


Sicher, umweltschonend, insbesondere sparsam im Verbrauch, gleichzeitig komfortabel, langlebig und dann auch noch preiswert, so soll ein Auto heute sein. Wie wäre das zu realisieren, wenn es keine Kunststoffe gäbe: die Lampenabdeckungen fehlten oder wären aus herkömmlichem Glas, das Armaturenbrett vielleicht aus Holz, die Sitzpolster aus Leder, die Räder aus Naturkautschuk, Bodenbeläge, Himmel, Lenksäulenverkleidung, usw. fehlten vielleicht ganz. Der Kühlwasserbehälter wäre aus Metall, ebenso der Tank. Die Liste ließe sich beliebig erweitern, die eingangs genannten Anforderungskriterien wären unerfüllbar.
Bis zu einem Viertel der Masse eines modernen Mittelklassewagens, die ca. 1 100 Kilogramm beträgt, besteht heute aus polymeren Werkstoffen:
So bestehen inzwischen rund 25 % der über 7 000 Bauteile eines modernen Pkws aus Kunststoffen - Tendenz steigend. Sie sorgen für
Die modernen makromolekularen Werkstoffe werden ständig weiterentwickelt und ermöglichen immer umfangreichere Anwendungen.
Anwendungsbereiche nach Kunststofftyp
Fast 8 % aller in Deutschland produzierten Kunststoffe finden ihren
Weg in den Fahrzeugbau, wobei hauptsächlich sechs Kunststoffarten
eingesetzt werden.
Insgesamt werden bis zu 150 verschiedene Kunststoffe im Autobau verwendet, die jedoch alle auf den im folgenden aufgeführten 11 wichtigsten Werkstofftypen basieren. Je nach Synthesesteuerung, Zugabe von Additiven oder Verstärkungsmitteln (z. B. Glasfasern) können die Eigenschaften eines einzelnen Kunststoffs variiert werden und so den gestellten Anforderungsprofilen in den verschiedenen Anwendungsbereichen genügen.
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Kunststoff
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Kurzbe-zeichnung
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Anwendungsbereich
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| Polypropylen |
PP
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Stoßfänger, Luftfiltergehäuse, Führungskanäle, Seitenblenden |
| Polyurethan |
PU
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Sitzpolster, Armaturenpolsterung, Stoßfänger, Dachhimmel, Verkleidungen |
| Polyethylen |
PE
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Kraftstofftank, Waschwasserbehälter |
| Acrylnitril-Butadien-Styrol-Copolymer |
ABS
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Innenverkleidungen, Radblenden, Kühlergrill |
| Polyamid |
PA
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Motorabdeckungen, Ansaugkrümmer, Radblenden, Stecker |
| Polyvinylchlorid |
PVC
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Unterbodenschutz, Stoßleisten, Kabelisolierungen, Innenraumverkleidungen |
| Polymethyl-methacrylat |
PMMA
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Streuscheiben von Heckleuchten |
| Polycarbonat |
PC
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Scheinwerferabdeckungen, Stoßfängerverkleidungen, Karosserieaußenteile |
| Polyethylen-terephthalat |
PET
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Textilien, Abdeckungen, Gurte, Airbag (Bild 3) |
| Polybutylen-terephthalat |
PBT
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Elektronikgehäuse, Stoßfängerverkleidungen, Karosserieaußenteile, Stecker |
| Polyoxy-methylen |
POM
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Clipse, Steckverbindungen, Lagerkomponenten |
Zukunftsperspektiven
Die Entwicklung geht weiter. Durch die moderne Hybridtechnik
werden die Vorteile von Metallen und Kunststoffen kombiniert. Beide Werkstoffe
werden in einem Spritzgießverfahren bombenfest miteinander vereint,
wodurch enorm stabile Bauteile mit bis zu 40 % Gewichtseinsparung
gegenüber reinen Metallkonstruktionen erzielt werden können.
Ingenieure denken noch weiter voraus; so haben sie bereits eine Autokarosserie
entwickelt, die zu 100 % aus Kunststoffen besteht, nur 95 kg wiegt
und die sich in Crashtests als stabil erwiesen hat - das CCV-Automobil
(Composite Concept
Vehikel). Durch Verwendung
elektrisch leitender Polymere könnten aufladbare Polymerbatterien
die heutigen Bleiakkus ersetzen, Scheinwerfer könnten lernen, sich
bei Bedarf zu verdunkeln, oder Rückleuchten in Heckscheiben aus Kunststoffen
integriert werden und anderes mehr.