







RILKEs Gedichte
Die Gedichte RAINER
MARIA RILKEs sind ein beeindruckendes Beispiel für symbolistische
und impressionistische Lyrik. Oft wurden sie als schwülstig, sentimental,
pathetisch abgetan. Beim genaueren Hinsehen jedoch erschließt sich
dem Leser eine Bilderflut voller Leben. Eigenartige, fast geheimnisvolle
Metaphern werden in Naturbeobachtungen mitgeteilt, Pflanzen und Tiere
erhalten ein nie gekanntes Eigenleben.
Die Sprache der rilkeschen Gedichte
RILKEs Gedichte zeichnen sich durch eine melodiöse
Sprache aus, sie sind manchmal nur auf den Klang reduziert, der Inhalt
weicht vor der Form zurück. Dann wieder unterstreicht der Klang das
Inhaltliche, trägt es wie in "Der Panther", vermittelt die
scheinbare Ruhe eines gefangenen Tieres im Käfig.
In der PDF 1 sind einige
exemplarische Gedichte zusammengestellt, so auch "Der Panther"
vom September 1903. Das Gedicht beschreibt das Erleben und Mitfühlen
menschlichen Gefangenseins. Auffallend ist das Sich-Einfühlen in
die Kreatur und das darin Aufgehen. Das Gedicht gehört zu den sogenannten "Dinggedichten" des Bandes "Neue Gedichte",
seine symbolbildende Wirkung erreicht es durch die Intensität der
Beobachtung und das sprachliche Nachvollziehen und Nachgestalten von Bewegung
und Raum.
Menschliche Grundsituationen werden zwar aus ihrem makrokosmischen Zusammenhängen
gerissen, dafür erschließt sich dem Leser eine komplexe mikrokosmische
Welt: Das menschliche Gefühl wird auf seinen Wahrheitsgehalt hin
abgeklopft und auf seine reinste Form hin erhöht.
RILKEs "Das Buch der Bilder" von 1902 und "Das Stundenbuch", von 1899-1903
werden auch oft dem Jugendstil zugerechnet.
Das "Stundenbuch" beschreibt die Gottsuche eines russischen Mönches und
beinhaltet „Das Buch vom mönchischen Leben" (1899, 67 Gedichte), "Das
Buch von der Pilgerschaft" (1901, 34 Gedichte) und "Das Buch von der Armut
und vom Tode" (1903, 33 Gedichte). Die Gedichte sind von christlicher
Mystik und nietzscheanischem Glauben durchzogen.
PDF 2 enthält „Die Sonette an Orpheus“, PDF 3 die „Duineser Elegien“.
