Literarisches Schaffen
In seinen Geschichten und Romanen richtet sich HUXLEY gegen den Glauben,
dass der Fortschritt der Wissenschaften immer zum Guten führen müsse.
Neben den Werken von GEORGE ORWELL und H.G. WELLS zählen sie zu den Klassikern der science
fiction.
HUXLEYs erste satirische Romane wie Crome Yellow (1921) und Those Barren Leaves (1925) drücken seine Enttäuschung während der Nachkriegszeit aus. Er beschreibt real existierende Personen der englischen Gesellschaft so brilliant und zynisch, dass diese sich von ihm angegriffen fühlten. Die Romane erhielten jedoch gute Kritiken.
HUXLEYs wichtigstes Thema, das er auch in vielen Essays behandelt, bleibt allerdings die Kritik an der gesellschaftlichen Spezialisierung und den rationalistischen Glauben an den Fortschritt. Beides stellt er bloß in seinem bekanntesten Roman Brave New World, der sich gegen den Fortschrittsglauben HERBERT GEORGE WELLS richtet. Wie GEORGE ORWELL in 1984, das 1949 erschien, entwirft HUXLEY eine Anti-Utopie (dystopia), d. h. eine Albtraum-Version der Zukunft. Er beschreibt das Bild einer enthumanisierten Menschheit, in der die Menschen unter totaler Kontrolle stehen und die allein auf den Wohlstand ausgerichtet ist:
Mithilfe moderner Anwendung der Naturwissenschaft werden Menschen nach Rezept und genau hierarchisch genormt per Fließband-Retorte gezüchtet. Mit Hilfe von Konditionierung lernen sie, ihren sozialen Stand nicht in Frage zu stellen. Armut, Elend, Dreck und Unruhen existieren nicht, allerdings gibt es auch keine Freiheit, Religion, Kunst und Fantasie mehr. Glück wird für alle Menschen gleich auf künstliche Art hergestellt, sodass jedes Individuelle als Verbrechen gilt. Die drei rebellischen Außenseiter Bernard Marx, Helmholtz Watson und ein natürlich geborener Indianer stören das Bild der künstlichen Gesellschaft.
HUXLEY beschreibt eindringlich desillusionierende Bilder einer zukünftigen automatisierten Welt, die aller natürlichen Impulse beraubt ist, und vor der er eindringlich warnt.
Der Roman wurde zu einem Welterfolg. In seinem 1958 erschienenen Kommentar Brave New World Revisited überarbeitete HUXLEY noch einmal seine Prophezeiungen und befürchtet, dass sie sogar noch schneller Wirklichkeit werden könnten als gedacht. In Zeiten der Gentechnologie des 21. Jahrhunderts ist daher sein Werk vielleicht noch aktueller als in seinem Erscheinungsjahr.
Werke (Auszug)
Romane
Eyless in Gaza (1936, dt. Geblendet in Gaza)
Time Must Have a Stop (1944, dt. Zeit muss enden)
The Devils of Loudun (1952, dt. Die Teufel von
Loudun)
The Genius and the Goddess (1955, dt. Das Genie
und die Göttin)
Island (1962, dt. Eiland)
zahlreiche Essays, Kurzgeschichten und Reiseberichte