Lebensgeschichte
Die Lebensgeschichte
von WOLFGANG BORCHERT
(Bild 1) umfasst nur 26 Jahre. Er wurde am 20. Mai 1921 als einziger Sohn
des Volksschullehrers FRITZ BORCHERT und der Heimatschriftstellerin HERTHA
BORCHERT in Hamburg-Eppendorf geboren. Ab 1928 besuchte er die Volksschule
und wechselte im Jahre 1932 zur Oberrealschule.
Zwei Jahre vor dem Ablegen des Abiturs begann er eine Buchhandelslehre
und besuchte heimlich die Schauspielschule.
Im März 1941 bestand er die Prüfung und arbeitete die nächsten
drei Monate bei der Lüneburger
Wanderbühne "Landesbühne Osthannover". Noch während
dieses ersten Engagements wurde er zum Militärdienst
eingezogen. Von Entbehrungen, Gefängnisaufenthalten (wegen staatsfeindlicher
Äußerungen), Gefangenschaft in Frankreich, Erfrierung und Fleckfieber
gezeichnet, legte er 1945 nach seiner Flucht aus dem Gefangenenlager die
600 Kilometer von Frankreich nach Hamburg zu Fuß zurück und
betrat die Heimat als kranker Mann. Er versuchte noch, am Theater zu arbeiten,
aber sein zu spät diagnostiziertes und während des Krieges nicht
behandeltes Leberleiden fesselte ihn schon bald an das Bett. Seine verbleibende
Lebenskraft widmete er dem Schreiben.
Am 20. November 1947, einen Tag vor der Uraufführung seines Theaterstücks
"Draußen vor der Tür"
starb er in einem Basler Krankenhaus.
Literarisches Schaffen
Fast sein gesamtes literarisches
Werk schuf BORCHERT innerhalb von nur 2 Jahren in der Zeit von 1945
bis 1947. Er ist der bekannteste Autor der unmittelbaren Nachkriegszeit;
der Großteil seiner Werke wird der sogenannten Trümmerliteratur
zugerechnet. Die Notwendigkeit der kargen Sprache der Trümmerliteratur begründete er in "Das ist unser Manifest" (1946/47). BORCHERT
schrieb eine Reihe von Kurzgeschichten in der sparsamen Sprache dieser Literatur, dazu gehören:
Sowohl mit seiner Kurzprosa als auch mit seinen Stücken machte sich BORCHERT zur Stimme der verlorenen Kriegsgeneration und nahm sich insbesondere der Heimkehrerproblematik an. Eines der bekanntesten Stücke mit dieser Thematik ist das in nur 7 Tagen geschriebene Werk „Draußen vor der Tür“ (1947, Bild 2). Es wurde noch im Februar als Hörspiel gesendet und einen Tag nach dem Tod seines Verfassers uraufgeführt. Es wurde zu einem der am häufigsten gespielten Stücke der unmittelbaren Nachkriegszeit.
Werke
Zu den Werken von WOLFGANG BORCHERT
gehören u. a.: