

PCB sind weiterhin nur sehr schwer entflammbar, chemisch sehr stabil, lipophil, nicht brennbar, elektrisch nicht leitend und werden von Säuren und Laugen nicht angegriffen. Auf Grund dieser Eigenschaften werden sie seit 1929 industriell produziert und in Transformatoren, elektrischen Kondensatoren, Hydraulikanlagen und Wärmeüberträgern sowie als Weichmacher in Anstrichstoffen, Plastik und Dichtungsmassen eingesetzt.
Umweltrelevanz
Die Auswertung zweier Massenvergiftungen durch PCB-verunreinigte Lebensmittel
in Yusho, Japan 1968 und in Yu Cheng, Taiwan 1979 führte erstmals
zu gesicherten Erkenntnissen über chronische toxische Wirkungen,
aber auch über Langzeitwirkungen von PCBs auf Lebewesen. Die toxische
Wirkung äußert sich insbesondere in Chlorakne, Haarausfall
und Hyperpigmentierungen. Bei den Langzeitwirkungen werden den PCBs in
erster Linie fetale Missbildungen sowie Feminisierungen männlicher
Tiere zugeschrieben. Die PCB's stehen unter Verdacht, krebserregend zu
sein.
Als besonders toxisch werden die PCB's eingestuft, die in den ortho-Positionen zur Verknüpfungsstelle der Benzen-Ringe nur Wasserstoffatome tragen. Dadurch ist die Struktur des Gesamtmoleküls eben. Diese PCB's verhalten sich biologisch ähnlich wie die ebenfalls planaren 3,4,7,8-Tetrachlor-dibenzo-[1,4]dioxine. Durch den lipohilen Charakter der PCB's werden diese im Fettgewebe des Organismus angereichert. Ihre große chemische Stabilität ist Ursache für eine extreme Persistenz in der Umwelt.
Die Weltproduktion an
PCB betrug bisher mindestens 1 Millionen Tonnen. Obwohl die meisten Länder
ab dem Jahre 1972 die Produktion verboten, bzw. vielerorts nur noch geschlossene
Anwendungen erlaubt sind, gelangen sie weiterhin durch Leckagen und Havarien
in die Umwelt.
Außerdem schätzt man, dass noch mindestens die Hälfte
der hergestellten PCB bedingt durch die hohe Persistenz in Umwelt und
in Produkten vorhanden ist und damit diese Stoffe eine langfristige Schadstoffquelle
bleiben.
Die Entsorgung von PCB's in Hydraulikanlagen bzw. in Kondensatoren und
Transformatoren hat begonnen. Die Entsorgung von PCB's, die in Anstrichstoffen,
Plastik und Dichtungsmassen enthalten sind, wird noch viele Jahre in Anspruch
nehmen.
Bioakkumulation
PCB werden im Fettgewebe gespeichert. In Nahrungsketten kommt es dann
häufig zu einer sehr starken Anreicherung bei den Endgliedern einer
Nahrungspyramide (z. B. in der Arktis: Wasser
Alge
Kleinkrebs
Friedfisch
Raubfisch
Robbe
Eisbär, Eskimo; Bild 3).
Während die Konzentrationen des Schadstoffs in den unteren Gliedern
der Nahrungskette durchaus noch unkritisch sein kann, können die
hohen Konzentrationen bei den Endgliedern stark schädigend wirken.
Die Gefährlichkeit der verschiedenen PCB unterscheidet sich stark.
Einige PCB sind stark toxisch, generell beeinflussen sie den Hormonhaushalt,
das Immunsystem und das Reproduktionsvermögen negativ. Diese Effekte
kommen insbesondere bei Lebewesen mit hohen PCB - Gehalten im Körper
zum Tragen.
Für die weltweite Verteilung - in der Arktis und auf den entferntesten Südseeinseln, sind PCB in gleichen und sogar höheren Konzentrationen vorhanden als in Industrieländern - spielt der atmosphärische Transport eine wichtige Rolle.
Da auch bei gering flüchtigen Substanzen ein Gleichgewicht dieser
Stoffe zwischen Hydrosphäre und Atmosphäre vorliegt, überwiegt
in wärmeren Gebieten die Verdampfung aus dem Wasser etwas, während
in kalten Gebieten die Kondensation aus der Luft ins Wasser überwiegt.
Hinzu kommt, dass bei tieferen Temperaturen auch die Abbaugeschwindigkeit
kleiner ist. Damit kommt es zu einer höheren Konzentration der Schadstoffe
in der Arktis, eigentlich einem "Reingebiet" der Erde.