



Zwischen etwa 880 und 1050 besteht sprachlich eine Lücke zwischen
den ältesten überlieferten althochdeutschen Texten und den jüngsten
mittelhochdeutschen Texten. Sie wird "die große
deutsche Lücke" genannt. Die Literatur wurde jetzt wieder in
Latein geschrieben. Ihre Themen waren zumeist weltlichen Charakters:
Mittelhochdeutsche Epoche
Das Mittelhochdeutsche ist eine eigenständige Epoche der deutschen Sprachgeschichte und
umfasst die Zeit von etwa 1050 bis 1350.
Sie wird untergliedert in die Zeitabschnitte
Diese Epoche ist gekennzeichnet durch die Entfaltung einer Kultur, die von Rittertum und Adel als politische und wirtschaftliche Führungsschicht bestimmt wurde und nach romanischem Vorbild ausgerichtet war. Während in der vorhergehenden althochdeutschen Periode die gelehrten Kleriker den Hauptanteil an der Prägung der deutschen Sprache hatten, bildeten nun die Fürstenhöfe die geistigen Zentren. Zudem wurde die Sprache wesentlich von weltlichen Dichtern beeinflusst (Bild 1). Und sie wurde als Ausdrucksmittel für verschiedene dichterische Gattungen ausgebildet:
Es entwickelte sich eine überregionale Dichtersprache, die Ansätze zu einer Gemeinsprache trug. Allerdings blieb sie eine Kunst- und Literatursprache, die geschrieben, aber im Allgemeinen nicht gesprochen wurde.
Sprachentwicklung
In der Periode des Mittelhochdeutschen wurde vor allem die höfische Kultur aus dem romanischen Sprachraum (besonders dem französisch-provenzalischen) übernommen. Das hatte eine Fülle von Lehnwörtern und Lehnprägungen zur Folge. So wurden beispielsweise entlehnt:
Auch aus der Sprache des flandrischen Rittertums sind Wörter
übernommen worden, z. B. wapen (Wappenzeichen) oder ritter (Ritter
im Sinne der Standesbezeichnung, nicht mehr wie noch vor 1170 in der
Bedeutung Reiter). Zu den Lehnprägungen nach französischem
Muster gehören zudem die Infinitivbildungen auf -ieren, z. B.
parieren, und die Suffixe auf -ie, z. B. Partie.
Des Weiteren erhielten Erbwörter unter dem Einfluss der ritterlichen Kultur teilweise eine neue Bedeutung,
z. B. mhd. knappe (bisher gleichbedeutend mit mhd. knabe) wurde eingeengt
zu: junger Edelmann im Dienst eines Ritters (nach dem frz. garcon).
Deutlich unterschied sich das Mittelhochdeutsche vom Althochdeutschen in der Lautgebung: