstoff in der Pharmaindustrie
Pentan-2-ol:
farblose, brennbare, klare Flüssigkeit, Schmelztemperatur -50 °C,
Siedetemperatur 119 °C; Lösungsmittel (in Farben und Lacken)
Pentan-3-ol:
brennbare, farblose Flüssigkeit, Schmelztemperatur
-8 °C, Siedetemperatur 116 °C; Lösungsmittel
Methylbutanole:
(Sammelname der einfach verzweigten Pentanole)
3-Methylbutan-1-ol, 3-Methylbutan-2-ol, 2-Methylbutan-2-ol und
2-Methylbutan-1-ol sind Flüssigkeiten.
2,2-Dimethylpropan-1-ol: Schmelztemperatur 53 °C, Siedetemperatur 114 °C
Im Gegensatz zu Propanol und Butanol lösen sie sich zunehmend schlechter in Wasser, dafür besser in organischen Lösungsmitteln.
Pentanole werden als Nebenprodukte bei der alkoholischen Gärung gebildet (sogenannte Fuselöle). Da sie unter anderem starke Kopfschmerzen verursachen, müssen sie beim "Brennen", also bei der destillativen Aufkonzentrierung des Alkohols, abgetrennt werden.
Die homologe Reihe der Alkanole
Viele der nachfolgenden genannten Eigenschaften lassen sich zwar auf viele
Alkohole mit aufsteigender Kohlenstoffatomanzahl anwenden, jedoch nicht
auf alle. Will man allgemein gültige Aussagen treffen, darf man deshalb
genaugenommen nur die Alkohole betrachten, die gleiche Strukturmerkmale
aufweisen, also beispielsweise kettenförmige, unverzweigte und gesättigte
Alkohole, die die Hydroxylgruppe an einem endständigen Kohlenstoffatom
besitzen. Dabei handelt es sich um ein besondere Gruppe innerhalb der Alkanole. Für diese homologe Reihe
der Alkanole gelten die folgenden Verallgemeinerungen ohne Ausnahme.
Allgemeine Summenformel: 
Löslichkeit in Wasser: nimmt mit Zunahme der Kettenlänge ab
Löslichkeit in organischen Lösungsmitteln: nimmt mit der Kettenlänge
zu
Schmelztemperatur: steigt; bis zu hohen Kohlenstoffatomzahlen flüssig
Siedetemperatur: steigt ebenfalls mit zunehmender Kettenlänge an
Aggregatzustand: bis zum einschließlich 12. Alkanol der homologen
Reihe Flüssigkeiten, die mit zunehmender Kettenlänge einen "fettigen"
Charakter annehmen, ab dem 13. Alkanol liegen kristallartige Feststoffe
vor
Giftigkeit: Alle giftig! Ethanol verträgt der Körper in verdünnten Lösungen und bei geringen Mengen jedoch recht gut. Die Alkanole können sowohl als Flüssigkeiten als auch als Dämpfe aufgenommen werden. Besonders gefährdet sind die Augen.
Die chemischen Eigenschaften werden durch die Hydroxylgruppe und den
Alkylrest bestimmt. Alkanole können oxidiert werden. Aufgrund der
endständigen Hydroxylgruppe entstehen bei der
Oxidation im ersten Schritt Alkanale, dann Alkansäuren.
Typisch ist für die Alkanole ihre Reaktion
mit Alkalimetallen, bei denen
Alkanolate und Wasserstoff gebildet werden. Im interaktiven Diagramm sind
die unterschiedlichen Reaktionszeiten verschiedener Alkanole mit der gleichen
Masse an Natrium dargestellt.
Alkanole reagieren mit der Carboxylgruppe von Carbonsäuren unter
Abspaltung von Wasser reagieren zu Carbonsäureestern.
Auch wenn das typische chemische Eigenschaften aller Glieder der homologen
Reihe sind, gibt es infolge der zunehmenden Kettenlänge auch hier
Abstufungen: