Lebensgeschichte und literarisches
Werk
PETER HUCHEL wurde am 3. April
1903 als Sohn des Beamten FRIEDRICH HUCHEL und seiner Frau MARIE geb.
ZIMMERMANN in Berlin-Lichterfelde geboren.
Er besuchte ab 1913 die Oberschule in Berlin-Steglitz und ab 1915 die
städtische Oberrealschule in Potsdam. 1916 zog die Familie nach Potsdam
um. Sein literarisches Interesse entdeckte er schon früh. So schrieb er
schon mit 15 Jahren im Jahr 1918 erste Gedichte. 1923 legte er sein Abitur
ab und begann Literatur und Philosophie in Berlin zu studieren. Seine
ersten Gedichte wurden im Jahre 1924 veröffentlicht. In den Jahren 1925
bis 1927 studierte er abwechselnd in Freiburg, Berlin und Wien. Dort lernte
er seine spätere Frau DORA LASSEL kennen. 1930 heiratete er und lebte
seitdem abwechselnd in Siebenbürgen und Deutschland.
1933 – im Jahr der Machtergreifung durch die Faschisten – verhinderte
er die Drucklegung seiner Gedichtsammlung "Der Knabenteich",
da er befürchtete, dass die Nazis sie für ihre Zwecke benutzen und missbrauchen
könnten. 1935 wurde seine Tochter Susanne geboren. Von 1930 bis 1933 war
er Mitarbeiter der Zeitschrift „Literarische
Welt“ und von 1934 bis 1940 arbeitete er als Hörspielautor unter
anderem für den Reichssender Berlin und den Deutschen Kurzwellensender.
1941 wurde er zum Militärdienst als Soldat eines Nachrichtenregimentes
eingezogen. In den letzten Kriegswochen geriet er in sowjetische Kriegsgefangenschaft.
Nach seiner Rückkehr arbeitete er als Dramaturg, Sendeleiter und später
als künstlerischer Direktor beim Berliner Rundfunk. 1946 lernte er seine
zweite Frau MONICA MELIS kennen und trennte sich von DORA, seiner ersten
Frau. In dieser, erst 1953 geschlossenen Ehe, wurde 1949 der Sohn Stephan
geboren.
1947 kam es zur ersten größeren Gedichtveröffentlichung und 1948 erfolgte
die erste Buchpublikation "Gedichte" im Aufbau-Verlag. Seit
1949 war er Mitglied des PEN-Zentrums Deutschland. und von 1952 bis 1971
Mitglied der Deutschen Akademie der Künste zu Berlin.
„Sinn und Form“
Von 1949 bis 1962 war er Chefredakteur der Kulturzeitschrift „Sinn
und Form“. Das erste Sonderheft erschien über BERTOLT BRECHT,
mit dem HUCHEL eine tiefe Freundschaft verband. 1953 erhielt er die erste
Kündigung als Chefredakteur und nur durch die Intervention BERTOLT BRECHTs
behielt er seinen Posten. Nach dem Mauerbau 1961 wurde HUCHEL wegen seiner
systemübergreifenden künstlerischen Konzeptionen angegriffen und 1962
zum Rücktritt gezwungen.
In den folgenden neun Jahren wurde er politisch stark kritisiert und geriet
in Isolation. Unter anderem, weil er sich weigerte, den ihm verliehenen
West-Berliner Theodor-Fontane-Preis abzulehnen. Er erhielt keine
Publikationsmöglichkeit und durfte nicht reisen, auch wurde seine
Post konfisziert. In dieser für ihn schwierigen Zeit konnte er auf Freunde
wie WOLF BIERMANN, HENRYK BERESKA, UWE GRÜNING, REINER KUNZE, WALTER JANKA,
CHRISTA REINIG und ROLF SCHNEIDER zählen. 1964 wurde das Archiv von "Sinn
und Form" illegal geräumt und HUCHEL vom Kreisgericht Potsdam verurteilt.
Die Lage entspannte sich erst mit seiner Ausreise
aus der DDR im Jahre 1971. Er nahm seinen neuen Wohnsitz in Staufen im Breisgau.
1977 hielt er sich auf Einladung des Hamburger Senats in Hamburg auf.
In dieser Zeit entstanden seine letzten vier Gedichte. Aus gesundheitlichen
Gründen kehrte er jedoch 1978 vorzeitig nach Staufen zurück.
Am 30. April 1981 starb PETER HUCHEL nach langer Krankheit in Staufen.
Ihm zu Ehren stiftete das Land Baden-Württemberg den Peter-Huchel-Preis,
der jedes Jahr einmal verliehen wird.
Zu den ihm verliehenen Preisen gehören
Werke
Zu HUCHELs Werken zählen: