

Etwa 5-10 % der Salpetersäure werden in der organischen Chemie für
Oxidationsreaktionen eingesetzt. Die dabei erhaltenen Verbindungen dienen
hauptsächlich der Produktion von Polymerwerkstoffen, so wird z. B.
Adipinsäure (Hexandisäure),
ein wichtiger Ausgangsstoff für die Herstellung von Polyamiden wie
Nylon und Perlon, durch oxidative Spaltung von Cyclohexan mit Salpetersäure
als Oxidationsmittel synthetisiert.
Weitere 5-10 % dienen für Nitrierungsreaktionen.
Wichtige Nitroverbindungen sind z. B. der bekannte Sprengstoff
Trinitrotoluen (TNT), manche Naphthol-Farbstoffe (z. B. Naphtholgelb S)
und außerdem Pharmazeutika , z B. das Antibiotikum Chloramphenicol
oder manche Chemotherapeutika.

Dinitrotoluen wird in großen Mengen als wichtiges Zwischenprodukt für die Synthese von Polyurethanen hergestellt.
Unter Verwendung von Salpetersäure werden auch die Sprengstoffe Nitrocellulose und Nitroglycerin hergestellt, deren richtige Namen Cellulosenitrat und Glyceroltrinitrat lauten, denn sie sind keine Nitroverbindungen, sondern Ester der Salpetersäure.

Ein weiteres Anwendungsgebiet von Salpetersäure ist die Oberflächenbehandlung
von Metallen, d. h. das Beizen oder Ätzen z. B. von rostfreiem Stahl.
Die Salze der Salpetersäure, die Nitrate, werden als Sprengstoffe
oder in Feuerwerkskörpern verwendet. Der erste bekannte Sprengstoff,
das Schwarzpulver,
ist eine Mischung aus 75 % Kaliumnitrat, 10 % Schwefel und 15 % Holzkohlepulver.