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Rhetorik
KLEISTs Über die allmähliche Verfertigung der Gedanken beim Reden"Ciceros Bücher vom Redner

Rhetorik in der Literaturtheorie
Rhetorik meint ursprünglich die Kunst des Redens (Beredsamkeit). Sie entwickelte sich später zur Lehre aller Arten der Kunstprosa. Im klassischen Griechenland, wo dieser Begriff entstand, verstand man unter Kunstprosa

In diesem Sinne (als Teil der Poetik) ist die Rhetorik Bestandteil der Literaturtheorie. Hier untersucht sie vor allem die Verwendung von rhetorischen Figuren und Tropen sowie antiker Topoi (Sg.: Topos).

Rhetorische Figuren
Sowohl in der Alltags- wie künstlerischen Rede als auch in schriftlichen (Kunst-) Texten benutzt man rhetorische Figuren. Sie spielen heute jedoch in der Lyrik eine herausragende Rolle.
Es gibt verschiedene Auffassungen, welche Figuren und Tropen wo zuordnet. Eine Möglichkeit ist folgende:

Tropen Wortfiguren Sinnfiguren
Metapher
Katachrese
Metonymie
Synekdoche
Emphase
Hyperbel
Periphrase
Euphemismus
Synonym
Anapher
Epipher
Paronomasie
Polyptoton
Polysyndeton
Asyndeton
Ellipse
Zeugma
Hyperbaton
Parallelismus
Chiasmus
Antithese
Apostrophe
Rhetorische Frage
Permission
Personifikation
Allegorie

Andere Systematisierungen
Andere Autoren systematisieren die rhetorischen Figuren in:

Wiederum andere Autoren ordnen die rhetorischen Figuren ledglich den Oberbegriffen

Rhetorik beeinflusst jedoch nicht nur die Literatur, sondern auch alle anderen Künste. Schon SIMONIDES VON KEOS bezeichnete z. B. die Malerei als stumme Poesie und die Poesie als redende Malerei.

Redekunst
Der Begriff Rhetorik, im engeren Sinne als Redekunst aufgefasst, geht davon aus, dass Redefähigkeit eine Naturanlage des Menschen (natura) ist, die

vervollkommnet werden kann.

In diesem Sinne unterscheidet man

Die klassische Rhetorik unterscheidet drei Redegattungen:

Um eine gute Rede zu halten, sollte man die folgenden fünf Schritte einhalten.

  1. inventio: das Auffinden der Gedanken
  2. dispositio: das Anordnen der Gedanken
  3. elocutio: die sprachliche Ausgestaltung der Gedanken
  4. memoria: das Vertrautwerden mit dem ausformulierten Material
  5. actio: das Halten der Rede selbst
HEINRICH VON KLEISTs "Über die allmähliche Verfertigung der Gedanken beim Reden" kann man in PDF 1 nachlesen.
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