

Thermoplastische Kunststoffe, die meist als Pulver oder Granulat vorliegen, werden zur Verarbeitung über den Erweichungspunkt hinaus erwärmt und dann in Formen gegossen, in denen sie zu Festkörpern erstarren. Duroplaste müssen schon bei der Synthese in Form gebracht werden.
Um einen kontinuierlichen Nachschub an Plast sicherzustellen, wird ein
Extruder eingesetzt, der im Prinzip wie ein Fleischwolf arbeitet. Eine
sich drehende beheizte Schnecke schmilzt den Kunststoff auf, homogenisiert
und verdichtet ihn. An der Spitze tritt er in ein angeschlossenes Werkzeug,
in die Form aus, dessen Konstruktion typisch für das jeweilige Verfahren
ist.
Das Werkstück behält durch sofortige Kühlung die gewünschte
Form.
Extrudieren
Beim Extrudieren wird das
geschmolzene Material durch Düsen gepresst. Mit ringförmigen
Düsen entstehen Rohre bzw. Schläuche. Man kann auch direkt Fertigprodukte
wie z. B. Elektrokabel produzieren, indem durch die Mitte der Düse
kontinuierlich ein Draht zugeführt wird. Sogar Fensterprofile mit
unterschiedlichen Hohlräumen lassen sich in einem einzigen Arbeitsgang
herstellen. Aus schlitzförmigen Düsen werden Platten extrudiert.
Derart erzeugte Platten werden oft weiterverarbeitet, indem man sie erneut
durch Erwärmen erweicht, über eine Form zieht und entweder durch
Druck oder Vakuum in die gewünschte Form bringt. Auf diese Weise
sind Becher, Wannen oder gar Bootskörper herstellbar.
Erwärmt man z. B. einen Jogurtbecher auf seine Glasübergangs-temperatur
(Temperatur, bei der der Thermoplast in den flexiblen Zustand übergeht),
erinnert sich das Formteil an seine ursprüngliche Form und wird wieder
zu einer flachen Platte (Bild 2).
Spritzgießen
Das Spritzgießen
erlaubt die Herstellung auch komplizierter Formteile mit hoher Qualität.
Die Maschine besteht aus einer Spritzeinheit (Extruder mit hin- und her
beweglicher Schnecke), die die Polymerschmelze durch die Vorwärtsbewegung
der Schnecke in das Werkzeug ausstößt, und einer Schließeinheit.
Letztere öffnet und schließt das Werkzeug, in dessen Hohlraum
das Polymermaterial eingespritzt wird. Während die Schnecke zurückfährt,
öffnet sich das Werkzeug und das Formteil wird entnommen.
Zur Gewinnung von Formteilen, die mit Matten oder Vliesen verstärkt
sind spritzt man den Plast in ein offenes Werkzeug, das sich dann schließt
und so das Material unter hohem Druck (Pressen)
in die gewünschte Form bringt.
Blasformen
Beim Blasformen wird zunächst
ein Schlauchstück in ein Werkzeug extrudiert, in welches dann Druckluft
eingeblasen wird. So können Hohlkörper wie Flaschen, Kanister
etc. hergestellt werden. Mit Hilfe einer offenen ringförmigen Düse
sind auch Folien machbar (Folienblasen).
Dazu wird ein dünnwandiges Schlauchstück geformt, das dann mittels
der durch das Werkzeug strömenden Druckluft aufgeblasen wird.
Kalandrieren
Das Kalandrieren (franz.
calandre; Wäschemangel) dient ebenfalls
zur Foliengewinnung. Hier schmilzt man die Kunststoffmasse im Spalt zwischen
zwei sich gegeneinander drehenden erwärmten Walzen kontinuierlich
auf. Weitere, nachgeschaltete Walzen sorgen für die zusätzliche
Homogenisierung und steuern die Dicke des entstehenden endlosen breiten
Folienbandes. Auf diese Weise werden vor allem Platten und Folien, aber
auch Bodenbeläge und Kunstleder gefertigt.
Schäumen
Schaumstoffe gewinnt man entweder durch Aufschäumen
der weichen plastifizierten Kunststoffmasse mittels eines Treibgases oder
direkt, wenn während der Polymerisation Nebenreaktionen ablaufen,
bei denen gasförmige Produkte entstehen. Letzteres findet man insbesondere
bei den Polyurethanschäumen.
Kleben
Beim Schweißen, z. B. von PE-
oder PVC- Folien, erwärmt man die zu verbindenden Kunststoffe entweder
mit einem Heißluftstrahl oder elektrisch. Die sich berührenden
Kunststoffflächen werden dabei flüssig und fließen ineinander.
Will man jedoch Flächen verkleben,
benötigt man spezielle Kleber. Das sind in der Regel hochviskose
Substanzen, die meist erst durch Wärmeeinwirkung in höhermolekulare
Produkte übergehen und dann fest werden. Man unterscheidet Haftkleber
und Festkleber.
Haftkleber erzielen ihre Wirkung durch
hohe Adhäsionskräfte (Haftung durch zwischenmolekulare Wechselwirkungen
an der Grenzfläche) und geringe Kohäsionskräfte (innerer
Zusammenhalt der Klebstoffmoleküle).
So entstehen weiche und bewegliche Verklebungen.
Festkleber eignen sich eher für
starre und feste Verklebungen, da sie neben starken Adhäsionskräften
auch starke Kohäsionskräfte aufweisen.
Verarbeitung duroplastischer Kunststoffe
Da Duroplaste nicht wärmeformbar
sind, müssen sie bereits bei der Synthese in die gewünschte
Form gebracht werden. Dazu bringt man unvernetzte, meist pulverförmig
vorliegende Vorprodukte direkt in eine Form. Je nach Bedarf können
noch Zusatz- oder Farbstoffe zugesetzt werden. Dort werden sie unter Wärme-
oder Katalysatoreinfluss zum duroplastischen Endprodukt ausgehärtet.
Auf diese Weise können auch metallische Werkstoffe oder Fasern mit
den Duroplasten verbunden werden. So sind glasfaserverstärkte Kunststoffe
(GFK) in vielfältiger Form für den Kraftfahrzeug, Flugzeug oder
Schiffsbau leicht produzierbar.
Pressen
Zur Herstellung von Formgegenständen aus Duroplasten, werden mitunter
auch Pressen verwendet. Hier wird
das Pulver in der Presse gesintert und härtet dabei gleichzeitig
aus.