

1.
Die Zeit, in der er lebte
MAX BORN (Bild 1) lebte im zwanzigsten Jahrhundert, in einer sehr bewegten
Zeit. Er stammt aus Breslau (heute Wroclaw, Polen) und studierte in Deutschland,
in der Schweiz und in Großbritannien.
Den ersten Weltkrieg erlebte er in Deutschland, in Frankfurt am Main.
Auf Grund seiner jüdischen Abstammung wird er 1933 seines Lehramtes
enthoben und emigriert nach Kalkutta. 1936 begibt er sich auf Wunsch von
ERNEST RUTHERFORD nach Edinburgh in Schottland
und kehrt erst zehn Jahre nach Ende des zweiten Weltkrieges, als er sich
schon im Ruhestand befindet, nach Deutschland zurück.
2. Lebenslauf
MAX BORN wird am 11. 12. 1882
in Breslau geboren. Sein Vater ist Mediziner und beschäftigt sich
besonders mit Anatomie und Embryologie.
MAX BORN studiert Rechtswissenschaften und Moralphilosophie, zuerst in
Breslau, dann in Heidelberg, Zürich, Cambridge und Göttingen.
Er wechselt sein Studiengebiet und wendet sich der Mathematik zu.
Ab 1905 lehrt BORN als Privatdozent an der Universität Göttingen.
Im Jahre 1907 promoviert er an der Universität in Göttingen
und 1909 erfolgt die Habilitation im Fach Physik.
Bereits 1914 wird der Wissenschaftler zum Professor an die Universität
Frankfurt/Main berufen. Dort beschäftigt er sich mit der Relativitätstheorie
von ALBERT EINSTEIN und veröffentlicht Beiträge zur elektronischen
Wellentheorie.
Ein Jahr später geht MAX BORN als Professor für Physik zurück
nach Breslau, seinem Geburtsort. Gleichzeitig beginnt er, eng mit MAX
PLANCK zusammenzuarbeiten.
Im gleichen Jahr, 1915, erscheinen erste Veröffentlichungen über
die Kristallgittertheorie,
die die Gitterstruktur von Kristallen (Bild 2) erklärt.
1919 kehrt BORN nach Frankfurt am Main zurück und von 1921 an lehrt
er bis 1933 als ordentlicher Professor an der Universität Göttingen.
In dieser Zeit macht BORN gemeinsam mit seinen Schülern W. K. HEISENBERG
und E. P. JORDAN viele wichtige Entdeckungen.
1925 erscheinen ihre grundlegenden Beiträge zur Quantenmechanik,
die ein Jahr später um eine statistische Interpretation erweitert
werden. Mit Hilfe dieser Erkenntnisse wurde der Grundstein für die
sogenannte Kopenhagener Deutung der Quantentheorie gelegt.
BORN ist einer der Mitbegründer der Matrizenmechanik.
Mit dem russischen Physiker W. A. FOCK wies er 1928 die Gültigkeit
des Adiabatenprinzips in der Quantenmechanik nach.
1933 wird MAX BORN zwangsweise aus dem Universitätsdienst beurlaubt
und seines Lehramtes enthoben, da er jüdischer Abstammung ist.
Er emigriert aus Deutschland, zuerst nach Cambridge und bald darauf über
Bangalore nach Kalkutta. Kurze Zeit später kehrt BORN nach Großbritannien
zurück und siedelt sich in Edinburgh an.
1936 beruft ihn E. RUTHERFORD als Professor für Naturphilosophie
an die Universität Edinburgh, wo er bis 1953 als Dozent tätig
ist.
Im Jahre 1939 wird BORN britischer Staatsbürger.
1953 begibt sich der Wissenschaftler in den Ruhestand.
Erst zehn Jahre nach Beendigung des zweiten Weltkrieges, 1954, kehrt MAX
BORN nach Deutschland zurück. Im gleichen Jahr erhält er gemeinsam
mit W. W. G. BOTHE den Nobelpreis
für Physik für seine Beiträge zur Kristallgittertheorie
und die Interpretation der Quantenmechanik.
Sein Freund ALBERT EINSTEIN jedoch erkennt seine Leistungen in Bezug auf
die Quantentheorie nicht an.
BORN gehörte zu den Mitunterzeichnern der Göttinger Erklärung
(1957). Die "Erklärung der 18 Atomwissenschaftler" weist
auf die Gefahren der Atomwaffen hin und spricht sich gegen die Aufrüstung
der Bundeswehr mit solchen Waffen aus.
1958 gibt MAX BORN eine Erklärung zur Weltraumfahrt ab, in der er
diese als Triumph des Verstandes, aber als ein tragisches Versagen der
Vernunft bezeichnet.
MAX BORN war einer der bedeutendsten theoretischen Physiker des 20. Jahrhunderts
und ein überaus erfolgreicher Hochschullehrer.
Nach ihm sind benannt:
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die BORNsche Näherung, ein iteratives Näherungsverfahren in der Quantenmechanik zur Beschreibung von atomaren Stoß- und Streuvorgängen; |
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der BORN-HABER-Prozess (BORN-HABER-Kreisprozess), der verschiedene molare Energiewerte zueinander in Beziehung setzt und unter anderem gestattet, die verschiedensten Energiearten in Kristallen zu ermitteln (Bild 3). |
| Max Born stirbt am 5. Januar 1970 in Göttingen. | |
| 3. Bedeutende Leistungen | |
| Werke (Auswahl): | |
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"Die Relativitätstheorie Einsteins und ihre physikalischen Grundlagen" (1920); |
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"Elementare Quantenmechanik"
(mit P. Jordan; 1930); - "Optik" (1933); |
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"Dynamical Theory of Crystal Lattices" (mit K. Huang; 1953); |
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"Physik im Wandel meiner Zeit" (1957); |
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"Principles of Oplics" (mit E. Wolf; 1959); |
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"Von der Verantwortung des Naturwissenschaftlers" (1965); |
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"Experiment und Theorie in der Physik" (1969). |