JOSIAH WILLARD
GIBBS lebte im 19. Jahrhundert.
Er verbrachte fast sein ganzes Leben in den USA, in New Haven, Connecticut.
Drei Jahre seines Studiums absolvierte er in Europa (Paris, Berlin und Heidelberg).
Von 1871 bis zu seinem Tode war er als Professor für mathematische
Physik tätig.
Lebenslauf
JOSIAH WILLARD GIBBS wurde am 11.02.1839 New Haven, in Connecticut geboren.
Nach seiner Schulzeit begann GIBBS an der Yale- Universität zu studieren.
Von1863 bis 1866 war er Tutor am Yale-College.
Anschließend ging er für drei Jahre nach Europa, zuerst nach
Paris, dann nach Berlin und Heidelberg, um dort sein Studium fortzusetzen.
Hier lernte GIBBS die damals führenden europäischen Physiker
und Chemiker kennen und wurde z. T. von ihnen unterrichtet. Zu diesen
gehörten so berühmte Wissenschaftler wie z. B. CLAUSIUS, BERTHELOT,
HELMHOLTZ, VAN´T HOFF und NERNST.
Von 1871 bis 1903 war JOSIAH WILLARD GIBBS als Professor für mathematische Physik am Yale College in New Haven tätig.
Mit der freien Enthalpie, der sogenannten GIBBS - Energie (G) und dem
thermodynamischen Potenzial µ zur Beschreibung des Verhaltens von
Gemischen, formulierte GIBBS Zustandsgrößen, welche die chemische
Affinität quantitativ beschreiben.
Enthalpie und Entropie,
d.h. Energie und Ordnung, sind die zwei Faktoren, die den Ablauf von chemischen
Reaktionen ermöglichen oder verhindern. GIBBS verknüpfte 1873
Enthalpie und Entropie zu einer neuen Funktion, die er "G" nannte.
Diese GIBBS-Energie wird
auch als freie Enthalpie bezeichnet.
Bei spontan ablaufenden Prozessen kann die Entropie eines Systems abnehmen,
z. B. bei einer Kristallisation. Dabei nimmt die Entropie der Umgebung
zu.
Will man die Frage nach der Triebkraft von Reaktionen vom System aus beantworten,
so verwendet man die GIBBS-Energie:

Für die Änderung dieser Funktion gilt die GIBBS-HELMHOLTZ-Gleichung:

Damit ein Prozess freiwillig ablaufen kann (freiwillige chemische Reaktion),
muss die damit verbundene Änderung der gibbsschen Energie negativ
sein
d.
h. es handelt sich um einen exergonischen
Vorgang.
Ist
positiv
(>0), so kann der Vorgang nicht freiwillig eintreten, d. h. es handelt
sich um einen endergonischen Vorgang.
Wenn
gleich
Null ist, so befindet sich das System im Gleichgewicht.
1874 veröffentlichte GIBBS die berühmte Phasenregel, die später
nach ihm gibbssche Phasenregel
genannt wurde.
Sie gibt die Zahl der Freiheitsgrade an, die ein thermodynamisches System
im Gleichgewicht hat. In diesem Zusammenhang beschrieb GIBBS auch die
thermische Dissoziation.
In seiner großen Abhandlung "On the equilibrium of heterogenous substances", die 1876 erschien, sind wichtige, wegweisende thermodynamische Entdeckungen von GIBBS enthalten. Sie gilt als eine der größten Errungenschaften in der Physik des 19. Jahrhunderts und wird als Grundlage der physikalischen Chemie angesehen. In seinen Veröffentlichungen wandte GIBBS die Thermodynamik an, um physikochemische Erscheinungen zu interpretieren.
GIBBS führte das chemische Potenzial zur Beschreibung des Verhaltens von Gemischen ein.
Mit seiner letzten Veröffentlichung "Elementary Principles
in Statistical Mechanics" schrieb GIBBS ein bedeutendes Werk. Es
wurde zum Ausgangspunkt der modernen Quantenstatistik.
Für die Vektoranalyse schuf GIBBS eine Methode, die mathematische
Entwicklungen wesentlich vereinfachte und damit die seinerzeit theoretische
Behandlung der maxwellschen Elektrodynamik stark voranbrachte.
Vektorrechnung ist ein Teilgebiet der Mathematik, das sich mit der Rechnung
mit Vektoren in 2 oder mehr Dimensionen beschäftigt. Es besteht aus
einem Satz von Formeln und Problemlösungstechniken, die für
Ingenieurwesen und Physik sehr nützlich sind.
Am 28.04.1903 starb JOSIAH WILLARD GIBBS in New Haven.
| Bedeutende Leistungen | |
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bahnbrechende Arbeiten zur Thermodynamik |
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gibbssche Energie oder GIBBS- Funktion (freie Enthalpie) |
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gibbssche Wärmefunktion (Enthalpie) |
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Arbeiten zur statistische Mechanik (gibbssche Statistik) |
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Arbeiten zur Theorie des chemischen Gleichgewichts |
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führte mehrere thermodynamische Funktionen (und die gibbsschen Fundamentalgleichungen) sowie die Begriffe "thermodynamisches Potenzial" und "Phase" ein |
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grafische Verfahren zur Berechnung von Anteilen aus Stoffmengen (gibbssches Dreieck) |
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gibbssche Phasenregel |
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gibbssches Adsorptionsgesetz, gibt den Zusammenhang zwischen der Konzentration und der Oberflächenspannung einer Lösung wieder |
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GIBBS- HELMHOLTZ- Gleichung, bildet den Zusammenhang zwischen der Änderung der freien Energie, der inneren Energie und der Temperatur |
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Entwicklung der Theorie der FOURIER- Reihen |
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Einführung der Vektoranalysis in die theoretische Physik |
| Wichtige Werke: | |
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"Elements of vector analysis", 1881 und 1884 |
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"On multiple algebra"; 1886 |
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"On the role of quaternions in the algebra of vectors" 1891 |
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"Quaternions and vector analysis", 1893 |
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"Elementary Principles in Statistical Mechanics", 1902 |