Biografie
EUGENE O´NEILL,
der als Sohn eines bekannten Theaterschauspielers geboren wurde, lernte
schon früh das Theaterleben kennen.
Während seiner Kindheit führte er ein unruhiges Wanderleben mit
seiner Familie. Ein Studium an der Princeton University brach er ab. O'NEILL
versuchte sich als Goldsucher, Seemann, Reporter und Schauspieler, bis er
schließlich 1912 einen psychischen Zusammenbruch
erlitt. Während eines Aufenthaltes in einem Lungensanatorium schrieb
er erste Theaterstücke. Von 1914
bis 1915 studierte O'NEILL Dramaturgie an der Harvard University, wo er
Kontakt zu Theatergruppen wie den "Provincetown
Players" und der "Theatre Guild" knüpfte. Diese
Ensembles führten experimentelle europäische Dramen auf, aber
auch O'NEILLS Einakter und einige weitere seiner frühen Stücke.
Sein Name wurde bald in Amerika, aber auch in Europa bekannt. 1936 erhielt
er den Nobelpreis für Literatur
und wurde so als eigentlicher Begründer
des modernen amerikanischen Dramas geehrt. Trotz seiner großen
Erfolge lebte O'NEILL zurückgezogen. Nach einer schweren Krankheit
verstarb er 1953 in Boston.
Literarisches
Schaffen
Beeindruckt von FRIEDRICH NIETZSCHE, AUGUST STRINDBERG und FJODOR M. DOSTOJEWSKIJ
beleuchtete O'NEILL in seinen Stücken die Tragik
des menschlichen Lebens in seiner Zeit. Im Bemühen, zu den menschlichen
Urkonflikten vorzustoßen, entwarf er ein pessimistisches
Bild der Moderne. Darin spiegeln sich vor allem die vergeblichen Versuche
der Menschen wider, durch illusionäre Hoffnungen Rettung vor Entfremdung
und Selbstzerstörung zu finden (The
Iceman Cometh, 1940). Sein frühes Stück The
Hairy Ape (1922) zeigt den tödlichen Ausgang des Versuchs,
aus leidvoller Isolation auszubrechen und in der Zugehörigkeit zu
einer Gemeinschaft sinnstiftenden Halt zu finden.
Die tragische Sicht der Moderne hat für O'NEILL einen zeitlosen Charakter. Mit Blick auf die antiken Tragödiendichter zeichnet O'NEILL in seinem bedeutendsten Werk - der Dramentrilogie Mourning Becomes Electra (1931) - pessimistisch und ohne Illusionen den in seiner Schuld hilflos unterlegenen Menschen. Wenn überhaupt noch Hoffnung besteht, so lässt sie sich nur für kurze Zeit realisieren. Im Drama Long Day's Journey into Night (1955) hat O'NEILL autobiographisches Material verarbeitet, um die menschlichen Beziehungen innerhalb einer Familie zu analysieren:
Das Stück beginnt mit Sonnenaufgang eines Tages im August 1912 und endet um Mitternacht des gleichen Tages. In diesem Zeitraum wird das Familienleben der Familie Tyrone dargestellt: Der Vater James Tyrone war ein erfolgreicher Schauspieler, der sich nun als geiziger Grundstücksspekulant betätigt. Die Mutter Mary ist morphiumabhängig. Der Sohn Jamie führt ein Dasein als unglücklicher Schauspieler, was er durch Alkohol und Prostituierte zu kompensieren sucht. Der Sohn Edmund kehrt mittellos und schwer lungenkrank von seinen Abenteuern nach Hause zurück. In langen Monologen und Dialogen sowie anhand ausführlicher Regieanweisungen analysiert O'NEILL die Abhängigkeitsbeziehungen zwischen James, Mary und Jamie. Vielleicht wird es einzig Edmund gelingen, sich aus der Abhängigkeit zu lösen, indem er sich in einem Sanatorium von seinem Lungenleiden kurieren lässt.
In den Dramen O´NEILLS mischen sich naturalistische, expressionistische und symbolistische Stilformen sowie Erkenntnisse der Biologie, Philosophie und Tiefenpsychologie. O'NEILL schrieb auch theatergeschichtlich und dramentheoretisch bedeutende Aufsätze. Durch sein Werk löste sich das amerikanische Theater aus provinzieller Enge und errang weltweit Geltung.
Werke
Zum weiteren Werk EUGENE O'NEILLS gehören unter anderem folgende Dramen:
Beyond the Horizon (1918)
The Moon of the Caribees (1918)
Anna Christie (1920)
The Emperor Jones (1920)
All God's Chillun got Wings (1924)
Desire under the Elms (1924)
The Great God Brown (1926)
Strange Interlude (1927)
Ah, Wilderness! (1932)
A Moon for the Misbegotten (1943)
A Touch of the Poet (1957)
Hughie (1959)
More stately Mansions (1962)