Physikalische, chemische und biologische Vorgänge laufen seit Urzeiten
in der Natur ab, lange bevor es Menschen und die von ihnen hervorgebrachten
Wissenschaften gab. Mit ihrer Hilfe erkannte der Mensch die Naturzusammenhänge
und vermochte in zunehmendem Maße, chemische Prozesse zur Verbesserung
seiner Lebensgrundlagen zu nutzen.
Die modernen Naturwissenschaften erforschen und beschreiben häufig
gleiche Objekte aus unterschiedlichem Blickwinkel. Zur Natur zählen
alle materiellen Gegenstände, Strukturen und Prozesse in der unendlichen
Mannigfaltigkeit ihrer Erscheinungsformen. Aus dieser Tatsache ergeben
sich zwei wichtige Hinweise: Erstens ist eine absolute Abgrenzung der
Naturwissenschaften voneinander nicht möglich; zweitens bedarf es
für die Erforschung eines Objekts häufig des kooperativen Zusammenwirkens
verschiedener Wissenschaften. Dennoch hat jede Wissenschaft ihre Spezifik
- so auch die Chemie.
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Die Naturwissenschaft Chemie untersucht
den Aufbau, die Eigenschaften und die Umwandlung von Stoffen, insbesondere
die stofflichen und energetischen Veränderungen, die mit der
Lösung und Neubildung chemischer Bindungen einhergehen.
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Im historischen Entwicklungsverlauf der chemischen Wissenschaft und der immer deutlicher werdenden Komplexität der Zusammenhänge, gliederten sich unterschiedliche Teilgebiete mit (relativ) eigenständigen Untersuchungs- und Anwendungsgebieten heraus, die jedoch allein niemals ein Objekt umfassend beschreiben können (Bild 1):
Im Laufe der Zeit kristallisierten sich unterschiedliche Teilgebiete der Chemie heraus. Eine strikte Abgrenzung zwischen den verwandten Disziplinen ist jedoch ebensowenig möglich wie die strikte Trennung der Chemie von den anderen Naturwissenschaften. Die Disziplinen Thermodynamik, Kinetik, Elektrochemie, theoretische und Kernchemie werden auch unter dem Oberbegriff physikalische Chemie zusammengefasst. Die Teilgebiete der Chemie sind auch nicht eindeutig fixiert. Man könnte z. B. auch die Fotochemie, die Fluorchemie usw. als relativ eigenständige Gebiete erfassen.