Lebensgeschichte und literarisches
Werk
Kaum ein Dichter des 20. Jahrhunderts hat so vehement die Brüche
und Wandlungen in der eigenen Biografie zum Gegenstand erhoben wie der
Autor FRANZ FÜHMANN.
In seinen Dichtungen versuchte er dieser Umschlagpunkte habhaft zu werden,
indem er auf oft unerbittliche Weise ihre Voraussetzungen erkundete.
Kindheit und Jugend
FRANZ FÜHMANN wurde am 15. Januar 1922 in Rochlitz an der Iser, dem
heutigen Rokytnice (CSR), im Riesengebirge geboren. Er war der Sohn des
Apothekers und kleinen Pharmaunternehmers JOSEF RUDOLF FÜHMANN und
seiner Frau MARGARETHA. Der Vater hatte sich aus kleinen Verhältnissen
hochgearbeitet und war in Rochlitz ein angesehener Mann. Die Mutter, zunächst
streng gläubige Katholikin, hing später verschiedenen religiös-mystifizierenden
Glaubensrichtungen an. Der fantasiebegabte Junge FRANZ lernte noch vor
der Schule lesen und schreiben und machte sich das Erfinden und Schreiben
von Geschichten zu einer frühen Gewohnheit. Seine Neigung zum Dichten
stieß bei den Eltern auf wohlwollende Förderung, mehrfach hat
der Vater versucht, Gedichte seines Sohnes bei Zeitungen anzubieten.Die
Landschaft des Böhmerwaldes, frühe Lektüreerlebnisse von
Märchen, Mythen und Legenden, aber auch klassischer Weltliteratur
und der allgegenwärtige Katholizismus prägten die kindliche
Erfahrungswelt. Im Alter von zehn Jahren gaben ihn seine Eltern an das
Jesuitenkonvikt in Kalksburg
bei Wien, um ihm eine gediegene Ausbildung zukommen zu lassen und ihn
aus der Atmosphäre der zerrütteten Ehe zu entfernen. Auf dieser
Schule blieb er von 1932 bis 1934, den religiösen Exerzitien und
der Erziehung zu unbedingtem Gehorsam unterworfen.
FÜHMANN selbst hat beschrieben, dass er als tief religiöses Kind die Anstalt bezog, sie aber nach vier Jahren als überzeugter Atheist verließ.
Er besuchte dann die Mittelschule in Reichenberg (Liberec), drei Jahre später das Realgymnasium in Hohenelbe (Vrachlabi). War er in Kalksburg noch der Klassenprimus, so verließ ihn sehr bald der Lerneifer und andere Interessen erlangten die Oberhand. 1938 war das Sudetenland wie Österreich dem Deutschen Reich angegliedert worden, eine Entwicklung, die sowohl Vater FÜHMANN, der frühzeitig Mitglied der NSDAP geworden war, als auch Sohn FRANZ voller Überzeugung begrüßten. FRANZ FÜHMANN trat in den sudetendeutschen Turnverein (sudetendeutsche Hitlerjugend) ein und wurde 16-jährig Mitglied der Reiter-SA. Nachdem er 1941 das Notabitur abgelegt hatte, wurde er zunächst zum Reichsarbeitsdienst nach Ostpreußen und dann als Fern- und Codeschreiber in das Heer eingezogen.
Kriegs- und Nachkriegsjahre
Anfänglich war er Soldat in
der Sowjetunion, dann in Griechenland stationiert.1942 erwirkte der Vater
die erste Veröffentlichung von fünf Gedichten seines Sohnes
beim Hamburger Verlag Ellermann. Das Ende
des Krieges erlebte FRANZ FÜHMANN in Deutschland, wo er mit einer
Verletzung ins Lazarett gekommen war. Noch am 5. Mai 1945 meldete sich
der überzeugte Soldat zur Wehrmacht zurück und geriet unverzüglich
in russische Kriegsgefangenschaft. Nach einem Jahr Lagerarbeit wurde er
auf eine Antifaschule (1)
geschickt, wo er sich eifrig seiner antifaschistischen Umerziehung unterzog.
(1) Als Antifaschule bezeichnete man re-education-scools (Umerziehungsschulen) in der sowjetischen Kriegsgefangenschaft. Die Teilnahme
war freiwillig. Viele Kriegsgefangene erhofften sich von der Teilnahme
an der Antifaschule eine schnellere Rückkehr nach Deutschland.
Der Name der Schule leitet sich von antifaschistisch/Antifaschismus her,
ein Begriff, der in der Sowjetunion und den sozialistischen Ländern
synonym mit "Gegner des Nationalsozialismus" gebraucht wurde.
Begierig füllte der Enttäuschte das entstandene geistige Vakuum mit den Schriften LENINs und denen des marxistischen Philosophen und Literaturwissenschaftlers GEORG LUKÁCS. Sehr bald wurde er selbst Assistent und Lehrgruppenleiter an der Antifaschule. Noch vor seiner Rückkehr nach Deutschland stand fest, dass er der 1948 gegründeten Nationaldemokratischen Partei im Osten Deutschlands beitreten würde. 1949 kam der von seiner Mutter Totgeglaubte in die DDR. 1950 heiratete er die Arbeiterin und schlesische Umsiedlerin URSULA BÖHME, ein Jahr später wurde die Tochter BARBARA geboren.
Parteifunktionär und Schriftsteller
1952 wurde FÜHMANN Mitglied im Parteivorstand der NDPD. Er verfasste
in seiner Zeit als Parteifunktionär
vor allem kulturpolitische Aufsätze, tagespolitische Pamphlete und
Lyrik. 1953 erscheinen sein erster Gedichtband „Die
Nelke Nikos“, in Reaktion auf die Verhaftung eines griechischen
Kommunisten, und das Poem "Die Fahrt nach Stalingrad", eine
Aufarbeitung bisheriger biographischer Erfahrung, die er später nicht
mehr gelten lassen wollte und aus der Werkausgabe heraushielt. 1957 erschien
der Lyrikband "Aber die Schöpfung soll dauern", der sowohl
formal als auch inhaltlich souveräner und vielschichtiger geriet
als seine Vorgänger.1955 entstand in einer Auftragsarbeit für
den Aufbau Verlag die Novelle „Kameraden“,
in der er seine Kriegserlebnisse verarbeitete und die Legenden von der
Kameradschaft im deutschen Heer nachhaltig zerstörte. Diese Novelle
hat FÜHMANN den Ruf eines bedeutenden Nachkriegsautors eingetragen,
sie gilt als beeindruckendes Beispiel der Auseinandersetzung mit faschistischer
Ideologie und der Erforschung der Motivation verführter junger Soldaten.
Diese psychologische Erkundung vertiefte er noch in der folgenden Novelle
"Das Gottesgericht" (1957), deren Handlung er in Griechenland
ansiedelte. In der letzten Novelle dieser Reihe „Die
Kapitulation“ geht es um die letzten Tage des Dritten Reiches
und den Freitod eines deutschen Soldaten, der in den dramatischen Momenten
des herannahenden Endes die eigene Schuld erkennt, aber auch den Missbrauch,
der mit ihm und seinesgleichen getrieben wurde. Diese drei Erzählungen
versuchen die schuldhafte Verstrickung in die faschistischen Verbrechen
psychologisch und biographisch auszuloten. Wie wird jemand Faschist, was
befähigt ihn, andere Menschen zu töten? -- diese Fragen stellt
FÜHMANN in den Mittelpunkt der Texte, die exemplarisch das Kriegserlebnis
einer ganzen Generation aufarbeiten und zudem eine rigorose Selbsterkundung
sind.
Freier Schriftsteller
FÜHMANN, der ein disziplinierter Parteiarbeiter war, von dogmatischen
Ansichten und STALINverehrung nicht frei, bewahrte sich jedoch ein solches
Maß an selbstständigem Denken, dass er in kulturpolitischen
Fragen in Widerspruch zu seinem Parteivorstand geriet. Sicher auch die
ernüchternden Offenbarungen des XX. Parteitages der KPdSU über
die Verbrechen der STALIN-Ära und die Niederschlagung der ungarischen
Revolution 1956 ließen ihn an der Richtigkeit des eingeschlagenen
Weges zweifeln. Sein Arbeitsverhältnis mit der NDPD wurde gelöst
und FÜHMANN war fortan freier Schriftsteller. Ein winziges Häuschen
in Märkisch-Buchholz im Wald, in das er sich oft zum Arbeiten zurückzog,
wurde zu seiner legendären Dichterwerkstatt.
Bitterfelder Weg
Nachdem er den Büroschreibtisch verlassen hatte, zog es FÜHMANN,
geleitet von der kulturpolitischen Linie des "Bitterfelder
Weges" an Stätten der produktiven Arbeit, unter anderem
zu Volkspolizisten, LPG-Bauern und Werftarbeitern. Angeregt durch den
Leiter des Hinstorff Verlages war ein Arbeitsaufenthalt des Dichters auf
der Rostocker Warnow-Werft, in dessen Ergebnis die Reportage „Kabelkran
und Blauer Peter“ (1961) entstand. In einem 14-teiligen Zyklus
von biographischen Episoden aus seiner Kindheit und Jugend „Das
Judenauto“ (1962), dokumentiert er die Anfälligkeit des
aus kleinbürgerlichen Verhältnissen stammenden Jungen für
faschistische Ideologie sowie dessen Wandlung zum entschiedenen Antifaschisten
an präzisen Milieustudien und psychologischen Beobachtungen.
Ebenfalls 1962 erschien die Novelle „Böhmen am Meer“, in der FÜHMANN das Schicksal
einer böhmischen Umsiedlerin beschreibt, die nunmehr als gebrochene
Frau an der Ostsee lebt. Indem er ihre Geschichte mit einem Motiv aus
SHAKESPEAREs "Wintermärchen" verwebt, hebt er sie gleichsam
über ihre unmittelbare historische Gebundenheit hinaus. Dies gelingt
ihm auch in weiteren Kriegserzählungen „König
Ödipus“ und "Die Schöpfung" (erschienen 1966
"König Ödipus. Gesammelte Erzählungen"). Der
Bezug zur griechischen und biblischen Mythologie verschafft ihnen nicht
nur ein höheres Maß an Geltung, sondern ermöglichte auch
verfeinerte Erzählverfahren.
FÜHMANN und BARLACH
Angeregt durch den Hinstorff Verlag war auch FÜHMANNs Beschäftigung
mit dem Bildhauer ERNST BARLACH.
FÜHMANN schuf 1963 für einen Bildband die Erzählung "Das
schlimme Jahr" (auch: "Barlach in Güstrow"). Beschrieben
ist jener Tag in Barlachs letztem Lebensjahr, da er erfährt, dass
die Nazis, von denen er zunehmend in die Isolation getrieben wurde, seinen
schwebenden Engel aus dem Güstrower Dom entfernt haben, um ihn einzuschmelzen.
Kinderliteratur
FRANZ FÜHMANN hat in jenen Jahren auch Filmszenarien geschrieben
und vor allem eine Reihe von Kinderbüchern:
"Vom Moritz, der kein Schmutzkind mehr sein wollte" (1959),
"Die Suche nach dem wunderbunten Vögelchen" (1960), "Lustiges
Tier-ABC" (1962), "Reineke Fuchs: neu erzählt" (1964),
"Androklus und der Löwe" (1966). 1968 erschienen die Nacherzählungen
für Kinder "Das hölzerne Pferd. Die Sage vom Untergang
Trojas und von den Irrfahrten des Odysseus" und "Shakespeare-Märchen.
Für Kinder erzählt" und 1971 "Das Nibelungenlied.
Neu erzählt".
Nachdichtungen
In den Sechziger- und Siebzigerjahren hat FÜHMANN auch als Nachdichter
von bulgarischer, vor allem aber ungarischer und tschechischer Poesie
viel geleistet. Er übertrug die Gedichte von
Noch einmal unternahm er es, in die Tiefen des frühen Kindesalters vorzudringen und psychischen Prägungen auf die Spur zu kommen in dem Band "Der Jongleur im Kino oder Die Insel der Träume", der 1970 erschien.
