



Biologisch abbaubare Polymere müssen zwei Grundvoraussetzungen erfüllen:
Darauf basierend wurden moderne Produkte entwickelt.
Polymere auf Stärkebasis
Verpackungen und Folien aus kompostierbaren Polymeren auf Stärkebasis
konnten schon einige Marktnischen erobern, z. B. Einkaufstüten, Formteile
für Verpackungen, essbares Geschirr, Folien oder Gärtnereibedarf.
Synthese von Stärkefolien
Stärke neigt beim Eintrocknen
aus wässriger Lösung leicht zur Bildung von Filmen. Diese Tatsache
wird bei der Synthese der Stärkefolien ausgenutzt: Vermischt man
Stärke (10g) mit 100 ml Wasser und erwärmt das Gemisch für
ca. 15 min auf 100 °C, erhält man eine brüchige Folie. Durch
Zusatz von Weichmachern (z. B. Glycerin) kann man die Zug- und Reißfestigkeit
erheblich erhöhen.
Glycerin lagert sich zwischen die Stärkeketten und verringert so
die sehr starken zwischenmolekularen Wechselwirkungen (Wasserstoffbrückenbindungen).
Daraus resultiert die erhöhte Flexibilität der Folie mit Weichmacherzusatz.
Polyhydroxybutansäure (PHB)
Reine Polyhydroxybutansäure
ist sehr spröde, durch Einlagern von bis zu 20% Polyhydroxypentansäure
entsteht ein Polymer, das in seinen mechanischen und physikalischen Eigenschaften
dem Polyethylen ähnelt, in seinen chemischen Eigenschaften eher mit
Polyethylentherephthalat (PET) vergleichbar ist und dessen Eigenschaftsspektrum
aufweist.
Der unter dem Handelsnamen Biopol® produzierte Polyester kann sogar
von Bakterien auf der Basis von Hydroxyalkansäuren produziert werden.
Speziell Alcaligenes eutrophus ist in der Lage bis zu 80% seiner
Trockenmasse des Polyester in seinen Zellen zu speichern. Der Polyester
dient dem Bakterium als Nahrungsreserve. Konkret handelt es sich dabei
um ein Coploymer aus b-Polyhydroxybutansäure (Polyhydroxybuttersäure)
und b-Polyhydroxypentansäure (Polyhydroxyvaleriansäure).
Der Polyester kann sehr einfach aus den Bakterien in reiner Form gewonnen werden und als Thermoplast zu Flaschen oder Beschichtungsfolien auf Papier verarbeitet werden.
Cellophan
Schon in den 20er Jahren des letzten Jahrhunderts wurde die allseits bekannte
Cellophanfolie durch Behandlung
von Cellulose mit Natronlauge und anschließend Schwefelkohlenstoff
entwickelt. Diese Cellophanfolien sind zwar biologisch abbaubar aber keineswegs
umweltfreundlich, da bei der aufwändigen Herstellung hochgiftiger
Schwefelkohlenstoff freigesetzt wird. Zudem erfüllen die steifen,
wenig dehnbaren und leicht entflammbaren Cellophanfolien nicht die Anforderungen
an einen modernen Verpackungsstoff.
Heute kennt man Weiterentwicklungen, die ihre biologische Abbaubarkeit
zwar vollständig erhalten haben, jedoch in ihren Produkteigenschaften
den synthetischen Folien aus Polyethylen kaum nachstehen. Hierzu wurden
spezielle kurzkettige Polyurethane entwickelt, die mit dem Zellglas eine
Verbindung eingehen. Derartige Gemische zweier unterschiedlicher Kunststoffe
werden als Blends (engl. blend = Mischung)
bezeichnet.