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Gegenstandsbeschreibung
FotoapparatBlindschleicheFranz Kafka: Erzählungen

Beschreibungen
Eine Beschreibung ist eine vorwiegend informierende, sachbetonte und wirklichkeitsnahe Darstellungsform. Die Beschreibung dient dazu, einen konkreten bzw. abstrakten Gegenstand, Zustand, Zusammenhang, Sachverhalt, eine Person oder einen wiederholten bzw. wiederholbaren Vorgang mit sprachlichen Mitteln so darzustellen, dass der Adressat eine genaue Vorstellung davon gewinnt.
Beim Beschreiben wird das Erfassen des Typischen und Allgemeingültigen angestrebt, das Besondere und Zufällige weggelassen.
Beschreibungen sind in genauer, eindeutiger und übersichtlicher sprachlicher Form abzufassen. Die Verwendung von Fremdwörtern ist dem Adressatenkreis anzupassen.
Es gibt unterschiedliche Beschreibungsarten, eine davon ist die Gegenstandsbeschreibung.

Gegenstandsbeschreibungen
Gegenstandsbeschreibungen sollen den Adressaten über Merkmale und Eigenschaften von Gegenständen, Zuständen und Lebewesen informieren. Dabei muss neben dem Wesentlichen auch das Allgemeine, Einzelne und Besondere erfasst werden.
Die Verwendung von Fachbegriffen ist bei der Gegenstandsbeschreibung unerlässlich. Es ist eine zweckentsprechende und angemessene Form zu verwenden.

Wie geht man beim Beschreiben vor?
Um Zusammenhänge darzustellen, müssen die funktionalen Zusammenhänge einzelner Teile beachtet werden. Alle Angaben müssen genau und eindeutig beschrieben und in einer räumlichen Reihenfolge angeordnet werden.
Der Schreiber soll den inneren Blick des Lesers so leiten, dass dieser den Gegenstand schrittweise erfassen kann. Je nach Gegenstand sollte so vorgegangen werden:

Beispiel 1: Beschreibung eines Gegenstandes (Fotoapparat)
Die Hauptbestandteile eines Fotoapparates (siehe Bild 1) sind ein lichtdichtes Gehäuse, ein Objektiv und der Film, auf dem die Bilder gespeichert werden. Das Objektiv ist ein Linsensystem, das insgesamt wie eine Sammellinse wirkt. Bei normalen Kleinbildkameras hat das Objektiv eine Brennweite von 45 mm bis 50 mm. Gegenstände, die abgebildet werden sollen, befinden sich in der Regel weit außerhalb der doppelten Brennweite des Objektivs, also weiter als 10 cm vom Objektiv entfernt. Demzufolge entsteht durch das Objektiv ein verkleinertes, umgekehrtes, seitenvertauschtes und reelles (wirkliches) Bild.

Beispiel 2: Beschreibung eines Zustandes (Scharlach)
Die Erkrankung beginnt plötzlich und stürmisch mit folgenden Symptomen:
- starke Halsschmerzen,
- Husten,
- Erbrechen,
- hohem Fieber,
- Herzrasen und
- Kopf- und Bauchschmerzen.
Die ersten drei Tage ist die Zunge belegt, dann sieht sie himbeerfarben aus. Meist am zweiten Tag kommt es zu einem ein Ausschlag, der in den Leisten beginnt und sich dann über den gesamten Körper ausbreitet. Mund und Kinn werden vom Ausschlag ausgespart. Die vom Ausschlag betroffenen Hautabschnitte fühlen sich an wie Sandpapier.

Beispiel 3: Beschreibung eines Tieres (Blindschleiche)
Echse, schlangenähnlich, Länge bis 45 cm, keine Gliedmaßen, lebt an nicht zu trockenen Plätzen, z. B. an Waldrändern, auf Feldern und Wiesen; bräunlich gefärbt; nachts und bei großer Hitze verbirgt sie sich unter Steinen oder in der Erde; gefährdet

Beispiel 4: Literarische Beschreibung eines Foltergerätes
Die Nadeln sind eggenartig angeordnet, auch wird das Ganze wie eine Egge geführt, wenn auch bloß auf einem Platz und viel kunstgemäßer. Sie werden es übrigens gleich verstehen. Hier auf das Bett wird der Verurteilte gelegt. ... Auch ist ein Zahnrad im Zeichner zu stark abgeschliffen; es kreischt sehr, wenn es in Gang ist; man kann sich dann kaum verständigen. Ersatzteile sind hier leider nur schwer zu beschaffen. Also hier ist das Bett, wie ich sagte.
Es ist ganz und gar mit einer Watteschicht bedeckt; den Zweck dessen werden Sie noch erfahren. Auf diese Watte wird der Verurteilte bäuchlings gelegt, natürlich nackt; hier sind für die Hände hier für die Füße, hier für den Hals Riemen, um ihn festzuschnallen.

(aus: FRANZ KAFKA, "In der Strafkolonie", vgl.: PDF 1, S. 2)
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