um 250 000 v. Chr.
Der Steinzeitmensch entdeckte die Kunst
des Feuermachens durch Umwandlung von Arbeit in Wärme nach dem
Prinzip des Energieerhaltungssatzes. Hauptsächlich Holzfeuer wurden
zur Heizung und Beleuchtung der Behausungen der Menschen sowie zur Nahrungszubereitung
genutzt. Feuersteine, z. B. auf Quarz- oder Pyritbasis, waren wertvolle
Werkzeuge und Tauschgegenstände. Die Beherrschung der exothermen
Verbrennungsprozesse wurde durch vielfältige praktische Erfahrungen
und neue Erfindungen (z. B. Feuerzeuge) im Laufe der Jahrhunderte
immer weiter verbessert.
um 31 000 v. Chr.
Die Verwendung von Pigmenten ist schon für die prähistorische
Zeit nachgewiesen. Für Höhlenmalereien
aus der Eiszeit (31 500 bis 15 000 v. Chr.) wurden natürliche
anorganische Pigmente wie Eisenoxid mit Ton aufgeschlemmt. Nach dem Trocknen
der wässrigen Suspension wurden die Malereien mit Fett eingerieben,
um sie haltbar zu machen.
6 000 bis 4 000 v. Chr.
Die Menschen begannen Getreide anzubauen und Vieh zu halten und wurden
zunehmend sesshaft. Erste grobe Gewebe gewann man aus Wolle und Hanf.
Das Metall Blei wurde durch einfaches Rösten von Bleiglanz (Bleisulfid)
hergestellt und erstmals als Schmuckmetall verwendet.
5 000 bis 3 500 v. Chr.
In Vorderasien waren Ton und Lehm als Baumaterialien in Gebrauch. Man nutzte
gebrannte Ziegel für den Hausbau, stellte keramische Gefäße
auf der Töpferscheibe her und schrieb erstmals in Keilschrift auf
Tontafeln. Schmuckgegenstände und Gefäße wurden aus den
Metallen Kupfer und Gold in den ersten Schmieden gefertigt.
4 000 bis 3 000 v. Chr.
Beginn der ägyptischen Kultur der Pharaonen und des Pyramidenbaus.
Kupfer war das wichtigste Gebrauchsmetall
und wurde durch Reduktion von Kupfererzen in einfachen Öfen erhalten.
Auch Blei, Silber und Gold waren bekannt. Um 3 000 v. Chr. nutzte man
bereits die alkoholische Gärung zur Bier- und Weinherstellung.
um 3 000 v. Chr.
Das Feuer wurde speziell in Ägypten und Mesopotamien zunehmend für
chemisch-technologische Prozesse genutzt, sowohl für die Metallurgie
als auch für das Brennen von Lehmziegeln und Ton, den ersten keramischen
Werkstoffen. Nach der Entdeckung des Zinns stellte man die ersten Kupfer-Zinn-Legierungen
(Bronzen)
her, die der gesamten Epoche ihren Namen geben.
In Ägypten traten die ersten Glasperlen und Glasgegenstände
auf. Die Verarbeitung von Keramiken wurde verfeinert, Tonwaren wurden glasiert
oder mit Pigmenten wie Ägyptisch Blau (Calciumkupfer(II)-silikat)
gefärbt. Andere Pigmente (Metalloxide) verwendete man zur Bemalung
von Fassaden oder zur Erzeugung roter Tinte. Schwarze Tinte mischten die
Ägypter aus Ruß, Wasser und einem gummiähnlichen Bindemittel.
Als Beschreibstoff diente Papyrus, das aus der gleichnamigen Staudenpflanze
hergestellt wurde. Die 4 Meter hohe Papyrusstaude ist eine Wasserpflanze,
die ohne Kultivierung im Nildelta gedieh. Sie lieferte auch Brennmaterial,
Nahrungsmittel (Zucker und Stärke) und Grundmaterial für Körbe,
Seile, Sandalen oder Mumienbehälter.
2 500 bis 2 000 v. Chr.
Auch in Europa stellte man die ersten Werkzeuge aus reinem Kupfer oder
Bronzen her. Je nachdem welche Rohstoffe und Erze den Handwerkern zur
Verfügung standen, enthielten sie neben Zinn noch Arsen oder
Blei als Legierungsmetall.
In Mesopotamien wurden Tierhäute mit natürlich vorkommendem
Alaun (Kaliumaluminiumsulfat) und Galläpfeln
zu Leder gegerbt.
2 000 bis 1 400 v. Chr.
In Ägypten und Mesopotamien beherrschte man die Kunst
der Glasherstellung. Durch Aufschmelzen
von Sand (Siliciumdioxid) und anderen Stoffen (Soda) erhielt man zunächst
farblose Gläser, aus denen Gefäße und Perlen geformt wurden.
Später wurden die Gläser mit Cobalt- oder Kupfersalzen gefärbt.
Soda (Natriumcarbonat) wurde auch zur Einbalsamierung der Pharaonen und
zur Seifenproduktion eingesetzt.
Textilien wurden mit natürlichen Farbstoffen
wie Purpur, Krapp (Alizarin), Indigo und Henna gefärbt.
Duftstoffe konnten in einfachen Destilliergeräten aus Kupfer
oder Glas gewonnen werden. Anorganische Pigmente wie Zinnober (Quecksilbersulfid)
oder Antimonsulfid wurden als Kosmetika verwendet. In vielen Haushalten
stellte man Salben und Arzneien nach überlieferten Rezepten hauptsächlich
aus Organen von Tieren oder auf pflanzlicher Basis her.
1 700 bis 1 200 v. Chr.
In Armenien und Anatolien gewann man ab 1700 v. Chr. Eisen aus oxidischen
Erzen (Hämatit) durch chemische
Reduktion des Eisen(III)-oxids. Auch Ägypter, Babylonier, Chinesen
und Inder nutzten das Eisen als Gebrauchsmetall, sodass Kupfer und Bronzen
an Bedeutung verloren. In Europa begann die Eisenzeit um 1200 v. Chr.
Die Ablösung des Holzpflugs durch eiserne Pflüge führte
zu einer deutlichen Ertragssteigerung des Ackerbaus. Auch die Waffentechnik
wurde durch die Verfügbarkeit von Eisen und Stahl revolutioniert.
1 200 bis 900 v. Chr.
In Ägypten verwendete man gefärbte Glasgegenstände als münzähnliche
Zahlungsmittel. Das Wissen der Ägypter wurde auf Papyrusrollen niedergeschrieben
und so verbreitet bzw. für die Nachwelt gesichert. Papyrus wurde in
andere Länder exportiert und war bis ins 8. Jahrhundert nach Christus
der wichtigste Beschreibstoff der Gelehrten.
um 1 000 v. Chr.
Die Arzneikunde gewann zunehmend
an Bedeutung. Vorwiegend wurden Heilpflanzen zur Linderung von Beschwerden
verwendet, aber auch Natron, Alaun, Arsen- und Antimonverbindungen dienten
zur Behandlung von Krankheiten. Der indische Gelehrte SUSRUTA verfasste
eine Materia medica mit 760 Heilmitteln und Arzneirezepten.
Die ägyptischen und orientalischen Technologien eroberten über
Spanien und Sizilien Europa.
700 bis 300 v. Chr.
Blütezeit Griechenlands und Begründung der Naturphilosophie
der Antike. Griechische Gelehrte versuchten, die Struktur und den Zusammenhalt
der Materie in einfacher Weise zu erklären. Sie führten dabei
die heute noch benutzten Begriffe
Element, Verbindung bzw. Atom
ein und legten damit die Grundlagen für die Alchemie. In Athen führte
man um 500 v. Chr. Silbermünzen als Zahlungsmittel ein.
500 bis 400 v. Chr.
