Physikalische Größen kann man danach unterscheiden, ob sie den Zustand eines Körpers bzw. eines Systems oder ob sie einen Vorgang bzw. Prozess kennzeichnen.
Zustandsgrößen
Größen, die die augenblicklichen Lage oder Beschaffenheit eines
Stoffes oder eines chemischen Systems kennzeichnen, bezeichnet man als
Zustandsgrößen.
Beispiele für Zustandsgrößen sind das Volumen
V eines Gases, die Masse m
eines Stoffs, Druck p und Temperatur
T in einem System.
Aus Volumen, Druck und Temperatur lassen sich in heterogenen Systemen
ableitbare Zustandsgrößen erstellen. Das sind z. B. Enthalpie
H, Entropie S und
spezifische Wärmekapazität c. Sie
werden auch Zustandsfunktionen
genannt. Sie beschreiben, auf welche Weise der Zustand eines Systems erreicht
wurde.
Das kann an dem Beispiel zweier Wanderer anschaulich gemacht werden, die einen Berg besteigen wollen (Bild 3). Die Wanderer starten in Höhe des Meeresspiegels (0 m) und der Gipfel befindet sich in 1 000 m Höhe. Wanderer A nimmt Weg 1, Wanderer B wählt Weg 2 zum Gipfel des Bergs. Die zurückgelegte Höhendifferenz beträgt in beiden Fällen 1 000 m. Sie ist wegunabhängig und somit eine Zustandsfunktion. Die Gesamtlänge des zurückgelegten Wegs ist allerdings abhängig vom jeweils eingeschlagenen Weg. Sie ist eine Prozessgröße.
Prozessgrößen
Solche Größen, die einen Vorgang bzw. einen Prozess kennzeichnen,
nennt man Prozessgrößen. Beispiele für solche Prozessgrößen
sind die Wärme Q oder die Arbeit W.
Es existieren nur zwei Möglichkeiten die Energie eines geschlossenen
Systems zu ändern: entweder durch Zufuhr bzw. Abgabe von Wärme
oder durch das Verrichten von Arbeit.
Wärme Q
ist ein Energietransfer, der aufgrund einer Temperaturdifferenz zwischen
dem System und seiner Umgebung entsteht.
Zum Beispiel erhöht sich die Temperatur eines Stoffs durch Zufuhr
von Wärme.
Bei der Wärmeübertragung unterscheidet man grundsätzlich
zwischen der Abgabe und Aufnahme von Wärme durch das System: Prozesse,
bei denen Wärme vom System an die Umgebung abgegeben wird, werden
exotherme Prozesse genannt. Bei endothermen
Prozessen wird der Umgebung dagegen Wärme entzogen.
Arbeit W
ist ein Energietransfer, der benutzt werden kann, um z. B. ein Gewicht
in der Umgebung des Systems zu bewegen.
Bei der Arbeit wird durch eine Kraft ein Körper bewegt oder verformt.
Wird Arbeit gegen eine konstante äußere Kraft verrichtet, verringert
sich die Energie des Systems, da es Arbeit an der Umgebung geleistet hat.
Die Bestimmung der Arbeit erfolgt durch die Messung der Zustandsgrößen
Druck, Weg und Fläche.