






























"Generationen deutscher Leser galt und gilt er als Verkörperung des Dichterischen, sein klangvoll-rhythmischer Name wurde zum Inbegriff des Poetischen."Lebensgeschichte und literarisches Schaffen
(MARCEL REICH-RANICKI. In: Die schönsten Gedichte von Rainer Maria Rilke. Zürich: Diogenes Verlag, 2006)
Seine erste literarische Arbeit wurde 1894 veröffentlicht: "Leben
und Lieder", ein Gedichtbuch. 1895 legte er in Prag das Abitur ab,
Prädikat "Auszeichnung".
1895 begann er an der Universität in Prag, Kunstgeschichte,
Literaturgeschichte und Philosophie zu studieren. Zwei Semester studierte er in München Kunstgeschichte, Ästhetik und Darwinsche
Theorie.
In München lernte er die 14 Jahre ältere Schriftstellerin LOU ANDREAS-SALOMÉ kennen und lieben, die allerdings verheiratet war. Er folgte ihr 1897
nach Berlin.
Mit dem Abbruch des in Prag und München nur halbherzig betriebenen
Studiums entschied sich RILKE für den Dichterberuf. 1897 wurde der
Gedichtband "Traumgekrönt" veröffentlicht und sein
Drama "Im Frühfrost" in Prag uraufgeführt.
Seine Freundin, die Schriftstellerin, riet ihm, sich RAINER
MARIA RILKE zu nennen.
(vgl. LOU ANDREAS-SALOMÉs Lebenserinnerungen in PDF 2) Der Prosaband "Am Leben hin" und
das Drama "Ohne Gegenwart" wurden 1898 veröffentlicht,
der Prosaband "Zwei Prager Geschichten", der Gedichtband "Mir
zur Feier" und das Drama "Die weiße Fürstin"
1899.
RILKE führte generell ein sehr unstetes Leben, es hat ihn nie länger
als einige Jahre an einem Ort gehalten. Zur Jahrhundertwende lernte RILKE
in der Malerkolonie Worpswede die Bildhauerin CLARA
WESTHOFF kennen und heiratete sie 1901. Fortan lebte er mit ihr
in Westerwede bei Bremen. Im selben Jahr im Dezember wurde die Tochter
RUTH geboren. Nur neun Monate nach der Geburt der Tochter trennte sich
das Ehepaar.
1902 erschienen der Prosaband "Die Letzten", das
Drama "Das tägliche Leben" und der Gedichtband "Das
Buch der Bilder". Mittellosigkeit zwangen RILKE 1902
zur Auflösung seines Hausstandes und zur Übernahme von Auftragsarbeiten.
1905 machte RILKE die Bekanntschaft des Verlegers ANTON KIPPENBERG und
begann, mit dem "Insel-Verlag" zusammenzuarbeiten. Im selben Jahr erschien der Gedichtband „Das
Stunden-Buch“ in diesem Verlag. Am "Stunden-Buch" hatte
RILKE schon lange Jahre gearbeitet; der erste Teil entstand im Jahr 1899,
der zweite 1901 und der dritte 1903. 1905 nahm er außerdem ein Philosophiestudium in Berlin bei GEORG SIMMEL auf.
Wegen des großen Erfolgs erschien 1906 bereits die zweite Auflage
des "Buches der Bilder". Außerdem wurde nach mehrmaliger
Überarbeitung der Prosaband "Die Weise von Liebe und Tod des
Cornetts Christoph Rilke" veröffentlicht. 1907 und 1908 erschienen
die Gedichtbände „Neue
Gedichte“ und "Der neuen Gedichte anderer Teil". RILKE
fand hier zu einer neuen literarischen Form, den Dinggedichten.
Die lyrische Sprache war nicht mehr vom Gefühl geprägt, sondern
von der Präzision der Beschreibung.
Wieder war RILKE rastlos und zahlreiche Reisen führten ihn durch ganz Europa. 1910 entstand RILKEs bekannter Großstadtroman „Die Aufzeichnungen des Malte Laurids Brigge“, ein früher Roman der Moderne, mit dem RILKE praktisch Literaten wie JAMES JOYCE, MARCEL PROUST oder FRANZ KAFKA vorgriff, und der ihm zusammen mit den "Neuen Gedichten" zum literarischen Durchbruch verhalf.
RILKE wohnte oft zur Miete, doch er war auch häufig Gast bei adligen und großbürgerlichen Gönnern. So lebte er 1911/12 für einige Zeit als Gast der FÜRSTIN MARIE VON THURN UND TAXIS auf Schloss Duino an der Adria.
1915 wurde RILKE zum Militärdienst einberufen und während des Ersten Weltkrieges in Böhmen eingesetzt.
Im selben Jahr entstand der Gedichtband "Fünf Gesänge".
Für ein halbes Jahr arbeitete RILKE im Kriegsarchiv in Wien.
In seinen letzten Lebensjahren schrieb er gelassen-entspannte Gedichtzyklen in französischer Sprache und auch Lyrik. 1922 beendete RILKE die "Duineser Elegien" und schrieb die gesamten "Sonette an Orpheus" (PDF 3) , die heute zu den wichtigsten Werken der Literaturgeschichte gezählt werden. Sie erschienen im Jahre 1923. In diesem Jahr musste er sich für einige Zeit in verschiedenen Sanatorien aufhalten. Aber erst im Jahre 1926 wurde endgültig erkannt, woran er litt: Leukämie.
Am 13. Dezember schrieb er einen Abschiedsbrief an die Liebe seines Lebens, die Schriftstellerin LOU ANDREAS-SALOMÉ, der mit dem Abschiedsgruß endete: "Leb wohl, meine Liebe". Zwei Wochen später, am 29. Dezember 1926, starb RILKE im Sanatorium in Val-Mont. Testamentarisch hatte er die folgenden Verse zu seinem Grabspruch bestimmt:
"Rose, oh reiner Widerspruch, Lust,/Niemandes Schlaf zu sein unter soviel/Liedern."
Werke
Zu den Werken von RAINER MARIA RILKE
gehören u. a.:
