


Beschreiben ist meist eine Erkenntnistätigkeit. Beim Beschreiben wird mit sprachlichen Mitteln zusammenhängend und geordnet dargestellt, wie ein Gegenstand oder eine Erscheinung in der Natur beschaffen ist, z. B. welche Eigenschaften ein Körper besitzt, wie ein Vorgang abläuft, wie ein technisches Gerät aufgebaut ist. Dabei werden in der Regel äußerlich wahrnehmbare Eigenschaften der Erscheinung oder des Gegenstandes dargestellt.
Beispiele:
Beschreibe die Vorgänge beim Verbrennen von Magnesium
an der Luft!
Ein Magnesiumspan wird erhitzt. (Vorsicht!) Die Flamme darf nur mit einer
dunklen Schutzbrille beobachtet werden! Nach kurzer Zeit flammt das Magnesium
grell auf. Es brennt an der Luft unter sehr heller Lichterscheinung und
starker Wärmeabgabe weiter. Nach Beendigung des Vorganges bleibt
ein weißer, fester Stoff übrig.
Die Beschreibung kann durch bildliche Darstellungen wie Strukturformeln
anschaulich gemacht werden.
Beschreibe die Struktur des Ethanmoleküls!
Bild 2 zeigt die Struktur des Ethanmoleküls. Es besteht aus zwei
Kohlenstoff und sechs Wasserstoffatomen. Die Kohlenstoffatome sind über
eine Atombindung, eine
Bindung, miteinander verbunden. Außerdem bindet jedes Kohlenstoffatom
noch drei Wasserstoffatome. Es handelt sich bei Ethan um einen gesättigten
Kohlenwasserstoff.
Erklären ist eine Tätigkeit,
die eng mit Gesetzen und Modellen verbunden ist.
Beim Erklären wird die Ursache einer Erscheinung dargelegt. Dabei
wird die Erscheinung auf das Wirken von Gesetzen zurückgeführt.
Die Erklärung enthält also eine logische
Ableitung eines Sachverhaltes aus bekannten Gesetzmäßigkeiten.
Diese Wirkungsbedingungen sind die wesentlichen Seiten der Erscheinung.
Auch Modelle können zum Veranschaulichen der Erklärung herangezogen
werden.
Die Erklärung sollte zusammenhängend und geordnet formuliert werden.
Erklären darf nicht mit dem Begründen
verwechselt werden. Erklärt werden Sachverhalte (Erscheinungen, die
Wirkungsweise von Geräten), begründet werden Aussagen. Während
beim Erklären immer auf Gesetze und Modelle zurückgegriffen
wird, können Begründungen objektiv oder subjektiv sein.
Beispiel
Erkläre, warum beim Mischen von 50 ml Wasser
mit 50 ml Ethanol (umgangssprachlich Alkohol) nur 96 ml und nicht 100
ml Flüssigkeit entstehen!
Die beobachtete Erscheinung kann mit dem Teilchenmodell erklärt werden.
Die Teilchen der gemischten Stoffe sind unterschiedlich groß. Wassermoleküle
sind viel kleiner als Ethanolmoleküle. Wassermoleküle bestehen
nur aus 3 verbundenen Atomen, Ethanolmoleküle dagegen aus 9 Atomen
und sind demnach größer. Diese Darstellung berücksichtig
allerdings nicht die unterschiedliche Größe verschiedener Atome.
Stellt man sich die Teilchen insgesamt als Kugeln vor, befinden sich zwischen den Ethanolteilchen große Zwischenräume. In diese Zwischenräume können sich die kleineren Wasserteilchen einlagern. Das Volumen des Stoffgemisches ist kleiner als die rechnerische Summe der Volumina der einzelnen Flüssigkeiten. (Auch die anziehenden Kräfte zwischen den Teilchen bewirken eine Verringerung des Volumens)
In einem Modellexperiment mit Erbsen (große Teilchen) und Reis,
oder Senfkörnern (kleinere Teilchen) kann man diese Erklärung
veranschaulichen.
Es werden genau 25 ml Erbsen und 25 ml Reis abgemessen. Anschließend
mischt man beide und füllt sie erneut in einen Standzylinder.
Die kleineren Reiskörner lagern sich zwischen die Erbsen ein. Der
Raum zwischen den Erbsen wird dadurch besser ausgefüllt. Das Gesamtvolumen
des Gemischs ist deshalb kleiner als die Summe der Einzelvolumen der Menge
von Erbsen und Reiskörnern.
Beschreiben und Erklären hängen
in den Naturwissenschaften untrennbar zusammen. So ist das Beschreiben
des Aufbaus und das Erklären der
Wirkungsweise technischer Geräte und Anlagen eine für
die Chemie charakteristische Tätigkeit. Dabei geht es einerseits
um die Darstellung der für die Wirkungsweise
wesentlichen Teile, andererseits um das Zurückführen der Wirkungsweise
auf physikalische Gesetze, deren Wirkungsbedingungen im Aufbau realisiert
sind.
Beim Beschreiben des Aufbaus und Erklären der Wirkungsweise eines
technischen Gerätes oder einer Anlage sollte man folgendermaßen
vorgehen:
Beispiel:
In den Glaskolben wird das heterogene Gemisch der Flüssigkeiten, z. B. aus Öl und Wasser, gebracht und längere Zeit ruhig stehen gelassen. Da die Flüssigkeiten ineinander nicht gelöst sind und sie unterschiedliche Dichten haben, entmischen sich die beiden Flüssigkeiten wieder.
Der Stoff mit der größeren Dichte wandert nach unten, der
mit der geringen Dichte nach oben. So sammelt sich oben die Flüssigkeit
mit der geringeren Dichte und unten im Trichter die mit der größeren
Dichte. Bei Flüssigkeiten mit unterschiedlichen Farben kann man dies
gut beobachten. Aus dem trüben, undurchsichtigen Gemisch werden zwei
klare, durchsichtige Flüssigkeiten. Nach der Entmischung kann die
Flüssigkeit mit der größeren Dichte mittels Hahn und Glasrohr
unten am Trichter in ein anderes Gefäß abgelassen werden.