Chinesischen Handwerkern gelang die Herstellung von "Gusseisen"
in den ersten Hochöfen. Die Entwicklung des Handels führte dazu,
dass in China ring- und spatenförmige Kupfermünzen (Käsch)
als Zahlungsmittel im Umlauf waren.
Unabhängig von den griechischen Naturphilosophen entwickelte TSOU YEN im 4. Jahrhundert v. Chr. die Lehre von Yin und Yang, zwei entgegengesetzten Prinzipien, deren Wechselwirkungen alle Veränderungen in der Natur verursachen. Daraus sollten die fünf Elemente Metall, Holz, Wasser, Feuer und Erde und aus diesen alle anderen Stoffe entstehen. Die Eigenschaften der Stoffe ergeben sich aus dem Verhältnis von Yin und Yang, die ein Stoff enthält.
um 470 v. Chr.
Nach LEUKIPP VON MILET besteht die Realität aus der Materie und dem
Leeren. Er verwendete als Erster den Begriff Atome (griech. atomos
= unteilbar) für die seiner Meinung nach nicht weiter teilbaren kleinsten
Bausteine der Materie.
um 450 v. Chr.
EMPEDOKLES begründete die Lehre von den Elementen Feuer,
Luft, Wasser und Erde die durch Liebe und Hass aufeinander wirken.
Durch einfache Mischung dieser Elemente entstehen nach EMPEDOKLES alle
Stoffe.
um 400 v. Chr.
DEMOKRIT erweiterte die Lehre
von den Atomen, indem er die Unterschiede in den Erscheinungsformen der
Materie mit der unterschiedlichen Größe und Gestalt der Atome,
aus denen die Materie besteht, erklärt.
Metallisches Quecksilber wurde aus Zinnober (HgS) durch Verreiben mit Essig
in Kupfergefäßen gewonnen und komplettiert die im Altertum
bekannten sieben elementaren Metalle (Blei, Kupfer, Silber, Gold, Zinn,
Eisen, Quecksilber). Man stellte daraus u. a. Quecksilberlegierungen
(Amalgame) her und verwendete diese als Arzneimittel oder zur Ungezieferbekämpfung.
um 340 v. Chr.
ARISTOTELES stellte einen
Zusammenhang zwischen den vier Elementen - Feuer, Luft, Erde und Wasser
- und deren stofflichen Eigenschaften her. Er nahm an, dass die Elemente
verschiedene Formen einer "Urmaterie"
sind, aus der alle Stoffe erzeugt werden können. Nach ARISTOTELES
ist eine Verbindung (griech. mixtio = Verbindung)
der Elemente keine mechanische Mischung, sondern ein neuer Stoff mit qualitativ
anderen Eigenschaften. Die Theorie der vier Elemente bildete im hellenistischen
Ägypten, in Byzanz und in Europa die theoretische Grundlage für
die viel spätere Herauslösung der Alchemie.
330 v. Chr.
Gründung von Alexandria und Errichtung des Museions (griechisches
Musenheiligtum), der größten Bibliothek des Altertums, die
bis zu 700 000 Schriften und Pergamentrollen enthalten haben soll.
305 v. Chr.
EPIKUR, ein Schüler DEMOKRITs erweiterte die Atomlehre
durch die Erkenntnis, dass Stoffe durch das Trennen oder Verbinden von
verschiedenen Atomen ineinander umgewandelt werden können.
270 v. Chr.
Im sich rasant entwickelnden römischen Reich wurde der Silberdenar
als Währung eingeführt und in weiten Teilen Europas als Zahlungsmittel
akzeptiert. Die wachsende Bedeutung des Gelds brachte auch einen neuen
Berufszweig "chemischer Handwerker" hervor: die Falschmünzer.
200 v. Chr.
In der Stadt Pergamon in Kleinasien begann man durch Beizen von Tierhäuten
mittels Kalklösung Pergament
herzustellen. Pergament ist dauerhafter und glatter als Papyrus und kann
besser beschrieben werden, sodass es nach und nach der wichtigste Beschreibstoff
wurde.