



Polyurethane
Urethane sind Amide der Kohlensäure. Als Monomere für die Herstellung
von Polyurethanen
werden Diisocyanate und Diole eingesetzt, die in einer Polyadditionsreaktion
über Urethan-Brücken (- NH - CO - O -) miteinander verknüpft
werden. Dabei wird die Hydroxy-Gruppe an die Isocyanat - Gruppe (- N =
C = O) addiert, und zwar ausschließlich an die Kohlenstoff-Stickstoff-Bindung,
sodass eine neue Bindung zwischen dem Sauerstoffatom der Hydroxy-Gruppe
und dem Kohlenstoffatom der Isocyanat-Gruppe gebildet wird.
Das Wasserstoffatom der Hydroxy-Gruppe wandert anschließend zum
Stickstoffatom der Isocyanatgruppe.
Da Isocyanate mit Wasser zu Kohlenstoffdioxid reagieren, kann man durch
Wasserzugabe ein Aufschäumen der Polyurethane erreichen (Bild 2).

Genau wie die OH-Gruppe der Alkohole kann auch die NH-Gruppe
von Aminen an das Isocyanat addiert werden. Dabei entstehen als Reaktionsprodukte
Kohlensäurediamide (R - NH - CO - NH - R'). Diese Reaktion kann man
zweifach nutzen. Einerseits lassen sich auf diese Weise in einer Polyadditionsreaktion
Polyharnstoffe herstellen
(Bild 3).
Andererseits wird diese Reaktion für die gezielte Vernetzung
der Polyurethane genutzt, indem man bei der Synthese einen Überschuss
Diisocyanat zufügt. Dieses reagiert mit den reaktiven Amino-Gruppen
der unvernetzten Polyurethanketten und verknüpft diese miteinander.

Keine andere Kunststoffgruppe eröffnet so vielfältige Einsatzgebiete.
Je nach verwendeten Ausgangsstoffen erhält man unterschiedlich vernetzte
Polyurethane: Setzt man ein Diol und ein Diisocyanat als Monomere ein,
so entstehen lineare Polyurethane, ist mindestens eine Komponente trifunktionell,
werden räumlich vernetzte Duromere gebildet. Wie oben gesagt, ist
auch die nachträgliche räumliche Vernetzung linearer Polyurethane
möglich, indem ein Überschuss an Isocyanat eingesetzt wird.
Dementsprechend vielseitig sind die Verwendungsmöglichkeiten.
Polyurethane eignen sich beispielsweise für die Herstellung von Schaumstoffen,
Elastomeren, Lacken, Klebstoffen und Fasern.
Ob weich, hart, offen- oder geschlossenporig, sogar mit einer Porengröße
nach Wunsch können sie gefertigt werden, abhängig von der Beschaffenheit
und dem Mengenverhältnis der bei der Polyaddition eingesetzten Monomere.
Epoxidharze
Epoxidharze (Epoxyharze) sind
Polyadditionsprodukte von Epoxiden mit Alkoholen, Aminen oder Carbonsäuren.
Der Großteil wird auf Basis von 2,2-Di(4-hydroxyphenyl)propan und
Epichlorhydrin hergestellt. Diese Monomere werden zunächst zu langkettigen
Bis-Epoxiden verknüpft.

Diese Bis-Epoxide werden anschließend durch Zugabe von Aminen oder Carbonsäuren in einer Additionsreaktion räumlich vernetzt und somit gehärtet.
