Frühlings Erwachen. Eine Kindertragödie
FRANK WEDEKINDs
"Frühlings Erwachen. Eine Kindertragödie" entstand 1891.
Aber erst 1906 durfte es erstmals öffentlich aufgeführt werden. Es
ist ein Stück um die Probleme Jugendlicher, erwachsen zu werden. Zugleich
richtet es sich gegen die Erziehungspolitik, gegen die Verlogenheiten und
Verdrängungsmechanismen im wilhelminischen Kaiserreich. Der Titel verweist
auf das Erwachen der sexuellen Bedürfnisse im Heranwachsenden, auf
die Pubertät. Die Jugendlichen sind auf der Suche nach ihrer Identität,
nach ihrer Art zu lieben. Sie scheitern letztendlich am Moralkodex der Erwachsenenwelt.
"Ich begann zu schreiben ohne irgendeinen Plan,
mit der Absicht zu schreiben, was mir Vergnügen macht. Der Plan entstand
nach der dritten Szene. Es widerstrebte mir, das Stück, ohne Ausblick
auf das Leben der Erwachsenen, unter Schulkindern zu schließen. Deshalb
führte ich in der letzten Szene den Vermummten Herrn an."
(WEDEKIND)