
Strahlenbelastung
gab es schon immer
Natürliche Radioaktivität und
künstliche Radioaktivität führen
zu einer ständigen Strahlung. Wir alle sind also ständig einer
gewissen Strahlenbelastung ausgesetzt. Als Strahlenbelastung wird meist
die Äquivalentdosis,
die ein Körper in einer bestimmten Zeit aufnimmt, angegeben. Man nennt
diese Größe auch Dosisleistung
und misst sie in Millisievert je Jahr (mSv/a).
Diese Strahlenbelastung ist nicht überall gleich groß, sie hängt
von dem konkreten Umfeld ab. Insbesondere die natürliche Strahlenbelastung
gibt es schon solange, wie die Erde existiert. Sie hat auch die Entwicklung
des Lebens auf der Erde begleitet und führt nach allen Erkenntnissen
zu keinen gesundheitlichen Beeinträchtigungen. Vergrößert
hat sich die Strahlenbelastung allerdings durch künstliche Strahlungsquellen.
Zusätzliche Gefährdungen bestehen auch dadurch, dass durch Kernexplosionen
oder durch Unfälle in Kernkraftwerken radioaktive Stoffe freigesetzt
werden und zu einer zusätzlichen Strahlenbelastung führen können.
Natürliche Quellen
Radioaktive Strahlung natürlichen Ursprungs hat verschiedene Quellen:
Insbesondere die von der Erde ausgehende Strahlung, man nennt sie terrestrische Strahlung, ist weitgehend vom geologischen Untergrund und von den verwendeten Baumaterialien abhängig. Für Deutschland gilt allgemein: Die terrestrische Strahlung nimmt vom Norden nach den Süden hin zu. Nachfolgend sind einige Durchschnittswerte genannt.
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Ort/Land
|
Dosisleistung in mSv/a
|
| Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern |
0,15
|
| Weserbergland, Braunschweig |
0,60
|
| Harz/Spessart |
1,00
|
| Bayerischer Wald |
1,50
|
| Katzenbuckel bei Eberbach (Baden-Württemberg) |
6,30
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| Brasilien/Atlantikküste |
8,00
|
| einzelne Gebiete des Iran |
18,00
|
Die natürliche Strahlenbelastung beträgt in Deutschland im Durchschnitt 2,4 mSv/a. Davon ist etwa ein Drittel Strahlung, die von außen auf den Körper trifft. Etwa zwei Drittel der natürlichen Strahlenbelastung kommt "von innen" Das kommt dadurch zustande, dass wir zum einen Luft einatmen, in der sich auch radioaktive Gase befinden, insbesondere das Radon und seine Folgeprodukte. Es liefert den größten Beitrag zur Strahlenbelastung. Zum anderen nehmen wir mit der Nahrung auch radioaktive Stoffe auf. Bild 2 gibt einen Überblick über die einzelnen Bereiche.
Künstliche Quellen
Radioaktive Strahlung künstlichen Ursprungs hat ebenfalls verschiedene
Quellen. Das sind vor allem
Die mit Abstand stärkste Belastung erfolgt im medizinischen Bereich
(Bild 2), insbesondere durch Strahlendiagnostik und -therapie. Die Strahlenbelastung
durch andere Strahlungsquellen ist heute vernachlässigbar gering.
Die durchschnittliche Strahlenbelastung durch künstliche Quellen
beträgt in Deutschland 1,5-1,6 mSv, die Gesamtbelastung
etwa 4 mSv/a. Das bedeutet für einen Menschen, dass er im Jahr durch
radioaktive Strahlung eine Energie von 4 mJ je Kilogramm Körpergewicht
aufnimmt.
Nach gegenwärtigen Erkenntnisse können ab 250 mSv/a Schäden
auftreten, eine kurzzeitige Strahlenbelastung von über 5 000 mSv ist in der Regel tödlich.
Für Menschen, die beruflich radioaktiver Strahlung ausgesetzt sind,
gilt zurzeit ein Grenzwert von 50 mSv/a.
Strahlenschutz
Wegen möglicher Schäden durch radioaktive Strahlung gilt als
Grundsatz
:
Die Strahlung, der man sich aussetzt, sollte
so gering wie möglich sein.
Wichtige Maßnahmen zum Schutz
vor radioaktiver Strahlung sind:
Personen, die beruflich mit radioaktiver Strahlung in Berührung kommen, müssen eine Dosimeterplakette tragen, durch die radioaktive Strahlung registriert wird. Diese Plaketten werden regelmäßig kontrolliert. In einer Dosimeterplakette wird durch die Strahlung ein Film geschwärzt, sodass aus dem Schwärzungsgrad die Dosis ermittelt werden kann.
Die Einhaltung aller Strahlenschutzmaßnahmen ist insbesondere auch
deshalb unbedingt erforderlich weil wir radioaktive Strahlung mit unseren
Sinnensorganen nicht wahrnehmen können und bei Nichteinhaltung von
Schutzmaßnahmen Strahlenbelastungen auftreten können, die erst
Jahre später zu gesundheitlichen Schäden führen.