GEORG BÜCHNERs
Novelle "Lenz" ist das wichtigste Werk des deutschen Frührealismus.
In ihr werden naturalistische, auch expressionistische Merkmale vorweggenommen.
BÜCHNER orientierte sich nicht an den klassischen idealen des "Guten,
Wahren, Schönen". Von den Romantikern übernahm er die Ästhetisierung
des Hässlichen, d.h. Leben war für ihn Ganzheit. Das Leben, wie
es ist, schließt auch den Wahnsinn des Helden ein. Damit begab sich
Büchner in eine Gegenposition zu den zeitgenössischen Kritikern.
Seinen Lenz lässt er sagen: "Ich verlange
in allem Leben, Möglichkeit des Daseins, und dann ist's gut; wir haben
dann nicht zu fragen, ob es schön, ob es häßlich ist, das
Gefühl, daß was geschaffen sei, Leben habe, stehe über diesen
beiden, und sei das einzige Kriterium in Kunstsachen."
BÜCHNERs literarische Haltung entsprang seinem Lebensmotto: Leben als
Selbstzweck. Das bedeutet, Leben um des Lebens willen. Deswegen schaffte
BÜCHNER keine Kunstfiguren als Verkörperung von Idealen, sondern
Menschen aus Fleisch und Blut. Eine Verklärung seiner Figuren verbietet
sich von selbst.
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