

USA
- Land der Superlative
Die USA sind nach wie vor das Traumland vieler Menschen - nicht zuletzt
wegen der zahlreichen Superlative, die sich mit der Natur des Landes und
dem Leben seiner Bewohner verbinden. Viele Menschen beeindruckt die ungeheure,
Freiheit und Unbegrenztheit vermittelnde Weite
des Landes. Jedem, der daran zweifelt, empfehlen die Amerikaner,
die Interstate 80 zu befahren, jene endlos erscheinende
Autobahn, die als ampelloses graues Band von 4.700 km Länge die Atlantik-
mit der Pazifikküste verbindet. Auch die schier endlosen Weizen- und
Maisfelder des Mittleren Westens, die aussehen wie ein umgestülpter
gelber Himmel, oder die gewaltige Wasserfläche des Mississippi, lassen
die ungeheuren Dimensionen des Landes
deutlich werden.
Die USA haben Anteil an fast allen Klimazonen und jeder Landschaftsform der Erde. Sie sind so groß und weit, dass der Morgen auf den westlichsten Inseln Alaskas acht Stunden später dämmert als im östlichsten Bundesstaat Maine. Im Norden leben Menschen, die alljährlich der Erfrierungsgefahr ausgesetzt sind, während in den Vorgärten des Südens Palmen wachsen und Hibiskus blüht. Leicht lässt sich die Zahl der Superlative, mit denen der "Rest der Welt" die USA charakterisiert, erweitern:
Manche dieser Superlative sind Verklärungen und entsprechen kaum der Realität, andere erweisen sich dagegen als zutreffende Kennzeichen der amerikanischen Wirklichkeit.
Weltmacht USA
Die Rolle der USA in der Welt hat zahlreiche Facetten mit unterschiedlicher
Tragweite. Aus ihrem Zusammenwirken erklärt sich die Weltmachtstellung
der USA.
Westliche Vormacht
Aus dem Zweiten Weltkrieg gingen die USA als Vormacht
der westlichen Staaten hervor. Nach Kriegsende begann die Allianz
mit der Sowjetunion wegen großer Divergenzen
über die Gestaltung der Nachkriegsordnung zu zerfallen. In Mittel-
und Osteuropa sowie in Asien wurden kommunistische Regimes errichtet,
und die Sowjetunion entwickelte sich
zur Vormacht des Ostblocks. Die daraus
resultierenden Spannungen zwischen den ehemaligen Verbündeten führten
Ende der 50er-Jahre zum so genannten Kalten
Krieg. Seit dem Zerfall des Ostblockes, dem Untergang der Sowjetunion
und dem damit verbundenen Ende des Kalten Krieges Anfang der 90er-Jahre
sind die USA wieder die alleinige Weltmacht.
Führende Industriemacht
Bereits 1888 erzielte die amerikanische
Industrie rund ein Drittel der Weltproduktion, mehr als Deutschland
und Großbritannien zusammen. Damit waren sie zur bedeutendsten
Industriemacht der Erde aufgestiegen. Trotz zunehmender europäischer
und asiatischer Konkurrenz stehen die USA nach wie vor an
der Spitze der Industrienationen. Sowohl bei der Förderung
wichtiger Rohstoffe und Energieträger, als auch bei der Produktion
vieler Industrieerzeugnisse (z. B. Kunstfasern, Kühlschränke
und Flugzeuge) sind sie mit Abstand führend.
Im Jahr 1999 hatte der Gesamtwert aller im Inland erzeugten Güter
und Dienstleistungen, das Bruttoinlandsprodukt, die gewaltige Summe von
8,7 Billionen US-Dollar erreicht. Damit erzeugen in den USA 5 % der Weltbevölkerung
rund ein Viertel des Weltbruttoinlandsprodukts. Legt man diese Zahlen
zugrunde, besitzt das Land die erfolgreichste
Volkswirtschaft.
Bedeutendster Agrarproduzent
Die USA verfügen über die größte
landwirtschaftliche Nutzfläche der Erde. Von der Gesamtfläche
ihres Territoriums sind 20,9 % Ackerland und 26,2 % Wiesen und Weiden.
Die hohe Produktivität der amerikanischen Landwirtschaft hat das
Land zum bedeutendsten Agrarproduzenten
weltweit werden lassen. Bei der Produktion von Mais, Sojabohnen und Milch
liegen die USA beispielsweise an erster, bei Weizen, Baumwolle und Fleisch
an zweiter Stelle. Da weit mehr Agrarprodukte hergestellt als verbraucht
werden, nehmen die USA auch beim Export landwirtschaftlicher Erzeugnisse
die Spitzenposition ein.
Welthandelsnation
Vor Deutschland und Japan führen die USA die Rangliste der Welthandelsländer
an. So beträgt der US-Anteil am Weltexport
bei Mais 58 %, bei Ölsaaten 55 % und bei Flugzeugen 48 %. Dennoch
sind die USA infolge der Größe des Wirtschaftsraums, ihres
Rohstoffreichtums und der Produktivität ihrer Landwirtschaft mit
nur 7 % des Bruttoinlandsproduktes am Welthandel beteiligt. In Deutschland
beträgt dieser Anteil rund 25 %.
Seit den neunziger Jahren klafft in den USA eine Schere zwischen dem Import- und Exportvolumen. So betrug der Wert der Importe im Jahre 1996 rund 799 Mrd. $, der Wert der Exporte dagegen nur 612 Mrd. $. Diese negative Handelsbilanz, die sich in den letzten Jahren weiter verstärkt hat, führte zu einer erheblichen Verschuldung der USA bei ihren Handelspartnern.
Lebensstandard
Die Spitzenposition der USA unter den führenden Industrienationen
spiegelt sich auch im hohen Lebensstandard
ihrer Bürger wider. Das veranlasst viele Menschen, den American
Way of Life als ihr Leitbild zu adaptieren.
So gelten z. B. Besitz und Qualität des Wohnraums (65 % der Amerikaner
leben in Einfamilienhäusern mit mindestens zwei Badezimmern) und
von Autos sowie die Höhe des Energieverbrauchs weltweit als Gradmesser
des Wohlstands. Selbst die Lebenshaltung der unter der "Armutsgrenze"
(von 16.000 $ pro Jahr für eine vierköpfige Familie) lebenden
Bevölkerungsschichten liegt noch erheblich über dem Weltdurchschnitt.
Allerdings würde die weltweite Ausweitung
der amerikanischen Lebenshaltung über kurz oder lang zur Erschöpfung
der irdischen Ressourcen führen und die Regenerationsfähigkeit
der Erde überfordern.