wird die Einfühlung
erleichtert und damit die perspektivische Verengung betont. Ein eigentlicher
Erzähler als Vermittler zwischen
Autor und Leser scheidet aus. Dem Leser wird vorgespielt, er sei unmittelbar
am Schauplatz des Geschehens. Dabei kann es sich um neutrales
Erzählen handeln, wenn der Leser das Geschehen wie mit einer
Kamera registriert, wenn also die Reflektorfigur fehlt. Es kann aber auch ein echtes personales Erzählen
sein, wenn der Leser die Handlung aus dem Gesichtswinkel und der Gedankenwelt
einer oder mehrerer Figuren miterlebt. Diese Figur(en) nennt man nicht Erzähler,
sondern Perspektivträger, denn die
Figur erzählt niemandem etwas.
Obwohl hier nur aus einem beschränkten Blickwinkel ein Geschehen reflektiert wird, ist die Unmittelbarkeit und Intensität sehr stark.
Der Begriff der personalen Erzählsituation geht auf den österreichischen Literaturwissenschaftler FRANZ KARL STANZEL (geb. 1923) zurück.