Deutsch
Untersuchen - Erörtern- Gestalten

Die „Einheitlichen Prüfungsanforderungen für das Fach Deutsch“ sehen drei Erschließungsformen für das Zentralabitur vor:

  1. Das untersuchende Erschließen von literarischen Texten

    Es erfordert nach den EPA-Standards folgende Operationen bzw. Leistungen der Analyse und Interpretation:
    „- Erfassen des Textes in seinen wesentlichen Elementen und Strukturen
    - Formulierung der Interpretations- bzw. Analysehypothesen
    - Skizzierung des Lösungswegs, begründete Auswahl von Untersuchungsaspekten
    - aspektorientierte Organisation der Textdeutung unter Berücksichtigung des Wechselbezuges von Textstrukturen, Funktionen und Intentionen (durch Er-fassen zentraler strukturbildender, genretypischer, syntaktischer, semantischer, stilistisch-rhetorischer Elemente und ihrer Funktion für das Textganze)
    - Kontextualisierung: z.B. Entwicklung von literaturgeschichtlichen, gattungsgeschichtlichen, geistesgeschichtlichen, biografischen, politisch-sozialen Bezügen
    - Erkennen und ggf. Beurteilen des Zusammenhangs von Struktur, Intention und Wirkung im Rahmen des historischen und aktuellen Verstehenshorizontes
    - Diskussion von Wertvorstellungen, die in den Texten enthalten sind
    - literarische Wertung
    - Entwicklung geeigneter Argumentationsverfahren.“

  2. Das erörternde Erschließen von literarischen Texten

    In den Orientierungen der EPA werden diese Operationen bzw. Leistungen folgendermaßen gekennzeichnet:
    „- erläuternde und deutende Wiedergabe der Textvorlage
    - argumentative Auseinandersetzung mit zentralen Thesen, Argumenten, Darstellungsformen der Textvorlage im Rahmen des historischen und aktuellen Verstehenshorizontes
    - weiterführende Problematisierung: Aufbau und Entfaltung einer eigenständi-gen fachspezifischen Argumentation
    - begründete Urteilsbildung.“

  3. Das gestaltende Erschließen von literarischen Texten

    Es erfordert nach den EPA-Standards folgende Operationen bzw. Leistungen der Interpretation:
    „- Erfassung der Vorlage und Entfaltung des Textverständnisses; bei literarischen Texten unter Einbeziehung der sprachgeschichtlichen und literaturhistorischen Dimension
    - Erkennen der Möglichkeiten der Vorlage für die eigene Gestaltung
    - Strukturierung der eigenen Gestaltung
    - Anwendung literarischer Muster, poetischer Repertoires, textsortenspezifi-scher Anforderungen
    - eigenständige und einfallsreiche Textgestaltung
    - Beachtung der Korrespondenz zwischen Vorlage und eigenem Text in Struktur und Stil
    - sprachliche und strategische Berücksichtigung des angegebenen kommunikativen Kontextes
    - Anwenden geeigneter Argumentationsverfahren
    - ggf. Erläutern und Begründen der eigenen Textproduktion.“

    In den EPA werden für Aufgaben zum gestaltenden Erschließen Operationen benannt, die im Besondern für Aufgaben dieses Typs angewendet bzw. erwartet werden:
    „- überraschende Einfälle entwickeln, Situationen zuspitzen, Pointen setzen
    - Figuren plastisch, anschaulich, konsequent zeichnen; Empathie entwickeln
    - Handlungsweisen und -muster usw. überzeugend darstellen und begründen
    - Motive aufnehmen und ausgestalten
    - literarische Muster und poetische Repertoires kennen und anwenden
    - eine schlüssige Gesamtkonzeption entwerfen
    - Stilebene der Vorlage und einzelner Figuren bestimmen und adäquat gestalten
    - Stil der jeweiligen Gestaltungsform verwenden
    - ggf. die eigene Textproduktion erläutern und begründen.“

(vgl.: Einheitliche Prüfungsanforderungen in der Abiturprüfung Deutsch. Beschluss der Kultusministerkonferenz vom 01.12.1989 i. d. F. vom 24.05.2002, S. 16f.)

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