ALKAIOS (auch ALKÄUS) gehörte zusammen mit PINDAR, SAPPHO und ANAKREON zu den bedeutendsten panhellenischen Lyrikern der griechischen Literatur. Er wurde stark von SAPPHO beeinflusst und ist neben ihr Vertreter der so genannten äolischen Lyrik.
Lebensgeschichte
Von der Lebensgeschichte
ALKAIOS' ist nur wenig überliefert. Er wurde um 600 v. Chr. in Mytilene
auf der Insel Lesbos geboren. Er führte den Adelsaufstand gegen den
Tyrannen von Lesbos, PITTAKOS. Dafür wurde er verbannt, später
allerdings begnadigt, woraufhin er nach Lesbos zurückkehrte. Sein
Todesjahr ist nicht bekannt.
Literarisches Schaffen
ALKAIOS schrieb im äolischen Dialekt. Sein literarisches
Werk umfasst 10 Liederbände;
die darin enthaltenen lyrischen Lieder (Liebeslieder, Trinklieder,
Hymnen) sind in zwei oder vierzeiligen Strophen und in vielen verschiedenen
Versmaßen verfasst und repräsentieren zusammen mit den Dichtungen
SAPPHOs die äolische Lyrik.
Nach ALKAIOS wurde die alkäische
Strophe (alkäische
Ode) benannt, die aus vier Versen besteht:
Diese Strophenform wurde u. a. von THEOKRIT nachgeahmt und von HORAZ
für die römische Lyrik übernommen, der seine Oden "Carmina"
formal nach den Vorbildern ALKAIOS', ANAKREONs, PINDARs und SAPPHOs verfasste
und auch Themen des ALKAIOS nachahmte oder variierte.
Die Lieder ALKAIOS' sind teils
politischer, teils autobiografischer Natur. In seinen Texten pries er
die Liebe und den Wein, er brachte seinen Tyrannenhass zum Ausdruck und
seine Sorge um das Schicksal seiner Heimat und er sprach sein eigenes
Unglück an. Leider sind einige der Liederbände nur noch in Bruchstücken
erhalten.