Literarisches Schaffen
CHRISTIE wurde als Kriminalautorin
weltberühmt. Ihr in 1952 in London uraufgeführtes Stück
The Mousetrap (dt. Die Mausefalle), das 1949 zuerst als Erzählung
erschien, wird seither dort täglich gespielt und hält mit Abstand
den Rekord der längsten Laufzeit der Theatergeschichte. Mit ihren
Detektivromanen steht sie in der Tradition der Kriminalautoren ARTHUR
CONAN DOYLE und EDGAR ALLAN POE, die die Gattung der modernen Detektivgeschichte
begründet hatten. Im Mittelpunkt stehen die Aufklärung eines
rätselhaften Verbrechens und die Entlarvung eines unbekannten Täters
durch den Detektiv.
Die Ermittlungen in CHRISTIEs Romanen führen meist entweder der pensionierten belgische, etwas schrullige Meisterdetektiv Hercule Poirot, der seit ihrem erstem Roman The Mysterious Affaire at Styles (1921, dt. Das geheimnisvolle Verbrechen in Styles) zur Lösung des Falls auf seine "kleinen grauen Zellen" setzt, oder die hilflos scheinende ältliche Amateurkriminalistin Miss Jane Marple, deren Genie alle unterschätzen (unter anderem in 4:50 from Paddington, 1957, dt. 16 Uhr 50 ab Paddington). Gekonnt hält CHRISTIE dabei die Spannung aufrecht, indem sie den Spürsinn der Leser auf falsche Fährten lockt, bis sich die Handlung zuspitzt und ihre Detektive schließlich die Mörder demaskieren. Typisch für CHRISTIE ist neben der anhaltenden Spannung auch ihr feiner Sinn für Humor.
Häufig verwendet sie das klassische Muster der locked
room mysteries. Hierbei sind alle als Täter infrage kommenden
Personen in einem abgeschlossenen Raum isoliert. So auch in The
Mousetrap:
Der Detektiv vermutet, dass sich der Mörder - auf der Suche nach
seinem nächsten Opfer - in einer Wochenendgesellschaft befindet,
die sich in der Pension Monkswell Manor versammelt
hat. Ein Schneesturm verhindert, dass sich einer der Gäste entfernen
oder ein neuer hinzukommen kann. In Gesprächen versucht der Kommissar
den Kontakt, der zwischen zwei der Gäste in der Vergangenheit bestanden
haben muss, zu ermitteln. Jede neue Befragung verändert die Beziehungen
der Gruppenmitglieder untereinander. Erst in einem letzten Gespräch
mit allen Beteiligten wird der Täter überführt.
Ähnlich aufgebaut sind auch die Romane Murder on the Orient Express und Death on the Nile, deren Verfilmungen weltbekannt wurden.
CHRISTIE setzt sich häufig über gattungstypische Konventionen hinweg. Sie lässt den Mörder die rechte Hand des Detekivs sein wie in The Murder of Roger Ackroyd (1926, dt. Roger Ackroyd und sein Mörder), eine Gruppe einen Mord begehen (Murder on the Orient Express) oder den Täter sich als einen anderen verkleiden.
Unter dem Pseudonym Mary Westmacott veröffentlichte CHRISTIE Liebesromane. Sie schrieb außerdem die beiden Selbstporträts Come Tell Me How You Live (1946) und An Autobiography (1977, dt. Meine gute alte Zeit. Die Autobiographie einer Dame).
Verfilmungen
Viele Werke AGATHA CHRISTIEs wurden verfilmt. So erlangte die Schauspielerin
MARGARET RUTHERFORD als Miss Marple
in den 1960er-Jahren Weltruhm durch Filme wie
Werke (Auszug)
The Murder on the Links (1923, dt. Der
Mord auf dem Golfplatz)
Ten Little Niggers (1939, dt. Letztes Weekend,
als Drama unter dem Titel Zehn kleine Negerlein)
The Body in the Library (1942, dt. Die Tote
in der Bibliothek)
Death Comes as the End (1945, dt. Rächende
Geister)
By the Pricking of my Thumbs (1968, dt. Lauter
reizende alte Damen)
Elephants Can Remember (1972, dt. Elefanten
vergessen nicht)
Dramen
Spider's Web (1957, dt. Das
Spinnennetz)