Widerspruch zur politischen Linie
FÜHMANN, der immer den Kontakt zur arbeitenden Bevölkerung gesucht
und offenen Auges die von der Parteiführung der DDR verschwiegenen
Missstände wahrgenommen hat, geriet in zunehmenden Widerspruch
zur politischen Linie. Kulturpolitische Maßnahmen gegen Schriftstellerkollegen
sowie die Niederschlagung des Prager Frühlings trugen zu seiner kritischen
Haltung bei, wobei er sch jedoch weiterhin dem Staat DDR dankbar verpflichtet
fühlte. 1972 trat er aus der NDPD aus, zeitweilig auch aus dem Schriftstellerverband
der DDR. In sein 50. Lebensjahr fiel ein Buch, das in vielerlei Hinsicht
als ein Neuanfang gesehen werden muss: „Zweiundzwanzig
Tage oder Die Hälfte des Lebens“. Dieses Ungarn-Tagebuch
entstand 1971/1972. Leitmotiv des formal nicht geschlossenen Textes, der
Gedankensplitter, Träume, Bruchstücke von Mythischem, Biographischem,
Lektüreerfahrung, Ungarnerlebnis und Begegnungen mit Menschen zu
einem lockeren Mosaik fügt, ist wiederum das Thema
der Wandlung. Gleichsam enthält dieses Buch die offenen Enden
seiner schriftstellerischen Biografie und geistigen Interessen.
Gegenwartsgeschichten
FÜHMANN wandte sich unmittelbar nach dem Ungarn-Tagebuch Gegenwartsgeschichten
zu, in denen er auf satirische Weise und dank scharfsichtiger Beobachtungen
die Herrschaftsverhältnisse in der DDR entlarvte ("Bagatelle,
rundum positiv", 1973; "Drei nackte Männer", 1974;
"Spiegelgeschichte", 1974).In jener Zeit beschäftigte ihn
bereits das Werk E.T.A. HOFFMANNs, über das er eindrucksvolle Essays
verfasste ("Fräulein Veronika Paulmann aus der Pirnaer Vorstadt
oder Etwas über das Schauerliche bei E.T.A. Hoffmann", 1979,
mit dem Anhang zu "Ignatz Denner" sowie ein Nachwort zu "Klein
Zaches, genannt Zinnober", 1976), und sein Vorhaben einer großen
Bergwerksgeschichte. Er schloss sich einer Brigade im Kupferbergbau an,
um möglichst authentisch seine Studien betreiben zu können und
fand in den Flözen des Berges das Gleichnis für die mythischen
Schichten seiner schriftstellerischen Arbeit.
Ende der Siebzigerjahre schuf FÜHMANN eines seiner schönsten
Werke für Kinder, das Sprachspielbuch „Die
dampfenden Hälse der Pferde im Turm von Babel“ (1978), das
einmal mehr beweist, mit welcher Ernsthaftigkeit er seine schriftstellerische
Arbeit für Kinder versah.
Engagement für die jungen Autoren
FÜHMANN nutzte seine Popularität, seinen Einfluss und sein moralisches
Gewicht, um der jungen, vielfach totgeschwiegenen Schriftstellergeneration
in der DDR Gehör zu verschaffen. So erwirkte er die ersten Lyrik-Veröffentlichungen
von UWE KOLBE und WOLFGANG HILBIG, setzte sich für FRANK-WOLF MATTHIES
und GERT NEUMANN ein. Sein Engagement
für die jungen Autoren stieß an seine Grenzen, als er Anfang
der Achtzigerjahre an der Akademie der Künste eine Anthologie mit
Werken dieser öffentlich verleugneten Schriftstellergeneration veranstalten
wollte. Von der Staatssicherheit und der Partei wurde dieses Vorhaben
hintertrieben. FÜHMANN gehörte zu jenen Autoren, die 1976 die
Petition gegen die Ausbürgerung des Liedermachers WOLF
BIERMANN unterschrieben hatten und der mit großer Besorgnis
den Weggang vieler Schriftstellerkollegen wahrnahm. Er, der einst große
Anerkennung in der DDR genoss, musste erfahren, dass ihm Ehrungen nur
noch aus der Bundesrepublik zuteil wurden, dass seine Texte nicht selten
unter Schwierigkeiten gedruckt werden konnten und dass man seine Leseveranstaltungen
von höchsten staatlichen Stellen aus sabotierte. FÜHMANN fühlte
sich der DDR weiterhin verpflichtet und ließ sich nie dazu hinreißen,
von der Bundesrepublik aus Propaganda gegen sie zu treiben, jedoch war
es ihm innere moralische Verpflichtung, den kulturpolitisch Mächtigen
in Offenen Briefen seine Bedenken mitzuteilen, das Recht
der Literatur anzumahnen und eine funktionierende Öffentlichkeit
einzufordern.
Trakl-Essay
Sein größtes Werk, in dem er rigoros nicht nur mit den eigenen
Wegen und Irrwegen ins Gericht ging, sondern auch die ideologischen und
politischen Dogmen in der DDR anklagte, war sein TRAKL-Essay
"Vor Feuerschlünden. Erfahrungen mit Georg Trakls Gedicht"
(1982; in der BRD: "Sturz des Engels"). Ausgehend von seiner
lebenslangen Affinität zur Lyrik des österreichischen Dichters
geriet das Nachwort zu einer TRAKL-Ausgabe des Reclam-Verlages nicht nur
zu einer eindrucksvollen Lebens- und Epochenbilanz, sondern zu einem Plädoyer
für die Macht und Eigenständigkeit der Dichtung und der künstlerischen
Subjektivität. Dieser Essay, wie zuvor seine Arbeiten zu E.T.A. HOFFMANN
und den Voraussetzungen von Literatur ("Erfahrungen und Widersprüche.
Versuche über Literatur", 1975), belegen, dass sich FÜHMANNs
künstlerische Subjektivität in essayistischen Texten am reichsten
entfalten konnte und er zur höchsten Meisterschaft fand.
Unmittelbar nach Abschluss der Arbeit am Trakl-Essay vollendete FÜHMANN
ein Bändchen mit grotesk-satirischen und gleichnishaften Geschichten,
die er in der Einkleidung des Sciencefiction-Genres verfremdete, um auf
die "gestockten Widersprüche" in der Gesellschaft aufmerksam
zu machen, seelenlose Wissenschaftsgläubigkeit anzuprangern und nicht
zuletzt den eigenen, überwundenen Alkoholismus zu thematisieren.
Dieses Bändchen "Saiäns
Fiktschen" erschien ebenfalls 1982, nur eine Erzählung "Die
Ohnmacht" war bereits 1975 entstanden.
FÜHMANNs letzte Lebensjahre
FÜHMANNs letzte Lebensjahre
waren nicht nur von der zunehmenden Isolation durch die Kulturpolitik
und seine vergeblichen Versuche, die Verantwortlichen des Staates, dem
er sich nach wie vor verpflichtet fühlte, zum Dialog zu bewegen,
überschattet, sondern auch von einer aggressiven Krebserkrankung
und etlichen Operationen. Zu seinen letzten Arbeiten zählen die Wiederaufnahme
des Filmprojekts "Simplicius Simplicissimus", Geschichten zu
alttestamentarischen Stoffen ("Das Ohr des Dionysos", 1984)
der Essay "Meine Bibel", 1983, ein Libretto "Kirke und
Odysseus" (1985) sowie eine Arbeit über Behinderte, die in den
Fürstenwalder Samariteranstalten entstand: "Was für eine
Insel in was für einem Meer" (1985). Sein großes Lebenswerk
"Im Berg" blieb Fragment und für FÜHMANN das Zeugnis
seines Scheiterns. Nicht zuletzt verdankte die DDR FRANZ FÜHMANNs
Anstrengungen die erste und einzige Ausgabe von Schriften des Psychoanalytikers
SIGMUND FREUD.
FRANZ FÜHMANN starb am 8. Juli 1984 in der Berliner Charité, begraben ist er in Märkisch-Buchholz.
Werke:
FÜHMANN schrieb Werke für Kinder und Erwachsene: